Stadtfest
: Ärger über Sperrung vor dem Stadtfest

Weil die Straßen in Eisenhüttenstadt in diesem Jahr einen Tag früher gesperrt wurden, sind etliche Ladeninhaber sauer.
Von
Janet Neiser
Eisenhüttenstadt
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Verärgert: Andrea Rothe aus dem Fotoatelier ist sauer über die diesjährige Sperrung der Lindenallee. Seit Dienstag können dort keine Autos mehr fahren oder parken. Ab Donnerstagvormittag füllte sich die Straße dann langsam und der Bühnenaufbau begann.

Frank Groneberg

Das ist doch ein Totentanz hier“, ärgert sich Andrea Rothe vom Fotoatelier Kucklick und Rothe in der Lindenallee. „Ab Dienstag die komplette Lindenallee zu sperren. Das geht doch nicht. Welcher kleine Händler soll das denn bewältigen?“, fragt sie und es sprudelt weiter aus ihr heraus. In den anderen Jahren seien die Sperrungen fürs Stadtfest immer erst ab Mittwoch gewesen. Nur diesmal nicht. Dabei habe sich im vorderen Teil der Lindenallee bis Donnerstagvormittag so gut wie nichts getan. Die Straße hätte man weiter nutzen können — auch zum Parken, findet sie.

In vielen Fällen weniger Kunden

Auch eine weitere Händlerin von der anderen Straßenseite, die wie andere ihren Namen lieber nicht lesen möchte, schüttelt etwas resigniert mit dem Kopf. „Die haben ja nicht mal DHL mit Paketen zu uns durchgelassen“, erzählt sie. Das bestätigt auch Andrea Rothe. „Die müssen alles schleppen. Dabei ist deren Zeit doch auch begrenzt. Das ist echt unklar.“

Ein paar Meter weiter ist noch eine Ladeninhaberin: „Es ist zum Kotzen“, schimpft sie wie ein Rohrspatz. „An den Mittwoch haben wir uns ja gewöhnt und wir sehen auch ein, dass die aufbauen müssen. Aber nun noch früher? Das verstehen wir nicht. Aber wir bekommen einen Brief mit der Bitte, für das Stadtfest zu spenden.“ Dass vor und während des Stadtfestes in vielen Fällen weniger Kunden kommen, daran haben sich die meisten gewöhnt. Dass nun ein weiterer Geschäftstag unter erschwerten Bedingungen abläuft, ärgert sie.

Silke Wander von den gleichnamigen Wäschemoden bleibt gelassener: "Ja, es ist einen Tag früher als sonst“, sagt sie. „Aber hier hinten haben sie auch wirklich am ersten Tag schon angefangen aufzubauen. Und ich hatte diesmal auch gut zu tun. Die Kunden kamen trotzdem.“ Für etwas Kritik hatte zudem gesorgt, dass die Ladeninhaber vorab nicht extra über die Straßensperrungen informiert worden waren, sondern auf Medien angewiesen waren.

Man habe bereits vor Jahren eine Vereinbarung mit der Händlervereinigung Pro City getroffen, dass diese sich melden soll, wenn es Probleme oder Kritik im Bezug auf das Stadtfest gibt, sagt Martina Harz, Fachbereichsleiterin Bürgerservice und Verantwortliche für das Stadtfest. Bis Donnerstag war ihr keine Kritik zu Ohren gekommen. Sie zeigt sogar Verständnis dafür, dass die frühere Sperrung des Festgeländes — ansonsten war es immer der Mittwoch — zu Verwirrung und Verärgerung geführt haben kann. Gleichzeitig erklärt sie aber auch, warum diese Maßnahme notwendig gewesen war: „Die Agentur hat uns mitgeteilt, dass sie als Produzent einen Tag mehr Vorlauf benötigt, weil sie mehr Einbauten in das Veranstaltungsgelände einbringt, mehr Stände, mehr Fahrgeschäfte und mehr Szeneflächen.“ Da habe man als Stadt zugestimmt. Zudem sei der logistische Vorlauf nötig, um das Strom–, Wasser– und Abwassernetz vorzubereiten. Die Arbeiten, die da laufen, würden aber von vielen Außenstehenden gar nicht wahrgenommen. Auch für den Bühnenaufbau in der Lindenallee habe man technisch einiges vorbereiten müssen. Die frühere Sperrung sei erst nicht geplant gewesen, aber der Bitte danach sei man Anfang August nachgekommen.

Gewi ohne eigenes Zelt

Martina Harz dankt den Gewerbetreibenden aber auch, denn sie hätten wieder dafür gesorgt,  dass es zum Stadtfest Präsentkörbe gibt. Und sie weist darauf hin, dass jeder Ladeninhaber sich vorab hätte melden können, um zu fragen, wie er sich während des Stadtfestes extra präsentieren könnte. Die Gebäudewirtschaft wird dies diesmal übrigens nicht mit einem eigenen Zelt machen, sondern ist in das Programm des Hütte–Treffs integriert worden.

Dabei gewesen wäre gern auch der Help–Verein, teilt uns Günter Fromm mit. So wie in den Vorjahren habe man gebrauchte Bücher für einen kleinen Obulus unter die Besucher bringen wollen. Doch diesmal geht das nicht. „Wir werden in diesem Jahr mit der Ausnahme der Cateringstände keine Verkaufsstände zulassen (können)“, heißt es in der schriftlichen Antwort auf seine Nachfrage aus dem Rathaus. Ansonsten habe die Agentur Artecom Vereine wegen des Stadtfestes rechtzeitig angeschrieben, teilt Martina Harz mit. Das sehe man auch an der Gala der Region.