Vermisst in Eisenhüttenstadt
: Mädchen (16) hat sich aus Dortmund gemeldet – so geht es ihr

UPDATE: In Eisenhüttenstadt wurde eine 16-jährige Jugendliche vermisst. Die Familie versuchte tagelang Kontakt aufzunehmen, auch die Polizei war involviert. Nun gibt es ein Lebenszeichen aus Dortmund.
Von
Janet Neiser
Eisenhüttenstadt
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Eine Jugendliche aus Eisenhüttenstadt wurde vermisst. (Symbolfoto)

Jens Büttner/dpa

Irgendwann in der Dunkelheit muss sie verschwunden sein, Catelyn, 16 Jahre alt, aus Eisenhüttenstadt. „Ich kam am Morgen von meinem Freund nach Hause“, erinnert sich die Schwester Marie Gina (21) an den 15. November 2023. Doch da fehlte bereits jede Spur von dem Mädchen. Auch ihre Mutter und deren Freund hätten nicht mitbekommen, wann genau Catelyn die Wohnung verlassen hat – irgendwann vor 7 Uhr muss es gewesen sein. „Wir wissen nicht, ob sie mitten in der Nacht weg ist oder kurz bevor Mama wach geworden ist.“ Gegen 7 Uhr sei das Verschwinden bemerkt worden.

In die Schule habe die 16-Jährige an diesem Tag nach Angaben der Familie nicht gemusst, weil sie krankgeschrieben gewesen sei. „Man hat nichts gemerkt. Sie war einfach nicht mehr da“, erzählt die Schwester.

Die Jugendliche war schon häufiger ausgerissen

Am Abend zuvor sei Catelyn noch da gewesen, bestätigt die Mutter. „Da war alles gut und normal“, sagt die Schwester. Es habe keinen besonderen Vorfall, keinen Streit gegeben.

Ganz neu ist die Situation für die beiden Frauen dennoch nicht. Catelyn sei schon häufiger weggelaufen. In Fürstenwalde bei einer Freundin sei sie mal aufgetaucht, bei ihrem Ex-Freund, in Hoyerswerda beim Notdienst.

Die 21-Jährige geht davon, dass Catelyn „bewusst abgehauen“ sei. Sie habe nämlich Kontakte zu ihrer Familie und deren Bekannten auf dem Handy blockiert. „Jetzt ist fast eine Woche rum. So lange war sie noch nie weg“, sagt Marie Gina.

Erleichterung am 21. November

Am 21. November 2023 dann kam die erlösende Nachricht: Catelyn geht es offenbar gut. Sie hat sich bei ihrer Familie gemeldet. „Sie ist in Dortmund“, teilte ihr Vater am Abend telefonisch moz.de mit. Ihre Mutter habe sich bereits auf den Weg gemacht, um sie von dort abzuholen. Die 16-Jährige sei jetzt erst einmal beim Jugendnotdienst untergekommen.

Über die genauen Umstände, wie sie nach Dortmund gekommen ist und vor allem warum, ist noch nichts bekannt. Aber Mutter und Tochter haben nach Tagen der Funkstille erstmals wieder miteinander telefoniert, bestätigt der Vater, der erleichtert ist, dass Catelyn nichts passiert ist.

Eine Bestätigung von der Polizei, dass das Mädchen sich gemeldet hat und dass es ihr gut geht, gibt es bislang noch nicht.

Dass das Mädchen vermisst wurde, hatte die Polizeidirektion Ost zu Beginn der Woche bestätigt. Mit der Aufnahme der Vermisstenanzeige sei die Jugendliche zur Fahndung ausgeschrieben worden. Zudem seien bekannte Kontaktadressen von den Beamten bisher erfolglos abgeprüft worden.

„Bei minderjährigen Vermissten muss grundsätzlich eine Gefahr für Leib oder Leben angenommen werden, solange Erkenntnisse oder Ermittlungen nichts anderes ergeben“, erklärte Sprecherin Gina Berthold.

Die Polizei wies darauf hin, dass eine Öffentlichkeitsfahndung nach einer vermissten Person aufgrund des damit verbundenen gravierenden Eingriffs in die Persönlichkeitsrechte der betroffenen Person erst in Betracht komme, wenn eine gegenwärtige Gefahr für Leib und Leben anzunehmen ist oder andere Maßnahmen erschöpft sind.

Familie suchte mithilfe von Facebook

Weshalb die 16-Jährige von Zuhause weggelaufen war, dazu hatte die Polizei keine Erkenntnisse. Die Beamten gaben an, in regelmäßigem Kontakt mit der Mutter und der Schwester der Vermissten gestanden zu haben. Versuche der Kontaktaufnahme mit der Vermissten seitens der Familie und auch seitens der Polizei seien bislang aber erfolglos geblieben.

„Sollte das Mädchen weiterhin fernbleiben, werden weitere Maßnahmen, dann gegebenenfalls auch die Öffentlichkeitsfahndung erwogen“, hieß es seitens der Polizeidirektion. Diese muss nun nicht mehr ausgelöst werden.

Weil sie nicht nur herumsitzen wollte, hatte die große Schwester auf Facebook bereits eine Suche gestartet – die Eltern wussten das.

Geteilt worden war der Beitrag am 20. November bereits von mehr als 500 Personen.

Catelyn könnte auch als „Alina“ in Erscheinung treten

Auch in der Schule in Eisenhüttenstadt hatten die beiden Familienangehörigen nach möglichen Spuren gesucht – ohne Erfolg.

Marie Gina erklärte, dass es Hinweise darauf gibt, dass ihre Schwester unter dem Namen Alina auftritt. Zudem könnte es sein, dass sie vorgebe, volljährig zu sein.

Ein eigenes Konto habe die Ausreißerin nicht. Aber ihr Portemonnaie habe sie dabei. Über wie viel Geld sie verfügt, wusste die Familie nicht.

Hinweis der Redaktion: In der ersten Version dieses Beitrags vom 20. November hatte es noch keine Spur von der 16-Jährigen gegeben. Am Abend des 21. November wurde der Beitrag aktualisiert, nachdem die Familie sich telefonisch bei der Redaktion gemeldet und erklärt hatte, dass Catelyn sich gemeldet habe.