Viele Jahre hatte der Nikolaus in der Lindenallee in Eisenhüttenstadt die Stiefel für die Kinder gefüllt – seit der Corona-Pandemie müssen sie auf diesen kostenlosen Service verzichten. Dafür verteilt erstmalig zu Heiligabend von 10 bis 15 Uhr der Weihnachtsmann an die Halbwüchsigen kostenlos Geschenke.
Willkommen ist jedes Kind. Das versichert Badie Abdulfatah, in dessen Barber-Shop diese Aktion läuft. Der 33-Jährige hatte im Mai dieses Geschäft eröffnet. Seit 2012 lebt der syrische Kurde in Fürstenwalde und betreibt dort bereits drei solcher Läden.
Als er einen halben Kilometer vom Barber-Shop entfernt vor zwei Jahren seinem Cousin in der Straße der Republik half, den Spätkauf einzurichten, habe er festgestellt, dass im Eisenhüttenstädter Stadtzentrum ein richtiger Barber-Shop fehle.

Bald könnten im Barber-Shop auch Frauen bedient werden

Badie Abdulfatah, der in Syrien das Friseur-Handwerk erlernt hatte, mietete diese 200-Quadratmeter- Räumlichkeit an. Gegenwärtig sind in diesem großzügig eingerichteten Salon zwei Mitarbeiter eingestellt, Verstärkung ist durchaus möglich.
„Es kann sein, dass wir hier im nächsten Jahr auch Frauen frisieren“, blickt der Inhaber voraus, der in seinem Geschäft in Eisenhüttenstadt an den Kunden auch selbst schon Hand mit angelegt hatte. Auch ein zweiter Barber-Shop in Eisenhüttenstadt geht ihm bereits durch den Kopf. „Er sollte nicht unbedingt in der Lindenallee liegen, ein, zwei Straßen weiter könnte es schon sein. Hauptsache, es ist noch im Eisenhüttenstädter Zentrum.“
Den Schritt nach Eisenhüttenstadt hat der Kurde keineswegs bereut. „Gemessen an den ursprünglichen Vorbehalten läuft es hier sehr gut. Anscheinend hatte so etwas in Eisenhüttenstadt gefehlt. Die Leute hier sind sehr nett, ich bin sehr zufrieden.“

600 Geschenke liegen bereit

Das scheinen auch die Kunden zu sein. „Ich schaue hier regelmäßig vorbei, mein Sohn lässt sich hier regelmäßig schneiden“, sagt eine Eisenhüttenstädterin mittleren Alters. „Es ist hier großzügig eingerichtet, man nimmt einen Hauch von Luxus wahr, der noch bezahlbar ist. Ich würde mich hier auch mal gern frisieren lassen.“
Die Weihnachtsaktion ist für den Inhaber auch ein Dank an die Eisenhüttenstädter. Sage und schreibe 600 Geschenke möchte er zu Weihnachten nach Eisenhüttenstadt bringen. „Wer zu Weihnachten nicht kommen kann, bekommt ein Geschenk auch später, solange wir hier welche zu liegen haben“, bekräftigt Badie Abdulfatah.
Was verschenkt wird, wollte er nicht verraten. Er sei noch fleißig am Einkaufen und hofft, damit viele Kinder glücklich zu machen. Befragt, bis zu welchem Alter es Geschenke gibt, wollte sich Badie Abdulfatah nicht festlegen. „Wir wollen Kinder beschenken.“ Ein langer jugendlicher Lulatsch, der sich dort bereits bedienen lässt, dürfte in dieser Hinsicht wohl leer ausgehen.