Sportstätten
: Fürstenberger Stadion steht zur Disposition

Stadtverwaltung schlägt vor, im Bereich Fußball Anlagen perspektivisch zu dezimieren oder sich von ihnen zu trennen.
Von
Stefan Lötsch
Eisenhüttenstadt
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Banknoten

Jens Wolf/dpa

So hat die Stadtverwaltung ein überarbeitetes Papier für Sportstätten in Eisenhüttenstadt und deren Nutzung vorgelegt. Vor allem im Fußballbereich sieht die Verwaltung Überkapazitäten. Die Stadt stelle für den Fußball sehr überdimensionierte Sportstätten bereit, heißt es in einer Analyse, die der Fachbereich Stadtentwicklung erstellt hat.

Auslastung als ein Kriterium

Aus Sicht der Verwaltung bedeutet das: „Es sind daraus folgend Sportstätten perspektivisch zu dezimieren sowie Verträge vorrangig anzupassen und ggf. zu kündigen. Die Stadt muss sich damit von einigen für Fußball vorgehaltenen Sportanlagen trennen."  Kriterium, welche der vier Anlagen erhalten bleibt, sei wesentlich die Auslastung und Funktionalität.

Die schlechtesten Karten hat dabei das Stadion in Fürstenberg. Zum einen, so hat der Fachbereich ausgerechnet, ist die Auslastung auf den Flächen in der Nähe der Oder am geringsten ist. Die Auslastung liegt gerade einmal bei 21,8 Prozent. Gegen die Anlage spricht auch die direkte Oder-Nähe. Bei Hochwasser, wie es zum Beispiel 1997 war, kann der Platz nicht genutzt werden.

Ungeklärt ist auch, was mit den Flächen passiert, wenn das Land in der Neuzeller Niederung einen Flutungspolder errichten wird, der im Hochwasserfall geflutet werden soll. Auch das Stadion könnte eventuell Bestandteil des Polders sein. Im Papier der Stadtverwaltung heißt es dazu: „Sollte das Land Brandenburg das Stadion zum Überflutungsgebiet erklären und in dessen Folge eine Schließung unumgänglich werden, gilt es grundsätzliche Überlegungen für eine Verlagerung der Sportgruppen anzustellen.“ Unabhängig davon ist der Fürstenberger Platz aus Sicht der Verwaltung am unwirtschaftlichsten.

Betreiber des Stadions ist der FC Eisenhüttenstadt, zuvor der 1. FC Fürstenberg. Derzeit besteht mit der Stadt ein Nutzungsvertrag, der bis 2029 läuft. Der Zuschuss der Stadt beträgt pro Jahr rund 54 000 Euro. Eine klare Aussage über die Zukunft des Fürstenberger Stadions fehlt aber in dem Diskussionspapier.

Für den Sportplatz in der Diehloer Straße, der vom der SG Aufbau Eisenhüttenstadt betrieben wird, gibt es die Überlegung von Seiten der Verwaltung, dem Landkreis den Platz anzubieten, da der ihn auch für den Schulsport nutzt. „Es wird angestrebt, dem Landkreis Oder-Spree den Sportplatz zur Sicherung des Schulsportes der weiterführenden Schulen anzubieten. Stimmt der Landkreis Oder-Spree dem zu, wird der Vertrag mit der SG Aufbau gekündigt und die Mannschaften des Vereins werden in die Sportanlagen Waldstraße umgesiedelt“, heißt es in dem Konzept der Verwaltung. Allerdings ist darüber mit dem Landkreis noch gar nicht gesprochen worden, sagte Torsten Gottschlag, Bereichsleiter Liegenschaften, jüngst im Ausschuss für Kultur und Sport.

Waldstraße ist sicher

Unstrittig ist die Sportanlage in der Waldstraße. Dort legt sich die Verwaltung fest. Von einer Schließung sei abzusehen. Vielmehr wird festgestellt: „Bezogen auf die Auslastung bestehen in der Waldstraße Reserven für die zusätzliche Aufnahme von Vereins- und Schulsport.“ Auch dem Platz im V. Wohnkomplex, der vom FSV Dynamo betrieben wird, wird eine gute Auslastung der Anlagen bescheinigt.

Die Auslastung der Sportstätten

Für den Fußball gibt es insgesamt vier Anlagen in Eisenhüttenstadt. Die größte befindet sich in der Waldstraße. Die Sportstätte dort ist nach Berechnung der Stadtverwaltung nur zu rund 30 Prozent mit Vereins- und Schulsport ausgelastet. Noch weniger, nur 21 Prozent, beträgt die Auslastung in Fürstenberg. Die Sportstätte in der Diehloer Straße ist zu 50 Prozent ausgelastet, was nicht zuletzt an der starken Nutzung durch die Schulen liegt. Die beste Auslastung und das auch noch alleine durch den Vereinssport verzeichnet die Anlage im V. Wohnkomplex an der ehemaligen Schule mit 59 Prozent⇥lö