Open-air-Konzert: Groß Lindow wird gerockt
Sie veranstalten Konzerte, in denen die Wurzeln ihrer Lieblingsmusik – Country oder Blues – zu erkennen sind. „Musik, die uns gefällt, die bringen wir auf die Bühne“, betont Wolfgang Conrad aus Müllrose. Gemeinsam mit Thomas Rosslau aus Seelow organisiert der 68-Jährige an diesem Sonnabend, 17. August, das „23. Blues- & Roots-Rock Open Air“ auf dem Sportplatz in Groß Lindow im Knappenweg 7. Der gemeinnützige Verein „Live In Reitwein“, den beide mitbegründeten, ist der Veranstalter. Einlass ist 16 Uhr. Los geht es um 17 Uhr. Karten für 33 Euro gibt es an der Abendkasse.
Mit „Live In Reitwein“ erwarben sich Conrad und Rosslau einen sehr guten Ruf als regionaler Musikveranstalter. Von Mai 1994 bis Oktober 2018 hatten sie den Oderbruch-Ort Reitwein zum Treffpunkt hochkarätiger Blues- und Rock-Musiker aus aller Welt entwickelt.1995 startete zusätzlich die Open-air-Konzert-Reihe in Groß Lindow, bei der diesmal mit der Lübben City Blues Connection eine Band auftritt, die sich nur noch einmal für Groß Lindow zusammenfindet. „Ihr Name“, sagt Wolfgang Conrad, „leitet sich ab vom Song „Bye bye, Lübben City“, den die Band Monokel Ende der 80er Jahre veröffentlichte.“ Jane Lee Hooker (USA), Vanessa Harbeck & Band (ARG/PL), die Carvin Jones Band (USA) und Pass Over Blues (D/BG) werden den Live-Abend komplettieren.
Wolfgang Conrad, der zuletzt als Mathematik-Lehrer an der Juri-Gagarin-Oberschule in Fürstenwalde tätig war, hatte seinen Mitstreiter Thomas „Rossi“ Rosslau 1994 bei einem der Live-Gigs näher kennengelernt. „Rossi hatte schon zu DDR-Zeiten Blues- und Rock-Veranstaltungen rund um Seelow organisiert“, erinnert sich Conrad. „Da haben viele Ost-Bands bei ihm gespielt. Keimzeit zum Beispiel mehrfach. Die haben bei ihm sogar übernachtet. Wahnsinn!“, lacht er. Ihr erstes 2019er-Konzert haben "Rossi“ und er diesen Februar in Seelow veranstaltet –mit zwei US-Bands im kleinen Saal des Kreiskulturhauses.
Wie kommt man an diese Musiker heran? Er sagt: „Wenn man das 25 Jahre lang gemacht hat, dann entwickelt sich das.“ Es gebe Agenturen und die melden sich bei ihm. „Für uns wäre es ein Leichtes, eine Großveranstaltung aufzuziehen, wie man sie in den letzten Jahren in Müllrose erleben konnte, sagt Wolfgang Conrad. „Das machen wir aber nicht, weil uns die Musik nicht zusagt, obwohl auch diese ihre Berechtigung hat. Natürlich würden wir gerne mal einen großen Act heranholen, der uns gefällt.“
Was sagt ihm zu? „Bob Dylan“, fällt ihm ein. „Das wäre in den 90er Jahren möglich gewesen, als er nicht so erfolgreich war“, sagt er. Damals wäre der Weltstar zu bezahlen gewesen. „Aber“, räumt er ein, „da hätten wir richtig rechnen müssen und haben uns einfach nicht getraut. Jetzt ist es natürlich Illusion.“
Viele Stars in 25 Jahren geholt
Dabei hatte der Verein in mehr als 25 Jahren viele Stars auf seiner Konzertbühne: Ten Years After, Yardbirds, Birth Control, U.F.O., Mungo Jerry, um einige zu nennen. Conrads persönliches Highlight „war 2005 der Auftritt von Jefferson Starship in Reitwein, mit Paul Lorin Kantner von Jefferson Airplane, der in Woodstock spielte und leider vor zwei Jahren verstorben ist.“
„Jefferson Airplane war in den 60er Jahren eine Kultband aus San Francisco“, erklärt Conrad. „An diesem Abend spielten in der Band Jefferson Starship jeweils ein Vertreter der drei berühmtesten San Francisco-Bands auf der Bühne: David Freiberg von Quicksilver Messenger Service, der Keyboarder von Grateful Dead, Tom Constanten, und eben Paul Lorin Kantner von Jefferson Starship.“ Den Auftritt hatte Conrad erst drei Wochen zuvor angeboten bekommen. Er wurde ein Erfolg. „Normalerweise haben wir einen Vorlauf von einem Dreivierteljahr. Ich weiß also jetzt schon, wer 2020 beim nächsten Open-air-Konzert in Groß Lindow spielt.“

