Tanken in Deutschland
: Gefahr bei Hitze – was Autofahrer wissen sollten

Hohe Temperaturen ziehen veränderte Bedingungen im Straßenverkehr nach sich. Auch in Sachen Tanken gibt es vieles zu beachten. Ein Feuerwehrmann aus der Region gibt Tipps.
Von
Hagen Bernard
Eisenhüttenstadt
Jetzt in der App anhören
Tanken Symbolbild: ARCHIV - 06.09.2020, Bayern, München: Eine Frau hält an einer Tankstelle an einer Zapfsäule eine Zapfpistole in der Hand und betankt ein Auto. (zu dpa: «Wo es sich auf dem Weg in die Pfingstferien günstig tankt») Foto: Sven Hoppe/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Beim Tanken: Eine Frau hält die Zapfpistole in der Hand. Was sollte bei sommerlicher Hitze beim Tanken besonders beachtet werden? (Symbolbild)

Sven Hoppe/dpa
  • Bei Sommerhitze Tanks nicht randvoll füllen – Kraftstoff dehnt sich aus, Auslaufen droht.
  • Fahrzeuge im Schatten parken, um Kraftstofferwärmung und Brandgefahr zu vermeiden.
  • Reservekanister: Zulässige Mengen und Vorschriften variieren je nach Land – in Deutschland max. 60 Liter.
  • Kunststoffkanister max. 5 Jahre nutzbar; Diesel darin nur 6 Monate haltbar, Benzin 3 Monate.
  • Metallkanister robuster, Benzin bis zu 10 Jahre lagerbar, aber DIN-Norm 7274 beachten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Bei großer Sommerhitze ändert sich nicht nur das Verhalten vieler Autofahrer, sondern auch das des Kraftstoffs im Fahrzeugtank.

Rund um Eisenhüttenstadt warnen Experten vor den Risiken, die mit randvollen Tanks bei hohen Temperaturen einhergehen. So sollte der Tank bei großer Sommerhitze nicht randvoll gefüllt sein. Der Kraftstoff kommt bei etwa 15 Grad Celsius aus gekühlten Erdtanks. Laut Hinweisen der Dekra dehnen sich 50 Liter Kraftstoff bei einer Temperatursteigerung um 20 Grad Celsius um etwa einen Liter aus.

Bei Hitze möglichst im Schatten parken

Bei einer randvollen Füllung würde daher ein Auslaufen drohen. Da Kraftstoff leicht entflammbar ist, besteht damit eine potenzielle Brandgefahr. Daher sollte das Fahrzeug während der Hitze möglichst im Schatten geparkt werden, um eine zusätzliche Erwärmung des Kraftstoffs zu vermeiden.

Zwar berichten die Amtsfeuerwehren in Brieskow-Finkenheerd und Neuzelle von keinen bekannten Fällen von Bränden durch Überfüllung, sie betonen jedoch die vorhandene Gefahr. Der Neuzeller Amtswehrführer David Schulz rät daher dringend, das Tanken zu beenden, sobald sich die Zapfpistole zum ersten Mal automatisch abschaltet.

Besondere Vorsicht bei Motorrädern und Kanistern

Besondere Vorsicht gilt bei Motorrädern, die oft leicht geneigt abgestellt werden. Ein randvoller Tank kann hier dazu führen, dass Benzin durch die Entlüftungsleitung auf heiße Auspuffteile gelangt und sich entzündet.

Auch beim Mitführen von Kraftstoffkanistern ist Vorsicht geboten. Besonders in Kunststoffkanistern können sich schnell Dämpfe bilden, die zu einer Auswölbung des Behälters führen.

Gerade im Sommer sollte man die Vorschriften zum Mitführen von Kraftstoffbehältern nicht aus den Augen verlieren. Das gilt vor allem auch für Fahrten ins Ausland, wo wegen unbekannter Strecken gern ein Reservekanister mitgeführt wird.

Allerdings ist das Mitführen eines befüllten Reservekanisters beispielsweise in Bulgarien, Kroatien und Rumänien verboten. In Polen, Estland, Litauen, Nordmazedonien und der Slowakei sind maximal 20 Liter in Kanistern zugelassen, in der Schweiz, Liechtenstein und der Türkei beträgt die Höchstgrenze 25 Liter. In Spanien, Tschechien, Ungarn, Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, Lettland, den Niederlanden, Österreich, Portugal und Slowenien sind bis zu 10 Liter erlaubt. In Serbien und Montenegro dürfen es nur 5 Liter sein.

Aussonderungsfristen für Kraftstoffkanister

Wer zudem mehr als 20 Liter Sprit nach Deutschland einführt, muss Zoll entrichten. Immerhin sind in Deutschland Kraftstoff-Behälter im Pkw bis zu 60 Liter zugelassen, die Höchstmenge insgesamt darf 240 Liter betragen.

Bei der Nutzung von Kanistern ist zudem die Haltbarkeit zu beachten. Laut David Schulz gibt es für die Kraftstoffkanister Aussonderungsfristen. Fässer beziehungsweise Kanister aus Kunststoff dürfen höchstens fünf Jahre für Gefahrengüter wie Kraftstoff genutzt werden. Die Frist beginnt ab dem Herstellungsdatum des Kanisters.

Diesel in Kanistern nur sechs Monate haltbar

Kunststoffkanister haben in der Regel eine Lebensdauer von fünf bis zehn Jahren. Bei sichtbaren Verformungen oder Rissen sollten sie ersetzt werden. Metallkanister sind hingegen robuster und vor allem auch besser abgedichtet. Aus ihnen entweichen weniger Benzindämpfe. Daher könnte in ihnen Benzin theoretisch bis zu zehn Jahre aufbewahrt werden.

Hingegen wird für Kunststoffkanister die Haltbarkeit für Diesel mit sechs Monaten und die von Benzin mit drei Monaten angegeben. Auch im Metallkanister gilt für Diesel nur ein halbes Jahr.

Jeder Reservekanister benötigt die Zulassung nach DIN-Norm 7274. Er muss verschließbar, dicht und bruchsicher sein. Problemlos kann er mit Diesel nach Benzin und auch umgekehrt befüllt werden.