Trockenheit: Bei Eisenhüttenstadt ist Waldbrandgefahr weiter sehr hoch

Waldbrandprävention: Revierleiter Martin Heuer (r) berät sich am Hammerschlegelmulcher mit Franz Müller.
Frank Groneberg„Herr Müller schneidet mit seinem Mulcher die Bankette der Wege frei und hilft so dabei, das Lichtraumprofil herzustellen“, erläutert Martin Heuer. Er ist einer von drei Revierleitern im Forstbetrieb der Stiftung Stift Neuzelle. Viereinhalb Meter breit und viereinhalb Meter hoch sei im Idealfall der lichte Raum eines Waldweges, erläutert er. Warum das notwendig ist? „Ausreichender Lichteinfall ist nötig, damit die Wege nach dem Regen schnell abtrocknen können und damit fest und gut befahrbar bleiben.“ Befahrbar vor allem für die schwere Technik der Forst und damit auch im Ernstfall für die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr.
Denn, so stellt Martin Heuer klar: „Die Waldbrandgefahr ist nach wie vor hoch.“ Regen habe an den vergangenen Tagen den Boden zwar angefeuchtet, "aber nur 1 Zentimeter unter der Oberfläche ist meist alles staubtrocken, vielleicht auch mal erst 5 Zentimeter tief“. Dazu komme: „Wir haben fast überall Sandboden, und dieser hält die Feuchtigkeit nicht.“ Überwiegend sei der Boden schon am nächsten Tag wieder staubtrocken — das könne derzeit jeder gut beobachten.
Meist dringt das Wasser aber nicht mal in den Boden ein. Denn was in unserer Region derzeit vom Himmel kommt, ist meist ein Platzregen. Trifft dieser auf den trockenen, ausgedörrten Boden, perlt er einfach ab und fließt davon. „Das ist derselbe Effekt, als wenn man Wasser auf Asche oder auf Staub gießt“, zieht Martin Heuer einen bildhaften Vergleich.
Immerhin habe der Regen, der in diesem Sommer ab und zu fällt, dafür gesorgt, „dass die Vegetation am Boden nicht mehr so trocken ist wie 2018 und 2019“, sagt der Revierleiter. Gräser und Kräuter seien grün, würden sich nicht in Bruchteilen von Sekunden entzünden. Ein Grund zur Entwarnung sei das allerdings nicht, da sich noch sehr viel trockenes Laub und abgestorbenes Gras sowie Reisig am Boden befinde.
Autos gehören nicht in den Wald
Martin Heuer bittet dringend darum, die Waldbrandgefahr ernstzunehmen. „Das Befahren des Waldes ist ganzjährig verboten, das Rauchen sowieso“, betont er. Und er appelliert an die Leute, die Einfahrten zu den Waldwegen nicht zuzuparken. „Im Ernstfall würden dort abgestellte Autos die Feuerwehrfahrzeuge auf deren Weg zum Brandort behindern, wertvolle Zeit ginge verloren.“ Am besten sei es, den Ausflug in den Wald, welcher ja auch ein Ort der Erholung ist, mit dem Fahrrad oder zu Fuß zu machen.
