Pendler müssen sich für ihren Weg zwischen Eisenhüttenstadt und Frankfurt (Oder) auf zum Teil erhebliche Verkehrseinschränkungen und -behinderungen einstellen. Zum einen wird der Zugverkehr zwischen beiden Städten für einen ganzen Monat unterbrochen. Zum anderen gibt es in der Region ab dem 14. November eine einwöchige Straßensperrung, die für deutlich mehr Lkw-Verkehr vor allem in und um Eisenhüttenstadt sorgen wird.
Von der Straßensperrung betroffen sind die Landesstraße L 371 zwischen Eisenhüttenstadt und Ziltendorf (alte B 112) und in der Folge auch die sogenannte Nordtangente, über welche das Industriegebiet Oder-Spree-Kanal an die B 112 angebunden ist. Die L 371 wird vom 14. November bis zum 18. November zwischen der Anbindung an die B 112 (Abfahrt Pohlitz) und dem Abzweig nach Ziltendorf gesperrt. Grund dafür sind Arbeiten an den beiden Brücken. Die Brücken überspannen zum einen den Oder-Spree-Kanal und zum anderen die Bahngleise. Auf beiden Brücken muss die Asphaltdeckschicht teilweise erneuert werden.

Lkw müssen durch Eisenhüttenstadt fahren

Zwischen beiden Brücken befindet sich der Kreisel, der die Nordtangente an die L 371 anbindet. Dieser Kreisel muss wegen der Arbeiten an den Brücken ebenfalls gesperrt werden. Das bedeutet: Lkw und andere Fahrzeuge müssen für ihren Weg zum Industriegebiet Oder-Spree-Kanal (Papierfabrik, ArcelorMittal und andere) und wieder hinaus eine Umleitung über Eisenhüttentadt und die Oderlandstraße nehmen. Der Lkw-Verkehr durch Eisenhüttenstadt wird daher in der nächsten Woche deutlich zunehmen – vor allem auf der Beeskower Straße und der Oderlandstraße.
Die Umleitung von Eisenhüttenstadt nach Wiesenau und Brieskow-Finkenheerd führt über die B 112 bis zum Anschluss Brieskow-Finkenheerd. Alternativ kann auch die L 372 zwischen Eisenhüttenstadt und Ziltendorf genutzt werden. Aus Richtung Frankfurt (Oder) muss für Fahrten nach Ziltendorf am Abzweig Brieskow-Finkenheerd der B 112 abgefahren werden.
An der Straßenbrücke, die auf der L 371 die Bahngleise überspannt, hat am Donnerstag eine umfangreiche Brückenprüfung begonnen. Spezialisten der GMG Ingenieurgesellschaft mbH Dresden untersuchen den Brückenkörper aus Stahl, kontrollieren ihn auf Risse und Ausformungen (Beulen) und andere Schäden. Der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg hat die Prüfung beauftragt. Es handelt sich um eine Baumwerksprüfung – eine Hauptprüfung, die alle sechs Jahre durchgeführt wird. Dabei wird die Brücke „nach einem systematisierten Verfahren geprüft und vorgefundene Schäden nach den Kriterien Standsicherheit, Verkehrssicherheit und Dauerhaftigkeit bewertet“, teilt der Landesbetrieb mit.
Sperrung: Die L 371 (alte B 112) zwischen Ziltendorf und dem Abzweig Pohlitz der B 112 kann eine Woche lang nicht befahren werden. Grund sind Bauarbeiten auf den beiden rot markierten Brücken.
Sperrung: Die L 371 (alte B 112) zwischen Ziltendorf und dem Abzweig Pohlitz der B 112 kann eine Woche lang nicht befahren werden. Grund sind Bauarbeiten auf den beiden rot markierten Brücken.
© Foto: Landesbetrieb Straßenwesen
Dank der dabei eingesetzten Spezialtechnik kann der Fahrzeugverkehr einspurig über die Brücke geleitet werden. Das Aufstellen eines Gerüsts unter der Brücke ist nicht nötig. Die Fachleute setzen ein Brückenuntersichtgerät vom Typ LB 20 ein. Dieses sieht aus wie ein großer Autokran. An seinem stählernen Ausleger hängt eine Arbeitsplattform – ein Steg, der von der Brücke aus über das Geländer hinweg unter den Brückenkörper geführt werden kann. Dieser Steg kann bis auf eine Länge von 20 Metern vergrößert werden – die Brückenprüfer können sich auf ihm auf voller Breite unter der Brücke bewegen.

Brückenprüfung läuft seit Donnerstag

Die Brücke ist 105 Meter lang und war im Jahr 1968 fertiggestellt worden. Am Donnerstag haben die Brückenprüfer zunächst jenen Abschnitt untersucht, unter dem sich keine Gleise befinden. In den Nächten von Freitag zu Sonnabend und von Sonnabend zu Sonntag werden sie die Bereiche über den Bahngleisen in Augenschein nehmen. Das ist nur möglich, wenn keine Züge fahren. Sowohl der Bahnverkehr auf den Gleisen von ArcelorMittal als auch jener auf der Bahnlinie zwischen Frankfurt (Oder) und Eisenhüttenstadt müssen unterbrochen sein und die Oberleitungen abgeschaltet sein.
Der Landesbetrieb Straßenwesen nutzt für die Brückenprüfung eine fast einmonatige Sperrzeit auf der Bahnstrecke zwischen Frankfurt (Oder) und Eisenhüttenstadt. Von Freitagabend (11. November), 21 Uhr, bis zum Morgen des 10. Dezember werden auf dieser Strecke keine Züge fahren. Alle Züge der Linien RE 1 und RB 11 werden durch Busse ersetzt. Die meisten Ersatzbusse verkehren zwischen Frankfurt (Oder) und Eisenhüttenstadt, einige auch zwischen Frankfurt (Oder) und Guben. Alle Fahrpläne sind auf der Internetseite www.bauinfos.deutschebahn.com veröffentlicht.