Papier-Projekt
: Die Ritterspiele sind eröffnet

Statt in die Schwimmhalle oder ins Kino ging es für Hortkinder der Schönfließer Grundschule in die Papierfabrik.
Von
Patrizia Czajor
Eisenhüttenstadt
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Neuer Spielort: Besonders stolz sind die Kinder des Horts der Schönfließer Grundschule auf ihre Ritterburg. Daran gearbeitet haben unter anderem Erwin Benke (v.l.), Paul Fabian, Leonie Böhme, Cheyenne Opitz und Ben Opitz.

Patrizia Czajor

Ganz wie im Mittelalter ging es am Freitag an der Schönfließer Grundschule zu. Bewaffnet mit Lanze und Schild lieferten sich auf dem Schulhof immer jeweils zwei Jungen ein Duell. Der echte Wettkampf stand ihnen hingegen noch bevor. Das ist erst das Training, wie der achtjährige Erwin Benke erläuterte. Und vielleicht war es auch gar nicht so schlecht, die Robustheit des Rüstzeugs erst einmal einem Test zu unterziehen. Denn Schutzschild und Wurfgerät bestanden aus Karton und Pappe, welche die Kinder nach ihrem Besuch in der Papierfabrik mitbekommen hatten.

Der eine oder andere Schild musste auch tatsächlich noch einmal nachgebessert werden. John Bock, der Erzieher im Schönfließer Hort ist, griff den Jungen dabei unter die Arme. Die gesamten letzten Tage haben er sowie Erzieherin Doris Lissek die Hortkinder während des Papierprojekts begleitet.  Zwar habe es im Hort schon öfter ähnliche Arbeitsgruppen gegeben. Doch so lange wie in diesen Osterferien hatten sich die Jungen und Mädchen laut Hortleiterin Marion Oehme noch nie mit Papier beschäftigt.

Dafür sei letztlich eine ganze Ferienwoche reserviert worden. Anstatt ins Kino oder in die Schwimmhalle ging es für die Kinder also zunächst einmal in die Papierfabrik in Eisenhüttenstadt. Die EKO-Stiftung hat dafür einen Bus zur Verfügung gestellt, wie die Leiterin erzählte. In der Fabrik konnten die Kinder dann den Prozess und die Abläufe der Herstellung von Papier hautnah miterleben. Als Geschenk gab es dafür einen riesigen Haufen Pappe, Kartons und Zeitungen mit auf den Weg.

Mit den Materialien wussten die Mädchen und Jungen jeweils ganz anderes anzufangen. „Wir wollten sie dazu ermuntern, ihre eigenen Ideen umzusetzen“, führte Doris Lissek aus. So kam es, dass die Jungen daraus ihr Mittelalter-Rüstzeug zusammenschnitten und -klebten, während die Mädchen Lesezeichen und Grußkarten bastelten. Das Material haben sie vorher aus Zeitungen selbst hergestellt. Wie das Papierschöpfen funktioniert, konnte die sechsjährige Ivy Strese erklären: Zeitungen werden mit Wasser eingeweicht, mit einem Mixer zu einer festen Masse vermischt und auf Küchenkrepp getrocknet. Und zwar ganze zwei Tage, wie Doris Lissek hinzufügte. Geholfen hat den Kindern dabei eine Sozialarbeiterin vom Verein Wi-Wa-Wunderland.

Unter welchem Motto das Papier-Projekt stand, wird in den Räumen der Grundschule deutlich. Im Flur hängen bunt bemalte Wappen und in den Räumen stehen kleine Pappschlösser, welche die Schüler ebenfalls frei gestalten konnten. Doch besonders stolz sind die Projektteilnehmer laut Marion Oehme auf die große Burg im Mädchenzimmer. Sie verfügt über einen abgeschlossenen Raum im Inneren, in dem die Kinder spielen können. Verziert haben die Jungen und Mädchen ihrer Ritterfestung mit Tapete sowie künstlichen Blättern.

Nun profitieren alle davon

Am letzten Ferientag wurde die restliche Menge an Materialien noch verarbeitet, bemalt und verbaut. Doris Lessik suchte mit den Mädchen Dekorationsmaterialien für die Lesezeichen aus. „Obwohl sie manchmal einen anderen Geschmack haben als ich“, sagte die Erzieherin mit einem Lachen. Einen Tisch weiter half John Bock den Jungen dabei, die Halterung des einen oder anderen Schilds zu erneuern, die aus einem durch den Karton gezogenen Draht oder Faden besteht. Auch einige der Lanzen haben den ersten Test nicht bestanden. Die Papprollen müssen noch einmal beklebt werden. Doch John Bock hat festgestellt, dass die Kinder während des Projekts ziemlich motiviert gewesen sind.

Erfreulich war für Leiterin Marion Oehme auch, dass auch die Eltern sehr angetan von der ganzen Idee waren. Zugute kommt das Projekt jetzt auch denjenigen, die in der Ferienzeit nicht im Hort waren. „Wenn die Schulzeit wieder beginnt, können dann alle Kinder am Nachmittag in der Ritterburg spielen.“

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Hier beginnt der Infotext fett und danach wieder normal⇥Autor XXX