Wirtschaft
: Mieten in Eisenhüttenstadt steigen

Die EWG kündigt eine Erhöhung für den gesamten Bestand an. Die Gewi will bei 700 Wohnungen die Entgelte anpassen.
Von
Stefan Lötsch
Eisenhüttenstadt
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Symbolfoto: pixabay

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Verena Rühr-Bach, Vorstandsvorsitzende der EWG, sprach die Mieterhöhung jüngst beim Genossenschaftsfrühstück für interessierte Mieter an. Bisher habe man auf solch einen Schritt verzichtet. „Bei den vielen Preiserhöhungen schaffen wir es aber nicht mehr, wirtschaftlich zu arbeiten“, erklärte die Vorstandsvorsitzende. Sämtlich Wohngebiete seien angeschaut worden und eine Kaltmiete ermittelt worden. „Im Grundsatz bekommt jeder eine Mieterhöhung“, so Verena Rühr-Bach. Ausnahme ist, wenn ein Mieter schon die Kaltmiete zahlt, die für ein Gebäude angestrebt wird. Das ist nicht ungewöhnlich. Denn bei Neuvermietungen werden andere Mieten aufgerufen. Und wer erst vor einigen Jahren in eine Wohnung eingezogen ist, zahlt womöglich mehr, als der Bestandsmieter, dessen Miete bisher nicht erhöht wurde.

Verena Rühr-Bach fasst das so zusammen: „Es gibt ganz unterschiedliche Kaltmieten. Deshalb fallen die Mieterhöhungen auch unterschiedlich aus.“ Allerdings betont die Vorstandsvorsitzende, dass die EWG in der jetzigen Erhöhungsrunde nicht das ausreizt, was gesetzlich möglich wäre. Denn da schon seit Jahren die Mieten nicht angepasst worden seien, wäre eine Erhöhung bis zu 20 Prozent möglich. „Wir machen das aber nur bis allerhöchstens zehn Prozent.“

Steigende Kosten

Auch die städtischen Gebäudewirtschaft informiert Mieter über Erhöhungen. Oliver Funke, Geschäftsführer der Gewi, sagt, dass rund zehn Prozent des Wohnungsbestandes davon betroffen sein, also rund 700 Wohnungen. Funke spricht von Mietanpassung. Und wie die Vorstandsvorsitzende der EWG verweist Funke darauf, dass die Kosten gestiegen sind. „Wir sind nunmehr an einem Punkt angekommen, wo eigene Optimierungsmöglichkeiten im Wesentlichen ausgeschöpft sind und allein durch Sparen Kostensteigerungen nicht mehr aufgefangen werden können“, schreibt der Geschäftsführer in einem Brief, den die betroffenen Mieter erhalten. „Erfolgen zukünftig keine Mietanpassungen, werden der Gewi die wirtschaftliche Substanz und die Investitionsfähigkeit entzogen.“

Die Gewi geht ähnlich wie die EWG vor. Für jedes Gebäude wird eine Zielmiete ermittelt, die sich an der Wohnungsbeschaffenheit orientiert. Ziel ist es, vergleichbare Mieten für vergleichbaren Wohnraum herzustellen, was ein längerer Prozess wird. Denn durch Umzugsvereinbarungen, unterschiedliche Förderbedingungen aber auch individuelle Vereinbarungen können innerhalb eines Blocks die Mieten differieren.  Mittelfristig müsse dies vereinheitlicht und angepasst werden, erklärt der Geschäftsführer. Aber auch die Gewi reizt bei der Mieterhöhung den gesetzlichen Rahmen bei weitem nicht aus. Oliver Funke betont die Sozialverträglichkeit, zu der sich das Unternehmen aufgrund seines kommunalen Auftrages verpflichtet fühlt. Es wurde deshalb eine Sozialkomponente eingezogen. So darf die Erhöhung der Kaltmiete nicht den Betrag von 30 Euro monatlich übersteigen. Alles, was darüber ist, und gesetzlich möglich, wird gekappt.

Die beiden großen Vermieter

Die Gebäudewirtschaft verfügt in Eisenhüttenstadt über mehr als 7000 Wohnungen. Laut Geschäftsbericht aus dem Jahr 2017 lagen die Erträge aus Mieten bei rund 21,3 Millionen Euro. Für Instandhaltung und Instandsetzung, unter anderem von Leerwohnungen, wurden 2017 rund fünf Millionen Euro ausgegeben.

Die Wohnungsbaugenossenschaft verfügt über fast 5000 Wohnungen. Die Erlöse aus den Soll-Mieten belaufen sich laut Geschäftsbericht 2017 auf 16,4 Millionen Euro. 4,3 Millionen Euro wurden für Instandhaltung sowie Instandsetzung ausgegeben.