Wildkatze im Schlaubetal
: Sensationeller Fund - genetischer Fingerabdruck gelungen

Bisher wurde es nur vermutet, nun ist es bewiesen: Die Europäische Wildkatze ist im Schlaubetal südlich von Frankfurt (Oder) heimisch. Wie der Nachweis gelungen ist.
Von
Janet Neiser
Eisenhüttenstadt
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Eine Wildkatze läuft im Wildparadies Tripsdrill über einen Stamm. (zu dpa: «Überschrift: Das Land will mit Trüffelbäumen die Europäische Wildkatze anlocken») +++ dpa-Bildfunk +++

Eine Wildkatze läuft im Wildparadies Tripsdrill (Baden-Württemberg) über einen Stamm. Nun wurde der Nachweis erbracht, dass das Wildtier auch im Schlaubetal in Brandenburg heimisch ist.

Sebastian Gollnow/dpa
  • Europäische Wildkatze im Schlaubetal nachgewiesen – genetischer Beweis durch Lockstock-Monitoring.
  • Tiere hinterlassen Haare an Baldrian-besprühten Holzstöcken, die genetisch untersucht werden.
  • Rückkehr der Wildkatze zeigt Fortschritte in ökologischer Entwicklung der Region.
  • Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ fördert Schutz und Ausbreitung der Art.
  • Freiwillige können beim Wildkatzenmonitoring mitmachen – Infos unter wildtiere-brb@bund.net.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nun gibt es einen Beweis: Im Schlaubetal (Oder-Spree) lebt die Europäische Wildkatze (Felis silvestris). Doch das Wildtier wurde nicht etwa fotografiert. Vielmehr ist es einem Ehrenamtler vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gelungen, einen genetischen Nachweis zu erbringen.

Um die Europäische Wildkatze nachweisen zu können, nutzt der BUND das Lockstock-Monitoring. Dafür bringen Freiwillige Holzstöcke in Gebieten aus, in denen die scheue Wildkatze vermutet wird, die von der Größe her vergleichbar sind mit einer Hauskatze:  Kater werden etwa 90 Zentimeter groß (inklusive Schwanzlänge), Katzen sind etwas kleiner. Die Tiere wiegen etwa 4 bis 5 Kilogramm und werden in freier Wildbahn nach bisherigen Erkenntnissen sieben bis zehn Jahre alt.

Zurück zum Lockstock-Monitoring, das Teil des Projektes „Wildkatzenwälder von morgen“ ist, das im Rahmen des Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“ gefördert wird: Die im Wald in den Boden gesteckten Stöcke werden mit Baldrian besprüht.

Was die Wildkatze angelockt hat

Der Geruch ist dem BUND zufolge den Sexuallockstoffen der Wildkatze sehr ähnlich und zieht die Tiere magisch an. Die Katzen reiben sich am Holz und hinterlassen so einzelne Haare. Naturschützer sammeln diese Haare dann ab. Anschließend schicken sie die Proben für eine genetische Untersuchung zur Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung nach Frankfurt/Main.

„Dieser Fund ist ein bedeutender Baustein der Rückkehr der Wildkatze nach Brandenburg“, erklärt Carsten Preuß, Landesvorstand des BUND Brandenburg. „Dank engagierter Menschen wie Mario können wir den scheuen Tieren auf die Spur kommen und ihre Rückkehr in unsere Wälder begleiten. Solche Erfolge zeigen, welchen Beitrag das ehrenamtliche Engagement für den Naturschutz leistet. Dadurch, dass das Gebiet seit Jahren beobachtet wird, wissen wir, dass die Wildkatze erst in jüngerer Zeit hier ins Schlaubetal zurückgekommen ist.“

Freude beim Ranger aus dem Schlaubetal

Auch Nico Brunkow, Ranger im Naturpark Schlaubetal, freut sich über den Nachweis: „Die Wildkatze ist ein Symbol für naturnahe, wilde Wälder. Dass sie nun wieder im Schlaubetal gesichtet wurde, ist ein großartiges Zeichen für die ökologische Entwicklung der Region.“

Der BUND Brandenburg lädt Naturinteressierte ein, sich am Wildkatzenmonitoring zu beteiligen. „Nur gemeinsam können wir die Rückkehr dieser faszinierenden Tiere begleiten und ihre Lebensräume sichern“, so Carsten Preuß. Interessierte können sich beim BUND Brandenburg melden: wildtiere-brb@bund.net

Europäische Wildkatze

Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris) lebt zurückgezogen in strukturreichen Laub- und Laubmischwäldern.

Ursprünglich in ganz Deutschland heimisch, leben heute etwa 6000 bis 8000 Tiere überwiegend in Mittel- und Süddeutschland.

Mit dem Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ zielt der BUND darauf ab, dass sich die Wildkatze neue Lebensräume erobern und wieder ausbreiten kann. Sie steht dabei stellvertretend für viele andere Waldbewohner. Dort, wo sich die Wildkatze wohlfühlt, sind die Bedingungen für viele Arten wie Bechsteinfledermaus, Mittelspecht oder Schwarzstorch optimal.

Quelle: www.bund.net/wildkatze