Bildung
: Schulstart in Erkner und Schöneiche mit Notfallplan

Bevor am Montag wieder der Unterricht beginnt, müssen auch Vorbereitungen zum  Infektionsschutz getroffen werden.
Von
Annette Herold
Erkner
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Zur Verteilung bereit: Anne Bäcker unterrichtet an der Spree-Oberschule Wirtschaft-Arbeit-Technik und Lebensgestaltung-Ethik-Religion. Sie ist zudem dafür verantwortlich, dass jeder Schüler am Montag die richtigen Bücher erhält.

Andreas Schmaltz

Eins steht der Pädagogin über allem: „Wir wollen das Beste dafür geben, dass alle gesund bleiben.“ Der geforderte Hygieneplan für die Schule sei fortgeschrieben, und für den Fall der Fälle auch die Strategien für Distanzunterricht, also Homeschooling, weiterentwickelt. Im Laufe der Vorbereitungswoche hätten die Lehrer sich auch verständigt, wie durch die Ausnahme–Beschulung vor den Sommerferien nicht behandelter Stoff nachgeholt werden kann. Bis Ende August wollen sie auch den individuellen Lernstand der Grundschüler ermitteln, um bei Lücken gegensteuern zu können. Es soll Lernpläne für jedes Kind und bei Bedarf auch zusätzlichen Förderunterricht geben.

45 Erstklässler

Der Schulleiterin ist es aber auch ganz wichtig, jetzt keinen Lerndruck auf die Schüler auszuüben. In einer Ausnahmesituation wie der derzeitigen müsse man Abstriche machen, was möglicherweise nicht ganz so wichtigen Stoff angeht. Die Lehrer verfügten über die Erfahrung, das entscheiden zu können. „Für uns kommt es jetzt darauf an, Sicherheit auszustrahlen und ein Grundfundament zu legen.“ 45 Kinder werden in die Bürgelschule eingeschult, in der Schöneicher Storchenschule sind es 89. Am Sonnabend finden die meisten Einschulungen statt, die Erkneraner Löcknitz–Grundschule zieht nach einer Vorbereitungswoche am Sonnabend in acht Tagen nach.

An der Neu Zittauer Grundschule „An der Spree“ werden die Kinder langsam wieder an den Schulbetrieb gewöhnt, wie die stellvertretende Schulleiterin Sabine Luksch berichtet. Am 17. August startet der Regelbetrieb — mit Besonderheiten zum Infektionsschutz. So gibt es ein „Einbahnstraßensystem“, nach dem Flure und Aufgänge in jeweils nur eine Richtung zu benutzen sind. Die Schüler machen versetzt Pause, dass sie sich auf dem Schulhof nicht begegnen, und die Zahl der Aufsichtspersonen während der Pausen ist von zwei auf drei erhöht worden.

Am Erkneraner Carl–Bechstein–Gymnasium werden am Montag 28 Fünft– und 119 Siebentklässler erwartet. Wenn auch nicht ganz so wie sonst: Die traditionelle Begrüßungszeremonie fällt kleiner aus als üblich, wie Lehrer Mario Sejnowski berichtet. Auch die Zehntklässler müssen vorerst Abstriche machen. Die Schulfahrt Ende September fällt in diesem Jahr aus. „Wir versuchen, das im Frühjahr nachzuholen“, kündigt Mario Sejnowski an. Bevor diese Schüler ab Jahrgang 11 nicht mehr in Klassenstrukturen lernen, sei eine Abschlussfahrt im Gespräch — mit Ziel in Deutschland, möglichst in Brandenburg.

Aber vorerst herrscht am Gymnasium Freude darüber, dass die Unterrichtsampel auf Grün, also auf Präsenzunterricht, steht. Rot bedeutet Homeschooling, Gelb eine Mischung aus beidem. Mario Sejnowski ist auch zuversichtlich, dass das Gymnasium jetzt routinierter in eine Homeschooling–Phase wechseln könnte als vor dem Lockdown im März, sollte wieder so eine Weisung kommen.

Auf dem Schulflur müssen die Erkneraner Gymnasiasten Mund und Nase bedecken. Am Bernhardinum in Fürstenwalde geht man einen Schritt weiter. „Wir werden die ersten 14 Tage lang testen, ob es möglich ist, dass die Schüler auch während des Unterrichts eine Maske tragen“, sagt der Schulleiter des Gymnasiums, Markus Mollitor.