Viele, die in Klein Wall parkten, seien zum Wandern unterwegs. "Ostern war bei uns deutlich weniger los als im Vorjahr. Viele Leute trauen sich noch nicht aus dem Haus oder halten ihr Geld zusammen", so David Schmandra. Weil das Angeln zum Lebensmittelbeschaffen gehöre, könne die Anlage auch in Zeiten der Kontaktbeschränkungen öffnen.
Auf die Abstandsregelungen achten die Mitarbeiter ständig. Nur wer wirklich Angeln will, darf aufs Gelände. Mit rot-weißen Flatterbändern sind einzelne Bereiche am Wasser abgegrenzt. Essen und Trinken ist nicht gestattet. "Immerhin ist es jetzt hier deutlich sauberer", kann David Schmandra, einer von vier Vollzeitkräften, dem auch etwas Positives abgewinnen. Der Verkauf von Frisch- und Räucherfisch läuft außer Haus. Angelzubehör gibt es nicht zu kaufen und auch das Restaurant ist geschlossen. Dessen Beschäftigte helfen jetzt an den Angelteichen. Und selbst die waren im März für rund eine Woche nicht zugänglich.
Andere Anlagen in Brandenburg empfingen hingegen zu diesem Zeitpunkt weiter Besucher – und auch in Klein Wall durfte der Betrieb dann weitergehen. "Wir waren sehr froh, dass wir wieder öffnen konnten", sagt David Schmandra.
Glücklich darüber sind auch viele Stammangler und Besucher mit Kindern. So hat die neunjährige Amaya Lea Schiefer gerade eine Regenbogenforelle geangelt. Tierärztin lautet schon jetzt ihr Berufswunsch. "Da ist es doch sinnvoll, wenn man frühzeitig lernt, wie beispielsweise Fische ausgenommen werden", sagt ihr Vater Jens Löwenstein, selbst regelmäßig Angler in Klein Wall.
Zum ersten Mal ist die Berlinerin Celine Croissier da. Der erste Eindruck sei gut, sagt sie. Ihr Partner Karol Basch hat auch gleich eine gut ein Kilogramm schwere Goldforelle gefangen. "Ich freue mich darauf, wenn der Mini-Golfplatz hier fertig ist", fügt Sohn Henri Croissier hinzu. An dem baut David Schmandra, wenn er mal etwas hat. Aber im Moment ist der Mitarbeiter doch meist mit den Gästen beschäftigt. Er hofft, dass die Saison nun Fahrt aufnehmen kann. Aktuell sei vieles unvorhersehbar. "Wir hoffen, dass die Einschränkungen bald vorbei sind", sagt David Schmandra.