Tweed Ride
: Die etwas andere Radtour

Zum zweiten Mal fand der Müllroser Tweed Ride statt und brachte 100 Nostalgiker zusammen.
Von
René Matschkowiak
Müllrose
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  • Aufruf zum Start: Zum zweiten Mal ging der Tweed Ride in Müllrose am Sonnabend über die Bühne. Etwa 100 Enthusiasten, oftmals mit alten Fahrrädern, hatten sich für die spezielle Tour gemeldet. Reno Hölzke blies zum Start in das Horn Kaiser Wilhelms des II und stieg ebenfalls auf sein Rad aus dem Jahre 1898.

    Aufruf zum Start: Zum zweiten Mal ging der Tweed Ride in Müllrose am Sonnabend über die Bühne. Etwa 100 Enthusiasten, oftmals mit alten Fahrrädern, hatten sich für die spezielle Tour gemeldet. Reno Hölzke blies zum Start in das Horn Kaiser Wilhelms des II und stieg ebenfalls auf sein Rad aus dem Jahre 1898.

    René Matschkowiak
  • Stilvoll: Renate Witzleben und Eckard Lillge zelebrierten den Tweed Ride mit alten Rädern und Picknick-Korb.

    Stilvoll: Renate Witzleben und Eckard Lillge zelebrierten den Tweed Ride mit alten Rädern und Picknick-Korb.

    René Matschkowiak
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So hatte der Berliner Lutz Matterne ein Fahrrad dabei, das bei genauem Hinsehen für Nachfragen sorgte. Keine Kette und kein Ritzel sind zu entdecken. Das Dürrkopp-Rad hat einen Kardanantrieb. „Ich habe das bei Ebay entdeckt“, erzählt er. Im Gegensatz zu alten Autos kann man sich seine Fahrradschätze in das Wohnzimmer mitnehmen und so hängt das Rad bei Fahrradliebhaber Matterne zu Hause an der Wand. Für den Tweed Ride wurde es extra abgenommen. „Leute die sich mit alten Fahrrädern beschäftigen, haben einen liebenswürdigen Schlenker“, findet Eckard Lillge. Deswegen macht es auch solchen Spaß beim Tweed Ride dabei zu sein. „Im letzten Jahr haben wir es verpasst“, sagt Lebensgefährtin Renate Witzleben. Diesmal wollten die beiden unbedingt mitfahren und das mit standesgemäßen Rädern. Sie auf einem Adler-Rad von 1948, er auf einem Diamant-Rad aus den 60er Jahren.  Im Picknickkorb haben sie Käse und Rotwein dabei, schließlich geht es nicht um Geschwindigkeit, wie Organisator Reno Hölzke erklärt.

2009 wurde der erste Tweed Run in London ins Leben gerufen. Damals mit dreißig Teilnehmern in der englischen Metropole . Zum zehnjährigen Jubiläum der Bewegung sind es in Müllrose mehr als dreimal so viel. In Zeiten des Brexit will der Tweed-Liebhaber Hölzke zeigen, dass nicht alles schlecht ist in England, meint er mit einem Lachen. Der Müllroser Tweed Ride soll eher das Lebensgefühl der zwanziger und dreißiger Jahre wiedergeben, als das er auf Höchstleistungen aus ist. So ist die etwa 16,5 Kilometer lange Strecke, die etwas mehr als zehn Meilen entspricht, für Veloenthusiasten eher zum Aufwärmen geeignet. Immerhin gibt es auf der Runde noch eine einstündige Pause für sein eigenes Picknick. Lockeres pedalieren war angesagt, passend dazu hat Detlef Krumm gar ein englisches Rad am Start. „Das Rad der Marke Nottingham ist ein Garagenfund gewesen“, erzählt er. Außer neuen Reifen war bei dem 50 Jahre alten Fahrrad nicht viel zu tun. „Für Müllrose ist diese Veranstaltung toll.“

Ein echter Experte für sogenannte Halbrenner ist René Freydank aus Ludwigsfelde. Mit so einem umgebauten Tourenrad der 30er-Jahre nimmt er auch am Tweed Ride teil, hat aber auch welche als Ausstellungsstücke dabei. „Mein Sohn hat mich mit der Leidenschaft angesteckt“, sagt Harry Freydank, der ein altes Mifa Rad zum Start schiebt. Selbst Kaiser Wilhelm hat sich auf nach Müllrose gemacht. „Es ist Kaiserwetter und wir fahren an Kaisermühl vorbei, da muss auch der Kaiser dabei sein.“ Unter der Uniform steckt Benno Radke. Berliner Original und auch als Hauptmann von Köpenick im Berliner Stadtteil unterwegs. Natürlich hat auch er ein besonderes Rad mitgebracht. Ein Souverän aus dem Jahre 1898, meint er nicht ohne Stolz. Passend zur Kaiserzeit eben. Der Erlös der Veranstaltung, alle Teilnehmer haben 10 Euro Startgeld bezahlt, kommt in diesem Jahr der Robotik AG der Müllroser Grund- und Oberschule zu Gute.

Hier beginnt der Infotext fett danach wieder normal⇥Autor XXX