Schlaubetal: Wölfe reißen Schafe und nähern sich Wohnsiedlungen

Symbolbild Wolf
Klaus-Dietmar Gabbert/dpaIn der Nacht zu Sonnabend sind Wölfe in Schernsdorf eingedrungen, haben sich Zugang zu einem Gehöft verschafft und ein Schafsbock sowie ein Lamm gerissen, zwei Lämmer sind verschwunden. In dem Dorf haben nachts um 2 Uhr die Hunde in den Nachbarhäusern Alarm geschlagen.
Am Wochenende schauten sich die Schernsdorfer Axel Fritz, Jörg Klofski und Joachim Augusta auf dem Gelände um, ein Wolfsbeauftragter des Landes untersuchte die Kadaver. Er fand Spuren von drei Raubtieren, aber es waren sehr wahrscheinlich deutlich mehr. Allein der Bock, der fast vollständig aufgefressen wurde, war rund 50 Kilogramm schwer, davon mehr als 20 Kilogramm Fleisch. Wenn ein Wolf durchschnittlich bis zu drei Kilogramm verschlingt, dann fraßen allein an dem Bock sieben graue Jäger, dazu kommen noch das gerissene sowie zwei verschwundene Lämmer. Das Rudel hat an mehreren Stellen die Umzäunung untergraben.
Wie Joachim Augusta und Jörg Klofski berichteten, habe es ähnliche Angriffe in jüngster Zeit auch in anderen Ortschaften gegeben, so haben erst kürzlich Wölfe in Bremsdorf vier Schafe gerissen. Im Schlaubetal gebe es „eine spürbare Angst“ bei vielen Familien, beschrieb Jörg Klofski die Stimmung. Vor einigen Jahren haben die Wölfe noch einen weiten Bogen um jede menschliche Siedlung gemacht, neuerdings kommen aber ganze Rudel nachts in die Dörfer.
