Brand in Niederlehme
: Feuer in Recycling-Anlage gelöscht

UPDATE 15.8.: In einer Halle einer Recycling-Anlage in Königs Wusterhausen gab es einen Brand. Die Löscharbeiten waren schwierig – doch inzwischen ist die Großschadenslage aufgehoben.
Von
dpa
Königs Wusterhausen
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Der Rauch des Großbrandes auf dem Recyclinghof in Niederlehme ist so dicht, dass die Kameraden der Feuerwehr nicht mal die eigene Hand vor Augen sehen. Das Szenario gleicht einem Katastrophenfilm.

Der Rauch des Großbrandes auf dem Recyclinghof in Niederlehme ist so dicht, dass die Kameraden der Feuerwehr nicht mal die eigene Hand vor Augen sehen. Das Szenario gleicht einem Katastrophenfilm.

Jana Scholz

Die Feuerwehr hat den Großbrand einer Halle einer Entsorgungsfirma in Königs Wusterhausen gelöscht. Die Einsatzkräfte seien aktuell nur noch mit einzelnen Glutnestern beschäftigt, sagte die Feuerwehr am Donnerstag (15. August). Seit 2.00 Uhr ist die Großschadenslage demnach aufgehoben.

Nachdem der Einsatz um 4.30 Uhr zunächst beendet war, sind seit etwa 5.30 Uhr erneut Einsatzkräfte der Feuerwehr vor Ort, um einzelne Glutnester zu löschen, teilte der Landkreis mit. „Die Arbeit der Einsatzleitung, der Leitstelle Lausitz, die Unterstützung durch den Nachbarlandkreis Oder-Spree und der unermüdliche Einsatz aller Einsatzkräfte haben den Großbrand unter schwierigen Bedingungen gelöscht", teilte der Landrat Sven Herzberger mit.

Dichte Rauchschwaden machten sich über dem Gewerbegebiet an der Robert-Guthmann-Straße im Königs Wusterhausener Ortsteil Niederlehme breit. Seit dem Mittag (14.8.) brannte dort eine Bunkerhalle einer Recyclinganlange. Ausgebrochen ist es auf dem Gelände der ZAB (Zweckverband Abfallbehandlung Nuthe-Spree), welche sich in unmittelbarer Nähe des Betriebshofs der örtlichen Müllabfuhr des SBAZV befindet.

Etwa 150 Feuerwehrmänner und -frauen waren in Niederlehme im Einsatz, um die Flammen zu löschen und das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Laut eines Sprechers Leitstelle Lausitz löste die Brandmeldeanlage um 13.08 Uhr den Notruf aus. Eine Halle mit etwa 750 m² stand innerhalb kürzester Zeit in Vollbrand. Augenzeugen berichteten, dass es sich in der Halle neben Siedlungs- und Mischabfall auch Sperrmüll befunden habe, das konnte von der Leitstelle Lausitz bestätigt werden.

Brand in Niederlehme: Anwohner sollen Fenster schließen

Der Warndienst KATWARN löste um 15.14 Uhr eine Warnmeldung für Königs Wusterhausen und Umgebung aus. Durch den Brand gäbe es im Gebiet eine starke Rauchentwicklung. Das Gebiet sollte gemieden werden, Fenster und Türen geschlossen gehalten. Außerdem sollten Klimaanlagen und Lüftungsanlagen ausgeschalten werden. Neben den Anwohnern sind auch Autofahrer auf der Baustellen behafteten A10 besonders vom Rauch betroffen, da es sich im Bereich der Auf- und Abfahrt immer wieder staut.

Nachdem zunächst die örtlichen Feuerwehren an der Unglücksstelle eingetroffen waren, wurden ziemlich schnell weitere Rettungskräfte aus den umliegenden Städten und Gemeinden nachgefordert. Durch die starke Rauchentwicklung wurde weitere Atemschutztechnik benötigt und weitere Fahrzeuge mit einer Drehleiter. Die Löscharbeiten konnten zunächst nur äußerlich an der Abfallhalle stattfinden, da gleich zwei Brandabschnitte dafür sorgten, dass die Halle einstürzen könnte.

Dunkle Rauchschwaden in Niederlehme.

Dunkle Rauchschwaden ziehen über den Recyclinghof des SBAZV in Niederlehme, der direkt daneben seinen Standort hat. Mit Ausbruch des Feuers wurde der Hof zunächst geschlossen.

Jana Scholz

Wie Leitstellensprecher Armin Ziesermer mitteilte, wurden durch das Feuer keine Personen verletzt. Es trafen weitere Kameraden der Feuerwehr aus dem südlichen Landkreis Dahme-Spreewald an der Unglücksstelle in Niederlehme ein. Ziesermer zu MOZ.de: Die Brandbekämpfung gestaltet sich aufgrund der Gegebenheiten des Grundstücks sehr schwierig. Es gab keine Möglichkeiten, das Feuer innerhalb der Halle zu löschen und somit das Gebäude zu retten.

Landkreis stuft den Brand als Großschadenslage ein

Das Landratsamt in Lübben teilt mit, dass die Einsatzleitung hat in Abstimmung mit Landrat Sven Herzberger den Großbrand als Großschadenslage um 17:45 Uhr eingestuft hat. Für die Anwohner bedeutet das, dass die Warnlage weiterhin angespannt ist.

Was ist eine Großschadenslage?

Eine Großschadenslage bei einem Großbrand ist ein schwerwiegendes Ereignis, das die Kapazitäten der regulären Einsatzkräfte übersteigt. Es erfordert die Koordination und Zusammenarbeit verschiedener Organisationen wie Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste. Typische Merkmale sind eine hohe Anzahl von Betroffenen, erheblicher Sachschaden und komplexe Einsatzbedingungen. Solche Lagen erfordern spezialisierte Fähigkeiten und können sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Eine zentrale Koordinierungsstelle ist nötig, um die Maßnahmen effektiv zu steuern.

Was passiert jetzt mit dem Hausmüll?

Mit dem Großbrand ging die sofortige Schließung des anliegenden Recyclinghofes des SBAZV einher. Weder war es Privat- noch Geschäftskunden möglich, ihre elektrischen Geräte noch andere Recyclinggüter dort zu entsorgen. Auch die Müllwerker des SBAZV hatten nicht die Möglichkeit, die Müllwägen nach den heutigen Sammeltouren durch die Landkreise LDS und Teltow Fläming zu entleeren. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird der Recyclinghof am Donnerstag (15.8.) nicht öffnen. Ob die geplanten Müllentsorgungstouren stattfinden, sind zur Stunde noch fraglich. Eine MOZ.de-Anfrage beim Südbrandenburgischen Abfallzweckverband blieb bis zur Stunde unbeantwortet.

Dieser Text wird fortlaufend aktualisiert.