Streit um Veranstaltung
: Asbest explodiert im Osterfeuer in Müllrose

Nach dem Rückzug des Veranstalters soll die Stadt Müllrose das Osterfeuer übernehmen und alle Kosten tragen. Doch es gibt Widerstand.
Von
Frank Groneberg
Müllrose
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Flammen bis zum Himmel: das Müllroser Osterfeuer. Nach dem Rückzug des Veranstalters soll die Stadt Müllrose übernehmen und alle Kosten tragen. Doch es gibt Widerstand.

Privat

„Das größte Osterfeuer in der Region“ — so wurde die Party jahrelang beworben. Damit ist jetzt Schluss. Zum einen hat der Veranstalter — ein Caterer aus Müllrose — das Handtuch geworfen, da die Kosten für das „Event“ mit immer mehr Besuchern auch immer weiter gestiegen sind. Zum anderen hat auch die Freiwillige Feuerwehr die Notbremse gezogen und erklärt, sie werde das Osterfeuer auf dem Schützenplatz nicht mehr entzünden. Denn nachdem über Jahre rücksichtslose Mitmenschen immer wieder ihren Sperrmüll im Holzstapel entsorgt haben, kam es im vergangenen Jahr zum großen Knall. Und das buchstäblich. In dem riesigen Holzstapel waren nämlich Asbestzementplatten versteckt. Und der Asbestzement explodierte in der Hitze des Feuers. „Die Asbeststücke sind explosionsartig durch die Luft geflogen“, berichtete der Stadtverordnete Reno Hölzke am Donnerstag während der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung (SVV), „es bestand Gefahr für Leib und Leben.“ Ulrich Zimmer widersprach, man solle hier keine „Mücke zum Elefanten machen“. Doch ein Feuerwehrmann bestätigte: „Wir machen hier keine Mücke zum Elefanten. Wir Feuerwehrleute hatten Schutzkleidung an — die Besucher nicht. Wir fragen: Warum muss das Osterfeuer so groß sein? Wir empfehlen einen anderen Platz und sind bereit, ein Osterfeuer auch 2020 zu begleiten — aber nur, wenn es deutlich kleiner ist als bisher.“

Stadt soll 2000 Euro zahlen

Für den Caterer soll nun die Stadt einspringen. Das sieht eine Beschlussvorlage vor, die den Stadtverordneten erst vor Sitzungsbeginn übergeben wurde und die auch nicht auf der Tagesordnung stand. Demnach soll die Stadt als Veranstalter auftreten, 2000 Euro sollen dafür in den Haushalt eingestellt werden. Das Organisieren soll dem Haus des Gastes übertragen werden. Angeblich habe die Einrichtung „angeboten“, die Organisation zu übernehmen. Doch das stimmt nicht. Die Mitarbeiter haben derzeit genug zu tun mit der Umzugsvorbereitung, dem Packen von Kisten, dem Aufbau der Osterausstellung und anderem mehr. Nach MOZ–Informationen wurde das Haus des Gastes vielmehr durch die Amtsverwaltung dazu aufgefordert, die Organisation zu übernehmen.

Osterfeuer künftig kleiner

Ingomar Friebel wies darauf hin, dass die Stadt vor Ostern keinen Haushalt haben wird, solche Ausgaben also gar nicht zulässig sind. Reno Hölzke betonte, er sei erstaunt, dass solche Vorlage ad hoc beschlossen werden soll, ohne vorher im Tourismusausschuss behandelt worden zu sein. „Ich bin dafür, dass so ein Osterfeuer ordentlich vorbereitet wird und wir es in diesem Jahr ausfallen lassen.“ Mehrere Redner sprachen sich dafür aus, das Osterfeuer künftig deutlich kleiner zu machen, „für die Müllroser und familiär“. Bürgermeister Thomas Kühl warb dafür, sofort einen Beschluss zu fassen — „sonst gibt es dieses Jahr kein Osterfeuer“.

Die Amtsverwaltung zog die Vorlage zurück, will am 10. März dem Hauptausschuss eine neue Beschlussvorlage vorlegen. Die SVV vollzog eine Trendabstimmung: „Wer ist dafür, dass das Osterfeuer in kleinerer Variante in Müllrose durchgeführt wird?“, lautete die sehr allgemein gehaltene Frage. Dem stimmten alle Müllroser Stadtverordneten zu.