Waldverschmutzung
: Kriminelle Müll-Entsorgung

Zwischen Rießen und Rautenkranz haben unbekannte Täter einen ganzen Gartenlauben-Haushalt illegal im Wald abgekippt.
Von
Frank Groneberg
Rießen
Jetzt in der App anhören

Wütend und fassungslos: Revierförster Olf Hempel zeigt den Haufen Sperr-, Haus- und Sondermüll im Wald.

Frank Groneberg

Tief im Wald zwischen Rießen und Rautenkranz haben rücksichtslose Täter, die noch nicht ermittelt werden konnten, eine ganze Lkw-Ladung Sperr-, Haus- und Sondermüll abgekippt. Auf etwa 5 Kubikmeter schätzt Olf Hempel die Größe des Müllbergs, der seit Anfang April die Natur verschandelt und gefährdet. Der Müllberg enthält alles, was Leute, die einen Wochenendbungalow oder eine Gartenlaube ihr eigen nennen, dort so haben. Campingtische, eine Regentonne und ein Schirmständer aus Plaste, leere Bierdosen, Gartenleuchten und ein großes Partyzelt, Fußbodenbeläge aus PVC und Teppichboden, Jalousien, Fensterrollos und Geschirr, Schuhputzzeug, jede Menge Sandkastenspielzeug und sogar eine kleine Hüpfburg, ein elektrischer Rasenmäher, über Jahre aufgehobene Schrauben und Nägel und diverses Werkzeug, Säcke voller Lumpen, Essensverpackungen und Einkaufskisten liegen dort. Dazu viel Hausmüll und etliche Gegenstände, die als Sondermüll entsorgt werden müssten: eine Liebherr-Tiefkühltruhe, Leuchtstoffröhren, Dämmmaterial und Kanister mit nicht auf den ersten Blick identifizierbarem Inhalt. All das liegt auf einer Schneise mitten im Wald, weit entfernt von allen Straßen oder frei befahrbaren Wegen. Spuren von Zwillingsreifen und die große Menge des Unrats lassen darauf schließen, dass hier jemand mit einem kleineren oder größeren Kipper-Lkw in den Wald gefahren ist und seinen Müll abgekippt hat.

Die Zusammensetzung des Unrats lässt einen weiteren Schluss zu: „Da hat vermutlich jemand eine Gartenlaube oder einen Bungalow ausgeräumt“, sagt Olf Hempel. Vielleicht ist das betreffende Häuschen abgerissen worden, vielleicht wird es jetzt saniert. Die Bußgeldstelle des Landesforstbetriebs hat Ermittlungen aufgenommen, wegen Verstoßes gegen Paragraf 24 (Waldverschmutzung) des Landeswaldgesetzes. Immerhin: In dem Müllberg haben die Förster mehrere persönliche Dokumente gefunden, die möglicherweise auf die Spuren der Täter führen.

2018 hatte die MOZ mehrfach über illegale Entsorgungen von Asbestzementplatten in den Wäldern berichtet. Olf Hempel bittet: "Wer beobachtet, dass jemand mit einem Lkw oder einem anderen Autos in den Wald fährt, sollte sich das Kennzeichen merken und die Polizei verständigen.“

Wir bleiben dran! Möchten auch Sie uns auf Probleme aufmerksam machen, bei denen wir dranbleiben sollen, dann schreiben Sie uns bitte eine E-Mail an die Adresse dranbleiben@moz.de mit dem Betreff Eisenhüttenstadt.