Abschied in Erkner: Große Emotionen bei Postbote Uwes letzter Fahrt vor der Rente

Postbote Uwe Schütz aus Erkner ist es nicht gewohnt im Mittelpunkt zu stehen. Trotzdem freut er sich über die guten Wünsche.
Maria Häußler- Postbote Uwe Schütz wurde in Erkner nach 40 Jahren Dienst in den Ruhestand verabschiedet.
- Am 24. Januar feierten Kollegen und Anwohner seine letzte Fahrt mit einem Autokonvoi und Luftballons.
- Uwe engagierte sich auch im Footballverein Erkner Razorbacks und war dort als Trainer aktiv.
- Auf Facebook erhielt ein Post zu seiner Verabschiedung über 500 Likes und 100 Kommentare.
- Viele Menschen in Erkner schätzten seine Zuverlässigkeit und sein Engagement im Beruf und Verein.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Als das Postauto zum ZOB in Erkner abbiegt, jubeln die Menschen am Straßenrand und schlackern mit gelben DHL-Luftballons hin und her. Ein Konvoi an Autos gibt ein Hupkonzert und gelber Rauch steigt aus einem Bengalo auf. Postbote Uwe Schütz liefert an diesem Samstag, den 24. Januar, sein letztes Paket aus, das er selbst behalten darf.
Seine Kollegen aus der Postfiliale in Rüdersdorf fahren ihn von der Arbeit aus bis nach Hause. Zwischenstation ist der Parkplatz bei dem Mercedes-Benz Autohaus am Busbahnhof Erkner. „Bist du auch wegen Uwe hier?“, fragt einer der Umstehenden. „Dann nimm einen Luftballon!“ Etwa zwanzig Erwachsene und einige Kinder verabschieden den 63-jährigen Postboten in den wohlverdienten Ruhestand.
Als Uwe Schütz aus dem Postauto steigt, jubeln die Menschen. Er bekommt Blumen, Schokolade und Briefe in die Hände gedrückt. Manche umarmen ihn, andere schütteln ihm lächelnd die Hand. Der Postbote ist krank geschrieben, deshalb ist es nicht wirklich ein Arbeitstag.
Postbote aus Erkner wollte eigentlich länger arbeiten
„Ich hatte eigentlich vor bis zum Rentenbeginn durchzuhalten“, sagt Uwe Schütz. „Meine Arbeit habe ich gern gemacht.“ Er habe Schwierigkeiten beim Gehen. Nicht wegen der Arbeit, sagt er, sondern vielmehr wegen seiner Diabetes. „Aber das kommt natürlich noch dazu, wenn man 30 Kilo schwere Pakete schleppt.“ Die Aufmerksamkeit sei ungewohnt für ihn.
Steve Wehnert, vom Footballverein Erkner Razorbacks, hat die Überraschung für Uwe mit organisiert und machte die Aktion auf Social Media bekannt. Am Telefon erzählt er, warum alle den Postboten so gern haben. „Er hat vierzig Jahre die Pakete zu den Leuten gebracht. Er hilft und macht und tut im Verein und einfach jeder kennt ihn.“
Postbote Uwe kennt in Erkner jeder
Auf Facebook hat der Post zu Uwes letzter Fahrt mehr als 500 Likes. In über 100 Kommentaren bedanken sich die Anwohnerinnen und Anwohner bei ihm. „So ein freundlicher und fleißiger Mensch. Es war mir immer eine Freude von ihm beliefert zu werden. Bleib gesund und genieße Deinen Ruhestand lieber Uwe.“, schreibt eine Userin. „Er sollte Ehrenbürger von Erkner werden - so einen tollen Paketfahrer gibt es nur einmal!“, schreibt eine andere.
Einige der Menschen, die beim ZOB auf den Postboten warten, kennen ihn von klein auf. „Damals war Erkner noch klein, wir sind beide hier aufgewachsen“, erzählt die 63-jährige Birgit, die ihren Nachnamen nicht nennen will. „Da kennt man sich. Es ist einer der treusten Postzusteller, die es gibt. Man konnte sich hundertprozentig auf ihn verlassen. Er war immer zuverlässig.“

In Erkner hängen Plakate, die über Postbote Uwes letzte Fahrt informieren. Auf Facebook hatte der Post mehr als 500 Likes.
Maria HäußlerDie Leute hier in Erkner sprechen vor allem auch über Uwe Schützs Engagement im Footballverein. Tobias Tagesen kennt den Postboten seit er zwölf Jahre alt ist. „Er war unser Footballtrainer 2005 und 2006“, sagt er. „Uwe ist einer der Urgesteine des Erkneraner Footballs. Er hat alles mit aufgebaut und war von Anfang an präsent. Er hat uns quasi durch unser Leben mitbegleitet.“
