Tiere: Wenn die Pfötchen schmerzen - Tierphysiotherapeutin hilft in Eisenhüttenstadt

Mit viel Ausdauer und Liebe: Ellen Reiner kümmert sich in ihrer Physiotherapie-Praxis für Tiere um verschiedene Vierbeiner. An diesem Tag ist Beagle-Hündin Amy bei ihr.
Anne BennewitzAufgeregt kommt Amy herein, schwanzwedelnd begrüßt sie Ellen, leckt ihr über die Hand. Die beiden kennen sich inzwischen seit fast sieben Jahren. Amy ist ein Beagle-Mischling mit angeborener Deformation der Vorderpfoten. Ellen hilft ihr dabei, dieses Defizit zu kompensieren, sodass ungünstige Haltungs- und Bewegungsgewohnheiten keine weiteren Probleme nach sich ziehen, kurzum eine OP zu umgehen. Doch Amy hat noch eine weitere „Baustelle“. Vor einigen Wochen wurde sie aufgrund eines Kreuzbandrisses operiert, so wie auch schon vor zwei Jahren. Auch deshalb kommt sie zu Ellen.
Ellen Reiner aus Steinsdorf ist seit 2015 zertifizierte Tierphysiotherapeutin und Chiropraktikerin für Hunde, Katzen und Pferde, „für alles, was vier Beine hat“, sagt sie. In einem Fernstudium hat sie die private Ausbildung nebenberuflich absolviert. Die Arbeit mit Tieren ist für sie ein Ausgleich zur hauptberuflichen Tätigkeit als medizinische Fachangestellte, ein Job, der oft stressig ist. "Man braucht viel innere Ruhe, um Vertrauen zu den Tieren aufzubauen“, erklärt sie. Im Umgang mit Tieren aber findet sie überhaupt erst innere Ruhe.
Schon als Kind hat Ellen Reiner Haustiere besessen, Hunde, Pferde und Katzen. Ein Leben ohne Tiere kann sie sich nicht vorstellen. Bisher bot Ellen Reiner ihre Dienste für die Vierbeiner mobil an.
Aufklärungsarbeit notwendig
Seit Mitte Juli unterhält sie eine eigene Praxis in Steinsdorf. Bis zu 20 Stunden Mehrarbeit pro Woche – zusätzlich zu ihrem 40-Stunden-Vollzeitjob – bedeutet das für die junge Mutter. Die aber spricht weniger von „Arbeit“, sondern vielmehr von einer „großen Leidenschaft“.
Anfangs musste Ellen Reiner viel Aufklärungsarbeit leisten. Schließlich ist ihr Angebot einzigartig in der Region. „Viele waren skeptisch und wussten nicht, wozu Tiere einen Chiropraktiker oder Physiotherapeuten benötigen“, sagt sie. Blockaden, Verspannungen und Fehlstellungen, zählt Ellen Reiner auf, sind nur einige Beispiele, weshalb Tierbesitzer sie als Chiropraktikerin aufsuchen. Auch verhaltensauffällige Tiere hat sie in Behandlung. Nicht selten liege da ein körperliches Problem zugrunde.