Ab ins Grüne
: Hunderte Gäste besetzen jedes freie Plätzchen in Woltersdorf

Woltersdorf ist trotz Corona beliebtes Ausflugsziel. Frühlingswetter zog am Wochenende Hunderte an Schleuse und Seen.
Von
Marion Thomas
Woltersdorf
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  • Kaum ein Boot unterwegs: Als die Schleusenbrücke in Woltersdorf für ein einziges Wasserfahrzeug hochklappt, verfolgt auch Siegfried Neumann das Schauspiel. Der Rentner aus Rodewisch weilt zur Reha in der Klinik Rüdersdorf und hat einen Spaziergang unternommen.

    Kaum ein Boot unterwegs: Als die Schleusenbrücke in Woltersdorf für ein einziges Wasserfahrzeug hochklappt, verfolgt auch Siegfried Neumann das Schauspiel. Der Rentner aus Rodewisch weilt zur Reha in der Klinik Rüdersdorf und hat einen Spaziergang unternommen.

    Marion Thomas
  • Wie im Setzkasten: Jede Bank an der Woltersdorfer Schleuse ist belegt. Mitarbeiter des Ordnungsamtes müssen etliche Menschen bitten, nicht dauerhaft zu verweilen.

    Wie im Setzkasten: Jede Bank an der Woltersdorfer Schleuse ist belegt. Mitarbeiter des Ordnungsamtes müssen etliche Menschen bitten, nicht dauerhaft zu verweilen.

    Marion Thomas
  • Familienausflug an die Woltersdorfer Schleuse: Anna, Sabine und Lias Hoffmann (v.l.) aus Berlin-Marzahn

    Familienausflug an die Woltersdorfer Schleuse: Anna, Sabine und Lias Hoffmann (v.l.) aus Berlin-Marzahn

    Marion Thomas
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Dazu enttäuschte Gesichter: Kein Eis bei Knappe, die Konditorei hat geschlossen und verweist auf telefonische Bestellung von Kuchen. Auch die Spielerei ist zu, an der Tür ein Zettel: „Bleibt gesund! Hört Schallplatten!“

Auf der Schleusenbrücke stehen dicht an dicht viele Neugierige, die das Hochklappen der Straße und die Durchfahrt eines kleinen Bootes beobachten wollen. Unter ihnen Siegfried Neumann aus Rodewisch, der zur Reha in der Rüdersdorfer Klinik weilt. „Eine herrliche Gegend hier“, schwärmt er. Auch Familie Hoffmann aus Berlin–Marzahn ist unter den Schaulustigen. „Wir sind oft hier“, erzählt Oma Sabine, für den kleinen Lias gäbe es viel zu sehen. „Außerdem haben wir ihm ein Eis versprochen“, lacht sie, „mal schauen, wo wir eins finden.“

Mit Eis und Kuchen, Bratwurst oder Fischbrötchen sowie Getränken wird rund um die Schleuse fürs leibliche Wohl gesorgt — und dies verantwortungsvoll seitens der Gastronomen. Sie befolgen die Abstandsregeln. Elke Sagray betreibt den Pavillon. „Ich habe mir extra eine Schutzscheibe gekauft“, meint sie stolz und klopft von innen dagegen. Auch Mundschutz und Handschuhe trägt sie: „Ich bin froh, überhaupt öffnen zu dürfen.“ Auf der Mauer vorm Imbiss steht, dass man sich darauf nicht setzen dürfe, auch die Wartepunkte für die Kunden sind mit Kreide auf den Fußweg gemalt.

Der Biergarten an der Schleusenwirtschaft ist abgesperrt, nur der Ausschank hat geöffnet und bietet nicht nur das hausgebraute Bier an. „Wenigstens ein bisschen Umsatz“, meint Denise Weiser. „Aber es ist kein Vergleich zu dem, was an solch herrlichen Tagen sonst hier los ist.“ Sie hofft auf weitere Lockerungen für die Gastronomie: „Wir hätten hier beste Möglichkeiten, die Tische auseinander zu stellen, doch wir müssen alle auffordern, das Gekaufte nicht hier zu verzehren. Dabei säßen die Leute bei uns besser als draußen auf der Mauer“, und zeigt zur Freitreppe am See, wo viele Familien und Paare dicht nebeneinander sitzen.

Das gleiche Bild gegenüber bei den Flakensee–Terrassen und auch weiter oben am Café Hummelchen: Die schönen Naturgärten sind durch Flatterband abgesperrt, an Behelfs–Ausschänken gibt es Speisen und Getränke zum Mitnehmen. Immerhin: „Wir können kostendeckend arbeiten“, sagt Evi Preuß von den Flakensee–Terrassen.

Während Bootsverleih und Aussichtsturm sowie die Liebesquelle geschlossen sind, ist die Strandpromenade gut gefüllt, alle Bänke sind besetzt. Am Ufer des Sees und am Zeltplatz haben es sich Ausflügler bequem gemacht. „Viele wissen gar nicht, dass dies in Brandenburg verboten ist“, sagt Amtsleiterin Jenny Loponen vom Woltersdorfer Ordnungsamt. „Bei uns gelten strengere Regeln als in Berlin. Natürlich sollen die Leute Sonne und frische Luft genießen, aber ein längerer Aufenthalt an öffentlichen Plätzen ist verboten. Immer wieder müssen wir Menschen enttäuschen und auffordern, weiterzugehen.“ Mitarbeiter ihres Amtes führen in Kooperation mit der Polizei täglich Kontrollfahrten durch. Am Wochenende gab es für sie rund um die Schleuse viel zu tun.