Bildung: Löcknitz-Grundschule feiert 40. Jubiläum
Der einer Karnevalsfeier würdige Auftritt hat wahrscheinlich die Lachmuskeln beim Festakt zum 40. Jubiläum der Löcknitz-Grundschule am Mittwochabend am stärksten strapaziert. Wobei heitere und beschwingte Töne bei dem wesentlich von Kindern gestalteten Programm mit Sketchen und Musik ohnehin eine ziemlich große Rolle spielten.
Eine kleine Rede gab es dann doch. Darin betonte Witt, nach seinem Gaudi-Auftritt wieder im Jackett, den großen Gemeinschaftsgeist in der Einrichtung und hob auch zwei Aspekte hervor, die sonst weniger im Fokus stehen: die große Sauberkeit in dem Gebäude und die Ruhe – „ungewöhnlich bei einer Schule dieser Größe“. Schon den ganzen Mittwoch über hatten Lehrer und Schüler in Projekten einen Tag der offenen Tür am Nachmittag vorbereitet und dabei den beschworenen Gemeinschaftsgeist mit Leben erweckt.
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Löcknitz-Grundschule heißt die Einrichtung an der Friedrichstraße seit 15 Jahren. Was vor 40 Jahren in Betrieb ging, war die vierte Oberschule Erkner-Mitte, die wie überall in der DDR Kinder von der ersten bis zur 10. Klasse unterrichtete. Der Typenbau, der heute noch steht, wurde erst am 3. März 1980 bezogen, am 22. April wurde das LeninNamensschild enthüllt.
Lehrerin der ersten Stunde
Eine Lehrerin des Kollegiums, die damals schon dabei war und die gesamten 40 Jahre mitgemacht hat, ist die heute 60-jährige Kathleen Sternberg. „Bis um zwei Uhr nachts haben wir damals gesessen, um das Programm für die feierliche Namensvergabe zusammenzustellen“, erinnert sich die Pädagogin, die seinerzeit mit 16 die Schule verlassen hatte und nach vierjährigem Fachstudium fertige junge Grundschullehrerin war. „Viele Eltern waren ganz toll involviert“, sagt sie heute über jene Jahre, spricht über einen Betrieb in Vogelsdorf, der als Paten-Brigade für ihre Kinder fungierte.
„Es war für mich okay“, sagt die heutige Englisch-Lehrerin, die nach der Wende noch einmal studierte, einige Jahre die einzige Fachlehrerin für Englisch an der Löcknitz-Grundschule war und jetzt noch alle fünften und sechsten Klassen in der ersten Fremdsprache unterrichtet. Beim Projekttag ließ sie ihre Kinder – sie ist Klassenlehrerin der 5c – einen Strand basteln. Die Geschichte dazu sollten die Kinder auf Englisch schreiben: Drei Krabben streiten sich um einen vermeintlichen Diamanten, der – das erkennt die darüber fliegende Möwe – nur eine Glasscheibe ist.
Gemeinschaft stiftendes Tröpfli
Bei den vierten Klassen ging es um Getreide – Lehrerin Verena Umlauf hatte eine Kaffeemühle mitgebracht, ihre Schüler haben auftragsgemäß in den Herbstferien Getreide gesammelt, und so konnten die Viertklässler Dinkel mahlen und später Brot backen. Verena Umlaufs Kollegin Doreen Ehlert ließ ihre Fünftklässler Tröpflis basteln – das Schulmaskottchen, das wie der Schulname einen engen Bezug zu Wasser hat und einst von einem Schüler ersonnen wurde. Dies übrigens vor dem riesigen Wasserschaden an Ostern 2011, der das halbe Gebäude durchflutete und einen großen Verlust verursachte.


