Berufsausbildung
: Noch 150 offene Azubi-Stellen in der Region

Rund 100 Jugendliche im Raum Fürstenwalde-Erkner suchen noch eine Lehrstelle – dabei gibt es ca. 150 freie Plätze.
Von
Annemarie Diehr,
Joachim Eggers
Erkner
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Omar Azzam sucht einen Ausbildungsplatz. In der Arbeitsagentur in Fürstenwalde informiert er sich.

Annemarie Diehr

Knapp 100 Jugendliche, schätzt Torsten Hesse, Bereichsleiter der Arbeitsagenturen Oder-Spree, suchen im Raum Fürstenwalde-Erkner aktuell noch einen Ausbildungsplatz; ursprünglich waren es 443 Bewerber. „Das sind etwa fünf Prozent mehr als in den Vorjahren, weil es mehr Schulabgänger gibt“, sagt Hesse.

Im Landkreis wurden bisher 785 Ausbildungsstellen zur Besetzung gemeldet, 470 davon galten zuletzt als offen. Im Raum Fürstenwalde-Erkner waren laut Hesse von insgesamt 344 Ausbildungsstellen im Juni noch 209 offen. „Aktuell gehe ich von maximal 150 offen Stellen aus“, teilt er mit. Die meisten Azubis werden laut Hesse unter anderem in den Berufen Kaufmann im Einzel-, Großhandel oder Büromanagement, Industriemechaniker, Elektroniker für Betriebstechnik, Verkäufer und Koch gesucht.

Im Raum Erkner zeigten sich drei befragte Firmen indes sehr zufrieden mit den Azubis. Michael Gürtler, Geschäftsführer von Heizung-Sanitär-Woltersdorf (HSW), wollte fünf junge Leute einstellen – und hat sechs genommen. Rekrutiert hat er sie allesamt bei dem Ausbildungscamp, das HSW jährlich im Bundesleistungszentrum Kienbaum veranstaltet. Der Nachrücker sei voriges Jahr im Camp gewesen, erinnert sich Gürtler. „Das war ein so toller Bewerber, dass ich ihn haben wollte“, sagt der Woltersdorfer.

Bei der Idziak GmbH, Installateurfirma für Heizung, Sanitär und Klimatechnik in Erkner, fängt zum Ausbildungsjahr am 5. August ein neuer Azubi an, berichtet Inhaber Hans-Jürgen Idziak. Einer pro Ausbildungsjahr – das ist für ein kleines Unternehmen genug, findet der Chef eines Fünf-Mann-Betriebs. Auch das Erkneraner Autohaus Günter Neumann zeigt sich mit seinem Nachwuchs zufrieden: „Bei uns fangen eine kaufmännische Auszubildende und ein Kfz-Mechatroniker an“, berichtet Nadine Spreckels, die der Geschäftsführung assistiert.

Koch händeringend gesucht

David Drasdo, Inhaber des „Haus am Spreebogen“ in Fürstenwalde, sucht dagegen zum 1. August händeringend einen Koch. Über einen Bewerber wie Omar Azzam würde Drasdo sich wahrscheinlich freuen. Er wolle unbedingt arbeiten, sagt der 18-Jährige. „Mit dem Zeugnis sollte das eigentlich möglich sein“, findet er. Bis auf eine Vier in Mathe habe er seinen Hauptschulabschluss mit Zweien und Dreien bestanden. Das Problem, sagt seine Berufsberaterin, sind die verschiedenen Anforderungen der Arbeitgeber und Ausbilder. Die einen verlangen Abitur, andere schauen bei den Noten ganz genau hin.