100 Jahre Feuerwehr Miersdorf: Historische Fahrzeuge locken zum Fest in Zeuthen

Das über 100 Jahre alte Feuerwehrfahrzeug Koeber Lafette wird eines der Highlights auf dem Jahrhundertfest des Rüstzugs Miersdorf sein. Das Archiv-Foto stammt aus der Chronik der Feuerwehr. Am 24. August präsentiert die Feuerwehr ihr neues Fahrzeug erstmals der Öffentlichkeit.
Feuerwehr Zeuthen/Rüstzug MiersdorfRetten, löschen, bergen, schützen sind die Aufgaben der Feuerwehr. Seit 100 Jahren ist das auch im Zeuthener Ortsteil Miersdorf (Dahme-Spreewald) so. Etwa eineinhalb Jahre planten die gut 125 Mitglieder ihr Jahrhundertfest, das am Wochenende rund um das Areal des Rüstzuges in der Dorfstraße stattfinden soll.
Die Kameraden konnten etwa 80 befreundete Wehren aus dem Umkreis mobilisieren, um ihre Technik während des großen Festtages zu präsentieren und mittels historischen Fahrzeugen und nagelneuer Technik die Geschichte der Feuerwehr mit vielen Details aufzuzeigen. Zu sehen sind vom Pferdewagen, mit dem die ersten Einsätze gefahren wurden, über die im Jahr 1911 gebaute „Oma“, einer Koebe Lafette, bis hin zum ultramodernen Löschroboter der Tesla-Werksfeuerwehr aus Grünheide.
Technik, Spielspaß und schlemmen — so feiert der Rüstzug Miersdorf
Mit einem eigens bei Google Maps erstellten Plan zum Jubiläum, kann man bereits jetzt schon sehen, dass man in Miersdorf einiges auf die Beine gestellt hat. Das Fest, das am Samstag um 9 Uhr mit einem großen Festumzug durch den Ort begonnen wird, bietet neben den zu bestaunenden Fahrzeugen auch viel Spiel und Spaß für Jung und Alt.
Für die Kids gibt es unter anderem Stationen mit Kistenklettern, Entenangeln, Naturbasteln und Dosenwerfen. Kauffreudige Besucher finden einen Trödelmarkt rund um die evangelische Kirche und für alle Leckermäulchen eine große Schlemmermeile mit herzhaften und süßen Köstlichkeiten aus aller Welt.
Neues Feuerwehrfahrzeug zum Jubiläum
Die Kameraden des Rüstzugs Miersdorf haben sich in den vergangenen Jahren auf die Hilfeleistung spezialisiert. Das bedeutet, dass Autounfälle, Beseitigung und Vermeidung von Sturmschäden nach Unwetterlagen oder aber auch Türnotöffnungen die Kernkompetenzen der Blaulicht-Truppe sind.
Nach etwa 20 Jahren bekommen die Männer und Frauen nun zum Jubiläum ein nagelneues Fahrzeug überreicht, das statt eines großen Wassertanks mit überdurchschnittlich vielen, teils lebensrettenden Hilfsmitteln ausgestattet ist.
Ganze 30 Monate musste die Wehr auf die Auslieferung des neuen Fahrzeugs warten. „Es gab so viele Verzögerungen, weil durch Corona die Werkshallen stillstanden und es anschließend an den nötigen Kabelbäumen, die in der Ukraine gefertigt werden, fehlte“, sagt der stellvertretende Ortswehrführer Chris Ziemann gegenüber MOZ.de. Aber das Warten hat sich gelohnt.
Einsatzfahrzeug kostete etwa 500.000 Euro
Das Fahrzeug war ursprünglich ein Lkw des Herstellers MAN, wurde dann von der Firma Rosenbauer als neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug ‚HLF 20‘ ausgebaut. Ein besonderes Highlight des neuen Fahrzeugs ist die auffällige Folierung. Die soll für maximale Sicherheit im Straßenverkehr und bei Einsätzen auf der Autobahn sorgen.
Die neon-rote Farbgebung erinnert an Rettungswägen der Berliner Feuerwehr, die ebenfalls mit dieser markanten Farbe zu ihren Einsätzen fahren. Zu verdanken haben die Kameradinnen und Kameraden das etwa 500.000 Euro teure Fahrzeug der Gemeinde Zeuthen, dem Landkreis Dahme-Spreewald sowie dem Land Brandenburg. Ohne deren Förderung, allein durch Spenden an den Förderverein, wäre die Anschaffung nicht möglich gewesen.
Diese Einsätze bleibenden Miersdorfern in Erinnerung
Als am Nachmittag des 14. August 1972 die IL62 in der Nähe des Flughafens Schönefeld abstürzte, waren die Kameraden vor Ort und unterstützten, wo es nur ging. Im Jahr 1997 rückte die Wehr zum Oderhochwasser aus. Tagelang haben die Kameraden Sandsäcke gefüllt und versucht, die Deiche aufrechtzuerhalten. Nur wenige Jahre später im Jahr 2002 ereignete sich das Szenario nochmals an der Elbe. Starkregen mit etwa 300 Millilitern Niederschlag in 24 Stunden forderten damals mindestens 45 Todesopfer.
Ein weiterer Großeinsatz folgte im Jahr 2010, als ein polnischer Reisebus im Schönefelder Kreuz mit einem Brückenpfeiler kollidierte. Bei dem Unglück kamen 13 Menschen ums Leben. Insgesamt waren 300 Feuerwehrleute am Unglücksort.
Einen ersten Überblick über die Arbeit im Ehrenamt bei der Feuerwehr kann man sich am Samstag ab 9 Uhr in Miersdorf verschaffen. Bis zum Abend sind neben den vielen verschiedenen Fahrzeugen und dem Löschroboter der Tesla Werksfeuerwehr, auch Aussteller wie dem THW, die DLRG, die Höhrenretter und die Notfallseelsorge vor Ort. An ihren Ständen beantworten die Mitglieder gerne Fragen zum Einstieg und über die Arbeit im jeweiligen Ehrenamt.
