Schule
: Trotz Corona ist in Eisenhüttenstadt vieles entspannt

Für die Schüler bedeuten die Hygienevorschriften im neuen Schuljahr eine Umstellung. Die Lehrer loben die Disziplin ihrer Schützlinge.
Von
Hagen Bernard
Eisenhüttenstadt
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Warten auf den Einlass am Morgen: Viele Schüler der Gesamtschule 3 unterhalten sich bereits in ihren Lerngruppen.

Hagen Bernard

„Es ist schon etwas stressiger als im alten Schuljahr. Vor allem müssen wir ständig an die Masken denken“, erklärt Yasmin Linke von der 10d aus der Gesamt­schule 3 in Eisenhüttenstadt. Ihre Klassenkameradin Pauline Paulitschke ergänzt: „In den Räumen tragen nur die Lehrer eine Maske, für uns gilt das nicht. Im Flur müssen wir wieder eine aufsetzen, auch wenn wir auf die Toilette müssen oder zum Anstehen beim Essen. Die Tische werden nun auch häufiger desinfiziert, vor allem wenn wir die Räume wechseln. Bislang ist es gut auszuhalten, auch wegen des verkürzten Unterrichtes durch die Hitze.“

Mit Itslearning viel aufgefangen

Bald mehr Stress auf sich hinzukommen sieht Alexandra Simoneit, ebenfalls 10d, die sich unmittelbar vor dem Einlass noch mit ihren Mitschülern an der Bushaltestelle gegenüber dem Schuleingang unterhält. „Es wird bestimmt ein bisschen strenger, wenn wir die Lernausgangsstellung bekommen.“

Nicht ganz diese Befürchtungen hat Schulleiterin Ute Tupy, die links am großen Eingang zusammen mit einer Kollegin ihre 620 Schüler begrüßt. „Sie haben durch Corona nicht so viel verpasst. Durch unsere Lernplattform Itslearning konnte intensiv gearbeitet werden, nur einige wenige Themen haben wir nicht geschafft. Das wollen wir zum Ende des Schuljahres nachholen.“

Natürlich gibt die Schulleiterin ihren Schützlinge an der Eingangstür ein paar Tipps. „Nicht vergessen, die Hände zu desinfizieren“, sagt sie, oder: „Guten Morgen, die Maske muss über die Nase.“ Und ganz am Ende des langes Zuges mahnt sie: "Ihr seid schon in der Vorbereitungszeit, das nächste Mal kommt ein bisschen früher“.

Um 8 Uhr soll der Unterricht beginnen — bei Temperaturen über 25 Grad Celsius wird jeweils eine halbe Stunde lang gelernt, dann geht es in die nächste Stunde — spätestens fünf Minuten vorher sollten die Schüler am Platz sein. In den Lerngruppen der siebten und achten Klassen sind es laut Tupy bis zu 18 Schüler, in den höheren Klassen können es auch schon mal 28 sein. Abstandsregeln von 1,50 Metern wären da im Raum ohnehin nicht einzuhalten. Muss es ja im Unterricht auch nicht. Sogar der Schulsport ist möglich, er findet derzeit erleichternd ohnehin im Freien statt.

Auch sonst gibt sich die Schulleiterin entspannt. „Wir hatten bislang keinen Corona–Fall. Insgesamt bin ich sehr zufrieden, ich hoffe es bleibt so. Die Schüler halten sich an die Regeln. Wir haben zusätzlich unseren  eigenen Hygieneplan.“ Getüftelt wird derzeit noch an der Zusammenstellung der Arbeitsgemeinschaften. Wegen der Hygienevorschriften müsse vieles geprüft werden.

Ebenfalls noch keinen Corona–Fall hatte das Albert–Schweitzer–Gymnasium mit seinen knapp 600 Schülern in den insgesamt 25 Klassen. Sollte der Ernstfall eintreten, müsse laut Tupy sofort das Gesundheitsamt des Landkreises Oder–Spree informiert werden. Das entscheide dann über alles Weitere. Das trifft natürlich auch zu, wenn das Gesundheitsamt als Erstes solche Informationen erhalte.