Umweltfrevel
: Müllberg im Wald wird entsorgt

Die Forstbehörde lässt den Unrat aus dem Wald bei Rießen nun doch abtransportieren.
Von
Frank Groneberg
Rießen
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Abgekippt: So sah der Müllberg im Mai aus.

Frank Groneberg

Plötzlich geht alles ganz schnell: Am Dienstag hat die MOZ darüber berichtet, dass ein Müllberg, der im Frühjahr auf einer Waldlichtung nahe Rießen abgekippt worden ist, fünf Monate  später immer noch nicht entsorgt worden ist — und noch am selben Tag teilt die Forstbehörde mit, dass der Unrat, der auch gefährliche Stoffe enthält, jetzt doch abtransportiert werden wird. „Wir werden den Müll in der kommenden Woche abholen“, informierte Olf Hempel, zuständiger Revierleiter in der Oberförsterei Siehdichum, am Telefon.

Steuerzahler trägt Kosten

Wir — das sind in dem Falle die Waldarbeiter des Landesbetriebs Forst Brandenburg, deren Aufgabe eigentlich die Hege und Pflege der Wald– und Forstflächen ist. Und das heißt: Der Berg an Haushalts–, Sperr– und Sondermüll, der da seit mehr als fünf Monaten liegt, wird auf Landeskosten beräumt, also auf Kosten der Allgemeinheit. So wie im vergangenen Jahr etliche Mengen Asbestzementplatten, die viele Jahre lang auf Bungalows in der Re­gion als Dachmaterial gedient hatten und dann an verschiedenen Stellen in den Wäldern der Region abgekippt worden waren.

Eindeutige Beweise fehlen

Wie bei den Asbestzementplatten konnte auch im Falle des Müllbergs der Verursacher nicht einwandfrei festgestellt werden. Oder besser: Der Bungalow, aus dem der ganze Müll stammt, wurde zwar gefunden — dem Eigentümer konnte aber nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass er das Zeug im Wald abgekippt hat. "Wir als Behörde sind da in der Beweispflicht“, erklärt Olf Hempel. Und da niemand gesehen hat, wie der Eigentümer den Unrat in den Wald gebracht hat, hatte das Bußgeldverfahren gegen ihn bereits Ende September eingestellt werden müssen.