WLAN-Hotspots
: Kostenlos im Internet surfen

in Eisenhüttenstadt und umliegenden orten entstehen kostenlose WLAN-Hotspots
Von
Stefan Lötsch
Eisenhüttenstadt
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Symbolbild WLAN-Hotspot

dpa

14 eng bedruckte Seiten mit an die 1000 Adressen umfasst die Liste, die das Wirtschaftsministerium am Dienstagnachmittag veröffentlicht hat. Sie führt die Orte auf, wo das Land in den kommenden Monaten kostenlose WLAN-Hotspots installieren will. Wobei es nicht den Anschein hatte, dass dem Land dieses Angebot von den Kommunen aus der Hand gerissen wurde. Hans-Georg Köhler, Amtsdirektor von Neuzelle, erinnert sich, dass das Amt sogar nach der ersten Meldung von Standorten dazu ermuntert worden sei, noch weitere Standorte zu nennen.

Das Amt Neuzelle hat davon regen Gebrauch gemacht: Insgesamt 22 Standorte im Amtsgebiet sind genannt, wo künftig mit dem Smartphone kostenlos im Internet gesurft werden kann. Standorte sind an öffentlichen Gebäuden oder Plätzen. „Das ist eine sehr gute Sache“, sagt Hans-Georg Köhler. Die Gemeinde muss maximal die Stromkosten für die ersten fünf Jahre zahlen. Die Installation des Router und der Betrieb für die ersten fünf Jahre sind kostenlos. An solchen Hotspots könnten sich auch Treffpunkte bilden. Dass dann Jugendliche bis spät in die Nacht dort auf ihren Smartphones spielen, eventuell Nachbarn stören, sieht der Amtsdirektor nicht. Man könne solche Anlagen auch mit Zeitschaltuhren versehen.

Auch das Amt Brieskow-Finkenheerd taucht in der Liste mit 14 Standorten auf, mindestens einer in jeder Gemeinde. Wobei das Landesprogramm nicht das einzige ist. Es gibt auch eines von der EU gefördertes. Dafür müssen die Kommunen allerdings einen Eigenanteil erbringen.

Verwirrung gab und gibt es um die Standorte in Eisenhüttenstadt. Lediglich vier Adressen werden aufgeführt, jeweils an Immobilien, die dem Land gehören: die Polizei und das Amtsgericht in der Diehloer Straße, ide zentralen Ausländerbehörde (Erstaufnahmeeinrichtung des Landes für Asylbewerber in der Poststraße) sowie in die Landesfeuerwehrschule. Das sind alles Standorte, die schlecht zu erreichen sind, oder vor denen man – zum Beispiel als Jugendlicher – nicht unbedingt im Internet surfen will. Kathrin Henck, Geschäftsführerin des Tourismusvereins Oder-Region Eisenhüttenstadt (TOR), der die Tourismusinformation in der Lindenallee betreibt, wäre hoch erfreut, wenn sie solch einen Hotspot bei sich vor der Tür hätte. Immer wieder fragen Touristen, ob sie sich in ein WLAN einwählen können, um zum Beispiel ihre Reise weiter zu planen oder nach einer Unterkunft zu suchen. Kathrin Henck bietet dann die Möglichkeit, dass die Touristen das WLAN der Tourismusinformation mit nutzen können, ein Service, der inzwischen vorausgesetzt wird. Der Nachteil ist allerdings, dass die Leistung des Netzes schwächer wird, je mehr Personen daran hängen. Deshalb wäre ein ein separater Hotspot sehr wünschenswert.

Hat Eisenhüttenstadt keine Standorte gemeldet? Dem widerspricht Stadtsprecher Frank Eckert vehement. 13 Standorte seien dem Land übermittelt worden, dazu gehört unter anderem auch die Tourismusinformation in der Lindenallee. Zunächst sie der Kunsthof in Fürstenberg genannt worden. Dies wurde aber geändert. Weitere Standorte sind der Anleger am Bollwerk, das städtische Museum oder das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR.

Stark vertreten sind auch Sporthallen in der Stadt, die Inselhalle sowie die Hallen im Diesterwegring und An der Schleuse. Bei Wettkämpfen ist es inzwischen immer häufiger eine Forderung, dass Ergebnisse beziehungsweise Spielberichte schnell über Internet gemeldet werden .

Warum die Standorte in Eisenhüttenstadt nicht in der Liste des Landes auftauchen, die im Internet zu finden ist, war am  Mittwoch nicht in Erfahrung zu bringen