Zum Jahreswechsel sind Hund und Katze besonders gestresst. Während sich viele Menschen auf Feuerwerk und Böller freuen, bedeutet das für Hund und Katze oft eine höhere Belastung. Schließlich haben die Vierbeiner ein wesentlich feineres Gehör und nehmen daher diese Geräusche oft intensiver wahr als Menschen.
Während jedoch die Zweibeiner in der Regel gut wissen, woher der Krach kommt, geraten Hund und Katze dabei oft in Panik, zumal sie sich die veränderte Licht- und Geräusch-Kulisse nicht erklären können.
Regelmäßig wird aus diesem Grund zum Jahreswechsel in der Öffentlichkeit und auch in den sozialen Medien darum gebeten, auf die Vierbeiner Rücksicht zu nehmen. Von möglichen Verbrennungen, Schockzuständen oder geschädigten Hörorgane ist oft dabei die Rede.

Tierhalter haben sich in der Regel auf Silvester eingestellt

Wie der Eisenhüttenstädter Tierarzt Dr. Karsten Beierlein feststellt, haben sich jedoch die Tierbesitzer in der Regel auf diese besondere Situation eingestellt. Hin und wieder komme es zwar schon mal vor, dass nach der Silvesternacht Halter ihre stark verängstigten Schützlinge in seine Praxis bringen, doch das sei eher die Ausnahme.
Damit es dazu erst gar nicht kommt, rät der Eisenhüttenstädter Tierarzt, besonders ängstlichen Tieren eines von den gängigen und zugelassen Beruhigungsmitteln zu verabreichen beziehungsweise die Tiere in einen ruhigen und abgeschiedenen Raum zu bringen.
Im Zweifelsfall solle beispielsweise ein Hundehalter am Silvestertag mal auf den ausgedehnten Spaziergang verzichten, um damit seinen Schützling vor schwer zu kalkulierenden Beeinträchtigen zu schützen.

Ängstliche Hunde sollten doppelt angeleint werden

Die im Neuzeller Ortsteil Steinsdorf ansässige Tierärztin Dr. Mariana Göritz-Kamisch warnt vor den zu Silvester speziellen Umgebungsfaktoren, die bei ungeschützten Hunden und Katzen Beeinträchtigungen auslösen könnten.
So sollten auch an den Tagen vor Silvester Hunde nur angeleint und mit gut sitzendem Halsband beziehungsweise Geschirr außerhalb der eigenen Behausung gelassen werden.
Ängstliche Hunde seien am besten doppelt anzuleinen. „Die Verhaltensstörungen bestehen meist nicht nur bei Feuerwerk, sondern ganz oft auch bei anderen lauten Geräuschen wie Donner und Schüsse. Je öfter solche Reize auftreten, desto stärker kann die Geräuschangst bei einigen Tieren werden“, erklärt Dr. Göritz-Kamisch.
In Vorbereitung auf das Wochenende zum Jahreswechsel seien Medikamente, eine angepasste Umgebung sowie Training auf diese Ereignisse äußerst hilfreich.

Einige bringen ihre Schützlinge ins Tierheim

Allerdings sei in ihrer Praxis kurz nach der Silvesternacht noch niemand mit einem gehörgeschädigten Tier gekommen. „Ich persönlich hatte zum Glück noch keinen solchen Patienten. Aber es gibt Traumata immer in Verknüpfung mit den Umgebungsfaktoren an diesen Tagen, egal ob es Geräusche, bestimmte Gegenstände oder Orte sind“, fügt die Tierärztin hinzu.
So gibt es in der Eisenhüttenstädter Region etliche Tierhalter besonders aus dicht besiedelten Gegenden, die ihre Schützlinge deswegen für einige Tage beziehungsweise Stunden ins Tierheim bringen.
„Ich habe einige Halter, die mit ihren Tieren zu Silvester zu uns kommen. Hier ist es ja recht ruhig“, erklärt Jana Feister, Leiterin des Tierheims Am See an der Vogelsänger Chaussee am Rande der Eisenhüttenstädter Ansiedlung.
Naturschutzbund, Tierheime und Tierärzte geben zum Jahreswechsel immer wieder Hinweise. Beispielsweise raten sie zu einer letzten Gassirunde bereits recht früh am Silvester-Tag, wo die Lärm- und Lichtbelästigung in der Regel noch recht gering ist.
Freigänger-Katzen sollten zumindest zu Silvester und Neujahr ausnahmsweise mal nicht aus der Wohnung gelassen werden, günstig wären jedoch Rückzugsmöglichkeiten für diese Tiere. Natürlich sollte diesen Vierbeinern die Möglichkeit genommen werden, aus den Räumen über Türen und Fenster unkontrolliert zu verschwinden. Recht hilfreich in diesem Falle sei, die Jalousien unten zu lassen, damit erst gar keine Verängstigung eintritt.
Bei Kleintieren wie Hamster, Meerschweinchen oder Vögel sollte ähnlich wie bei Hund und Katze verfahren werden. Volieren und Gehege seien nach Möglichkeit abzudecken und gegebenenfalls auch an einen ruhigeren Ort zu bringen.