Tierheim in Rüdersdorf
: Virus ausgebrochen – Station für Katzen abgeriegelt

Nach einem Aufnahmestopp wegen vieler ausgesetzter Tiere sorgt der Ausbruch der Katzenseuche für Stillstand in der Auffangstation Rüdersdorf. So ist die Lage im Tierheim.
Von
Claudia Braun
Rüdersdorf bei Berlin
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Eine für Katzen hoch ansteckende Krankheit ist im Quarantänebereich der Katzenauffangstation in Rüdersdorf bei Berlin ausgebrochen. Das bedeutet Einschränkungen für Tier und Mensch.

Eine für Katzen hoch ansteckende Krankheit ist im Quarantänebereich der Katzenauffangstation in Rüdersdorf bei Berlin ausgebrochen. Das bedeutet Einschränkungen für Tier und Mensch.

Claudia Braun
  • Katzenseuche (Parvovirose) bricht in Rüdersdorfer Katzenstation aus – Quarantänebereich betroffen.
  • Station bis auf Weiteres geschlossen – Besucher und Tiervermittlungen nicht möglich.
  • Virus vermutlich von freilebender Katze eingeschleppt – Appell: Freigänger kastrieren lassen.
  • Sommerfest abgesagt – Spenden für Hygieneartikel und Medikamente dringend benötigt.
  • Parvovirose: Hochansteckender Katzenerreger, oft tödlich für Jungtiere, nicht auf Menschen übertragbar.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Eigentlich hatten die Engagierten des Tierschutzvereins Strausberg, Rüdersdorf und Umgebung gedacht, schlimmer kann es in diesem Sommer nicht kommen. Nicht nur, dass sich in ihrer Katzenauffangstation die Tiere sprichwörtlich stapelten und sie bereits einen Aufnahmestopp verhängen mussten. Auch Behörden baten sie, sich um streuende Katzengruppen zu kümmern. Hinzu kamen drei vor ihren Toren ausgesetzte Notfälle. Und nun das: „In unserer Quarantäne ist Parvovirose ausgebrochen, eine für Katzen hoch ansteckende Krankheit“, informiert Corinna Ritter, Sprecherin und Vorstandsmitglied des Vereins.

Damit ist das Tierheim in Rüdersdorf bei Berlin quasi lahmgelegt, wie Corinna Ritter weiter ausführt. Um die Verbreitung des Virus zu stoppen, müssen jetzt strengste Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Tierpfleger dürfen die Räume nur noch in Schutzkleidung betreten.

Besuchern und Interessierten, die eine Katze aufnehmen möchten, ist der Zutritt zur Station vorerst gänzlich untersagt. „Ausgerechnet jetzt, wo wir auf Vermittlungen von Tieren angewiesen wären“, so Ritter. Zudem ist das Sommerfest am 6. September abgesagt.

Frei lebendes Tier schleppte wohl Virus in Rüdersdorf ein

Wie konnte sich die Katzenseuche, wie die Parvovirose landläufig auch genannt wird, überhaupt den Weg in die Auffangstation finden? Corinna Ritter teilt mit: „Wie viele Tierschutzvereine kastrieren wir frei lebende Katzen, damit diese sich nicht noch weiter vermehren. Diese frei lebenden Katzen haben oft ein trauriges Leben. Viele schaffen die ersten Monate nicht und versterben aufgrund unzähliger Krankheiten qualvoll.“

Um diesem Tierleid entgegenzutreten, fangen die Tierschützer die Katzen ein, lassen sie von Tierärzten kastrieren und dann wieder am Fundort frei, wenn ihre dauerhafte Versorgung gesichert ist. Bevor das geschehen konnte, schleppte vermutlich eines dieser Tiere das Virus in den Quarantänebereich ein.

Tierheim: Freigänger unbedingt kastrieren lassen

„Deshalb appellieren wir auch immer wieder an alle, deren Katzen Freigänger sind, diese zu kastrieren“, lautet die Bitte der Tierfreundin zum wiederholten Male. Denn die frei lebenden Katzen stammen von genau diesen Tieren mit Auslauf ab. „Ein Großteil dieser Katzen kann nicht im Tierheim bleiben oder gar vermittelt werden. Frei lebende Katzen haben keine Sozialisierung erfahren“, beschreibt sie das Schicksal der verwilderten Hauskatzen. „Wir können nur für sie Sorge tragen, indem sie mit Futter betreut werden und sich nicht mehr vermehren.“

Der Tierschutzverein hofft, durch die ergriffenen Maßnahmen eine weitere Verbreitung des Virus verhindern zu können, um schnell wieder zum normalen Tierheim-Alltag zurückkehren zu können. Da auch die dringend erforderlichen Spenden vom Sommerfest in diesem Jahr wegfallen, bleibt dem Verein nur, auch ohne geselliges Beisammensein, um Zuwendungen zu bitten. „Wir benötigen große Mengen Desinfektionsmittel, Handschuhe, Schutzkleidung und Medikamente. Dadurch entstehen entsprechend hohe Kosten“, ist Corinna Ritter besorgt.

Wer der Katzenauffangstation in Rüdersdorf helfen möchte, findet eine Wunschliste bei einem bekannten Online-Händler oder nutzt folgendes Spendenkonto bei der Sparkasse Märkisch-Oderland; IBAN: DE34 1705 4040 3500 4858 46; BIC: WELADED1MOL.

Was ist die Parvovirose bei Katzen?

Die Katzenseuche, auch bekannt als Panleukopenie oder Feline Parvovirose (FPV), ist eine höchst ansteckende, gefährliche und insbesondere bei Jungtieren meistens tödlich verlaufende Infektionskrankheit. Sie wird durch einen Parvovirus verursacht. Auf den Menschen ist die Erkrankung nicht übertragbar. Der Virus ist sehr widerstandsfähig und resistent gegen Einfrierung oder Austrocknung. Zur Bekämpfung werden hochwirksame Spezialmittel benötigt. (cbr)