Eine Begehung fand dann doch nicht statt. Angesichts des schlechten Wetters wurde die Ortsbegehung, zu der die Verwaltung interessierte Bürger in Diehlo eingeladen hatte, in die Alte Schule verlegt. Und dort ging es dann auch um das Thema, das dazu geführt hat, den Dorfspaziergang in einen trockenen Raum zu verlegen, nämlich um Regen. Zwar stellte die Feuchtigkeit, die am Mittwoch vom Himmel kam, für den Ort keine Gefahr dar. Aber ein Problem, das für den Ortsteil von Eisenhüttenstadt benannt wurde, sind potentielle Überflutungen durch Starkregen.

Diehloer Graben wächst zu

Zum einen ergibt sich die Gefahr, worauf ein Anwohner in der Dorfstraße aufmerksam machte, durch den Diehloer Graben, da besonders im Bereich des Alleeweges. Der Graben sei verwildert und zugewachsen.  Der zuständige Wasser- und Bodenverband habe die Auskunft gegeben, dass er keine Leute habe und auch nicht mit der Technik rankomme, um den Graben in Ordnung zu halten, gab ein Anwohner die Antwort wieder, die er vom Verband erhalten hat. „Wenn ein Regenschauer kommt, ist das Gitter schnell zu und das Wasser drückt über die Böschungskante“, schilderte er die Gefahren. Sein Vorschlag, diesen Bereich mit Rohren auszustatten, um so das Wasser kontrolliert abzuleiten, wurde allerdings auch abgelehnt, erläuterte der Anwohner. Nicht etwa aus Kostengründen, das hätte er selbst bezahlt. Vielmher habe die Untere Naturschutzbehörde die Auskunft gegeben, dass es sich um ein wertvolles und damit schützenswertes Biotop handele, solch eine Maßnahme deshalb nicht möglich ist.

Wasser sammelt sich im Ort

Ein viel größeres Wasserproblem ergibt sich durch die Lage von Diehlo, was sich bei Starkregenereignissen auch schon unangenehm bemerkbar gemacht hat. Das Wasser sammelt sich unter anderem auf der Dorfstraße und kann nicht schnell genug abfließen. „Das Wasser kommt von der Fünfeichener Seite. Wer ist dafür zuständig, das Wasser entsprechend abzuleiten und abzulenken?“, fragte eine Diehloer.

Kanalisation für Straße ausreichend dimenioniert

Michael Reichl, Leiter des Fachbereiches Stadtentwicklung, der als ein Vertreter der Verwaltung an der Ortsbegehung teilnahm, machte deutlich, dass der Landesbetrieb für Straßenwesen, als er damals die Ortsdurchfahrt ausgebaut hat, die Regenentwässerung so dimensioniert habe, dass das Wasser der Straße aufgenommen werden kann. Auch seien Anwohner angeschrieben worden, ob sie Regenwasser von Grundstücken in die Rohre unter der Straße einleiten wollen. Doch die wenigsten, so Reichl, hätten einen Antrag gestellt. Vielmehr läuft das Wasser jetzt so über Fallrohre auf die Straße.

Verdichtete Flächen durch Landwirtschaft

Wobei das Regenwasser von Grundstücken nicht das Problem sein dürfte. Vielmehr ist es das Wasser, das über Seitenstraßen aus Richtung Fünfeichen kommt. Auf den ersten Blick ist das verwunderlich. Denn zwischen Diehlo und Fünfeichen gibt es nur Felder und Wälder. Doch gerade die großflächige Landwirtschaft wurde von einem Diehloer als Teil des Problems ausgemacht. „Vor 40 bis 50 Jahren waren Gräben vorhanden. Der jetzige Nutzer hat kein Interesse, dass es dort Gräben gibt“, sagt er. Ganz kritisch schätzt er die Situation ein, wenn der Boden gefroren ist und dann ein Regenschauer einsetzen würde. „Dann ist komplett Land unter.“ Ein anderer Diehloer machte darüber hinaus darauf aufmerksam, dass die Feldwege teilweise nicht mehr gepflegt würden, von schweren Fahrzeugen zerfahren würden. „Wie in einer Rinne fließt dann das Wasser auf die Straße.“ Michael Reichl versprach, mit den Pächtern der Fläche das Gespräch zu suchen.
Ein Problem wird derweil schnell gelöst, beziehungsweise ist schon in Arbeit, bevor es am Mittwoch auch angesprochen wurde. Die Wassereinläufe an den Straßen werden in Ordnung gebracht. Es musste erst geklärt werden, wer dafür zuständig ist, ob der Abwasserzweckverband oder der Wasser- und Bodenverband, so Reichl. Nun werde gehandelt.