Übung: Großalarm für die Feuerwehr im Schlaubetal
Doch eine solche Havarie mit einem kompletten Stromausfall — sie ist jederzeit auch hier in der Region denkbar. Und dann muss sichergestellt sein, dass lebenswichtige Einrichtungen wie Krankenhäuser, Einsatzzentralen des Katastrophenschutzes und die Feuerwachen trotz fehlender zentraler Energieversorgung arbeiten können beziehungsweise schnell arbeitsfähig gemacht werden.
Die Freiwilligen Feuerwehren im Amt Schlaubetal sind auf einen solchen Notfall bestens vorbereitet. Das ist — kurz gefasst — das Ergebnis einer Großübung, für die kürzlich alle zwölf Ortswehren alarmiert worden sind. „Ich war vollkommen zufrieden“, bescheinigt Amtswehrführer Christian Weiß nach der Auswertung der Übung allen Beteiligten eine sehr gute Arbeit. „Ich hatte vorher doch ein paar Bauchschmerzen“, gesteht er ein, „da eine solche Übung für alle Kameraden Neuland war. Aber: Es hat alles tadellos funktioniert.“
Alarm für alle zwölf Ortswehren
Das Szenario der Großübung: Im gesamten Amt Schlaubetal ist flächendeckend und für längere Zeit die Stromversorgung ausgefallen. Im Feuerwehrgerätehaus in Müllrose musste nun eine technische Einsatzleitung aufgebaut werden. Zwei Stunden hatte die Ortswehr Müllrose Zeit dafür, für das Gerätehaus eine externe Stromversorgung aufzubauen — mithilfe eines modernen Stromerzeugeranhängers, von dem aus Strom in das Netz des Feuerwehrgerätehauses eingespeist wird.
„Wir haben uns zum Üben den Anhänger des Landkreises ausgeliehen“, erklärt Christian Weiß. „Noch in diesem Jahr bekommen wir nämlich für die Amtsfeuerwehr einen baugleichen Anhänger.“ Das Aggregat dieses Hängers wird einen Anschlusswert von 50 Kilovoltampere (kVA) haben. Eingesetzt werde der Hänger für die Ausleuchtung von Einsatzstellen, den Betrieb von Pumpen oder eben — und das kann kein tragbares Notstromaggregat — für die Einspeisung von Strom in Gebäude. „Wenn unser Hänger kommt, wissen wir dank der Übung, wie wir damit umgehen müssen“, sagt der Amtswehrführer. „Über den Hänger wurde das gesamte Gerätehaus versorgt, auch die Heizung und die EDV.“
Im zweiten Teil wurde die Kommunikation zwischen der Einsatzleitung und den Einsatzkräften trainiert. Über die digitalen Funkgeräte in den Fahrzeugen bekamen die Feuerwehrleute Koordinaten ihrer Einsatzorte genannt, die sie dann mithilfe der Karten finden mussten. Dafür war auch ein Rufgruppenwechsel nötig, denn: „Im Tagesgeschäft wird direkt mit der Leitstelle Oderland kommuniziert“, sagt Christian Weiß, „bei Flächenlagen ist die Führungsorganisation eine andere: Da kommuniziert die Leitstelle mit der Einsatzleitung und diese mit den Einsatzkräften.“
67 Feuerwehrleute im Einsatz
So funktioniere das auch bei Waldbränden, und das müsse geübt werden. Die Großübung mit 67 Feuerwehrleuten wurde von zwei Experten für Kommunikation unterstützt. Beobachter waren auch Vertreter der Amtsverwaltung und des Amtsausschusses. „Ein großer Dank gebührt allen Kameraden, die auch diese Übung in ihrer Freizeit absolviert haben“, betont Christian Weiß.


