Trockenheit
: Einsatz voller Tücken für die Feuerwehr bei Müllrose

Nahe Kaisermühl bekämpft die Feuerwehr am Helenesee einen Brand, der sich tief in den Waldboden gefressen hat.
Von
Frank Groneberg
Müllrose
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Geballte Ladung Tanklöschfahrzeuge: Feuerwehren aus dem Schlaubetal und dem Umland im Einsatz

Clipsalat Media/Thomas Reinke

Entdeckt wurde der Brand zur Mittagszeit von der Besatzung eines Hubschraubers der Landespolizei. Die Polizisten beteiligten sich an der Suche nach einem Mann, der am Leißnitzsee als vermisst gemeldet worden war. „Die Hubschrauberbesatzung konnte den Brandort auf den Quadratmeter genau lokalisieren“, berichtet Christian Weiß, Amtswehrführer im Amt Schlaubetal. Der Brandort befand sich nahe dem Südwestufer des Helenesees in der Gemarkung Müllrose.

Um 12.39 Uhr löste die Leitstelle Oderland den Feueralarm aus. Alarmiert wurde als zuständige Feuerwehr die Amtsfeuerwehr Schlaubetal. Entsprechend der Ausrückeordnung wurden die drei Tanklöschfahrzeuge (TLF) aus Müllrose, Bremsdorf und Ragow zum Brandort beordert. Jedes dieser TLF ist mit einem 4000 Liter Löschwasser fassenden Tank ausgestattet. Außerdem rückten der Müllroser Einsatzleitwagen und die Ortswehren aus Müllrose, Merz und Mixdorf mit Technik und Einsatzkräften aus.

Vor Ort stellte Einsatzleiter Marco Hilse, stellvertretender Ortswehrführer in Müllrose, fest, dass für die Bekämpfung des Waldbrandes zusätzliche Technik und Einsatzkräfte gebraucht würden. „Die Brandfläche war zwar mit 2500 Quadratmetern nicht allzu groß“, erläutert Christian Weiß. „Aber es zeigte sich, dass sehr viel Wasser nötig war. Viel mehr als üblich.“

Warum? Der Waldboden ist in diesem Bereich mit einer dicken Humusschicht, die bis zu 30 Zentimeter stark ist, bedeckt. Und Humus ist gut brennbar. „Das Feuer hatte sich in der Humusschicht tief in den Waldboden reingefressen“, erklärt der Amtswehrführer. "Das bedeutet: Man braucht sehr viel Wasser, um in den Boden vorzudringen und dort die Glutnester zu löschen.“

Die 12 000 Liter Wasser der drei TLF aus dem Amt Schlaubetal reichten natürlich nicht lange. Und allein würden es die Schlaubetaler Feuerwehrleute auch nicht schaffen, zügig ausreichend Löschwasser heranzuschaffen und das Feuer zu bekämpfen, schätzte Einsatzleiter Marco Hilse ein. Er löste deshalb zwei Nach­alarmierungen aus. Zuerst wurde die Feuerwehr des Amtes Brieskow–Finkenheerd nachalarmiert, die mit zwei TLF und weiteren Löschfahrzeugen aus Wiesenau und Brieskow–Finkenheerd anrückte. Wenig später wurden im Zuge einer zweiten Nachalarmierung zwei TLF aus Frankfurt zum Einsatzort geschickt.

Drei Feuerwehrleute verletzt

Mit dieser geballten Ladung Tanklöschfahrzeugen wurde ein Pendelbetrieb eingerichtet. Die TLF fuhren zur Wasserentnahmestelle im Friedrich–Wilhelm–Kanal, nahmen dort Wasser auf, brachten das Wasser zum Einsatzort und fuhren, sobald ihre Tanks leer waren, erneut zum Kanal.

Bis nach 18 Uhr kämpften die Einsatzkräfte gegen den Waldbrand. Insgesamt 79 Feuerwehrleute waren letztlich im Einsatz. Drei von ihnen wurden dabei verletzt, eine Feuerwehrfrau wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Zur Brandursache laufen jetzt polizeiliche Ermittlungen. Vermutet wird, dass der Brand durch einen Blitzeinschlag ausgelöst worden ist: Ein Baum, in den offensichtlich ein Blitz eingeschlagen war und von dem aus sich das Feuer dann ausgebreitet haben könnte, wurde bei der abschließenden Begehung entdeckt.