Polizei hält sich bedeckt
: Was ist geschehen? Tödliche Explosion beschäftigt die Eisenhüttenstädter

Der Tod eines mutmaßlich 39-jährigen Eisenhüttenstädters in der Nacht zum Sonnabend ist derzeit das Gesprächsthema in der Stadt. Der Mann, dessen Identität bis Sonntag nicht bekannt war, starb bei einer Explosion am frühen Sonnabendmorgen auf der Eisenbahnbrücke in der Beeskower Straße.
Von
Janet Neiser
Eisenhüttenstadt
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  • Ort der Explosion: Die Eisenbahnbrücke in der Beeskower Straße blieb am Sonnabend bis etwa 12 Uhr gesperrt. Mehrere Stunden war die Spurensicherung vor Ort, nachdem dort ein toter Mann gefunden worden war. 

Der Wagen eines Eisenhüttenstädter Bestattungsunternehmen trifft ein und fährt rückwärts auf dem Brücken-Gehweg hin zum Fundort des Verstorbenen. Gegen 11.40 Uhr erfolgte der Abtransport des Leichnams.

    Ort der Explosion: Die Eisenbahnbrücke in der Beeskower Straße blieb am Sonnabend bis etwa 12 Uhr gesperrt. Mehrere Stunden war die Spurensicherung vor Ort, nachdem dort ein toter Mann gefunden worden war. Der Wagen eines Eisenhüttenstädter Bestattungsunternehmen trifft ein und fährt rückwärts auf dem Brücken-Gehweg hin zum Fundort des Verstorbenen. Gegen 11.40 Uhr erfolgte der Abtransport des Leichnams.

    Dietmar Puttins
  • Die Zufahrten zur Brücke waren ab Karl-Marx-Straße/Ecke Beeskower Straße und ab Fährstraße /Ecke Beeskower Straße gesperrt.

    Die Zufahrten zur Brücke waren ab Karl-Marx-Straße/Ecke Beeskower Straße und ab Fährstraße /Ecke Beeskower Straße gesperrt.

    Thomas Reinke/Clipsalat Media
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Bei einer Explosion am frühen Sonnabendmorgen auf der Eisenbahnbrücke in der Beeskower Straße wurde dieser tödlich verletzt. Die Leiche des Mannes war gegen 3.30 Uhr entdeckt worden. Der Tote lag auf dem Brücken-Gehweg in Fahrtrichtung Fürstenberg. Die Polizei sperrte sofort die Brücke und setzte zur Aufklärung einen Hubschrauber und die Wasserpolizei ein. Über die Fundstelle des Leichnams hatten Kriminaltechniker ein Zelt aufgebaut. Die Brücke blieb bis etwa 13 Uhr gesperrt, nachdem ein Leichenwagen den Toten abgeholt und die Spurensicherung ihre Arbeit beendet hatte.

Ein ungewöhnlicher Knall

Doch was war geschehen? Kurz nach 3 Uhr in der Nacht zum Sonnabend gibt es in Eisenhüttenstadt einen lauten Knall. Der klingt allerdings nicht nach dem, was manchmal aus dem Stahlunternehmen zu hören ist. „Das war anders“, sagt ein Feuerwehrmann. Doch er und seine Kameraden müssen nicht zum Einsatz raus.

Für die sofort informierte Polizei hingegen wird es eine lange Nacht. Schon am Morgen vermuten einige Ohrenzeugen im Internet, es könnte sich um eine Explosion gehandelt haben. Zudem kommen Fragen auf, wegen eines Hubschraubers, der mehrere Stunden im Bereich der Eisenbahnbrücke in der Beeskower Straße fliegt.

Die Brücke ist am Morgen komplett dicht. Zunächst wird ein Verkehrsunfall vermutet. Doch Fahrzeuge sind nicht zu sehen. Dafür ist auf der Brücke ein kleines weißes Schutzzelt errichtet worden. Dann gibt die Polizei Auskunft: Auf der Brücke wurde ein Toter ohne Ausweispapiere gefunden. „Wir gehen von einer Explosion aus“, wird Astrid Reinecke, Sprecherin der Polizeidirektion, später bestätigen. Von einem Unfall gehe man aus.

Zu der Explosion ist es offensichtlich ganz dicht am Körper des Mannes gekommen. Im Internet ist von selbst gebautem Sprengstoff die Rede, das habe jemand aus den Reihen der Polizei gehört. Doch bestätigt wird dies offiziell nicht. Die Untersuchungen laufen.

Vor Ort sind am Morgen auch Spezialisten für die Entschärfung unkonventioneller Spreng- und Brandvorrichtungen des Landeskriminalamtes. Ermittelt wird nun wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion.

Der Polizeihubschrauber und die Wasserschutzpolizei haben in den ersten Stunden nach dem Auffinden der Leiche den Kanal abgesucht, „um zu schauen, ob noch eine zweite Person beteiligt war und beschädigt ist“, sagt Astrid Reinecke, während die Spurensicherung noch immer alles akribisch vermisst und unter die Lupe nimmt. Eine zweite Person wird nicht gefunden, dafür ein Fahrrad. Auch ein Rucksack taucht auf.

Doch die Informationen in den ersten Stunden nach dem Knall sind dünn. „Wir wussten gar nicht, was los ist“, erzählt Heike Herrmann, Verbandsvorsteherin des Trinkwasser- und Abwasserzweckverbandes Oderaue. Dieser hat seinen Geschäftssitz unmittelbar in der Nähe der Explosion. „Ein Mitarbeiter von uns, der Bereitschaft hatte, wurde nicht durchgelassen“, berichtet sie. Eine Erklärung gab es nicht, nur die Zusicherung, dass man eine Möglichkeit finden würde, wenn es zu einer Havarie kommen sollte. Zumindest aber habe man ihm gesagt, dass die Explosion nichts mit dem TAZV zu tun habe.

Nachfragen der MOZ  bis Sonntagnachmittag in der Pressestelle der Polizeidirektion Ost in Frankfurt (Oder) bleiben erfolglos. Die Telefone sind nicht besetzt. So bewahrheitete sich die Prognose der Polizei-Pressestellen-Mitarbeiterin Astrid Reinecke vom Sonnabend, dass erst ab Montag mit der Bekanntgabe von Ermittlungsergebnissen gerechnet werden kann.