Brandschutz
: Nach tödlichem Wohnwagenbrand in Neu Zittau werden Konsequenzen gefordert

Nutzer des Kulturzentrums Kesselberg trafen sich mit Gemeindevertretern und dem Amtsfeuerwehr-Chef.
Von
Kerstin Ewald
Neu Zittau
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Eingangstor im Wald: Diese Regeln gelten im Neu Zittauer Projekt Kesselberg.

Kerstin Ewald

„Als Schäfer vom Paschenfeld lernten wir ihn kennen, frei hielt er seine Schafe und frei in der Natur wollte er immer sein“, schreiben die Aktiven des Kulturzentrums über ihren ehemaligen Mitstreiter und weiter: „Er lehrte uns auch seine Musik und so leben seine Lieder weiter und helfen gerade jetzt, wo es für unseren Verein so viel zu tun gibt.“

Die Hintergründe:

Nach dem Wohnwagenbrand in Neu Zittau - Toter identifiziert

Brand in Wohnwagen in Neu Zittau - ein Toter

Viel Arbeit steht  an auf dem Kesselberg, auf dem rund 100 Menschen eine ökologische, soziale und kulturelle Alternative zum Kapitalismus probieren. Mit der Feuerwehr will der Verein den Brandschutz in allen Räumen überdenken. Es werden Feuermelder mit Funkkontakt angebracht und die Zufahrtswege freigeräumt. Außerdem wird der Löschbrunnen wird geprüft. Die Vereinsmitglieder sind in den vergangenen Monaten zweimal Brandopfer geworden. Vor dem Wohnwagenbrand mit Todesfolge vor zwei Wochen war im Dezember im Gemeinschaftsgebäude Feuer ausgebrochen. Dabei brannte der Dachstuhl komplett aus, das Haus ist nun eine Ruine. Die Kesselberger suchen derzeit auch nach Mitteln, ihr zentrales Gebäude wieder aufzubauen.

Die Brandschutzmaßnahmen, die sie nun in Angriff nehmen wollen, sind teilweise offensichtlich Ergebnis eines Gesprächs Ende Februar, das auf Initiative der Gemeindevertreterin und Kreistagsabgeordneten Anja Grabs (Grüne) zustande kam. Sie sieht sich als Vermittlerin zwischen dem Kulturprojekt und Leuten in Gosen-Neu Zittau. Sie hatte die Gemeindevertreter des Ortes zu ihrem Besuch bei den Kesselbergern eingeladen. Mitgekommen sind schließlich Mathias Hey, Gemeindevertreter und Ortswehrführer, sowie Klaus-Dieter Decker, Spreenhagener Amtswehrführer.

„Wir wurden mit einer Kaffeetafel willkommen geheißen“, erzählt Anja Grabs in ihrem persönlichen Blog im Internet. Mathias Hey habe dort erst einmal eine Standpauke gehalten. Der Verein müsse dafür sorgen, sämtliche Gebäude zugänglich für die Feuerwehr zu machen, berichtet die Politikerin ebendort. „Die Leute fragen sich zu Recht, was passiert, wenn die dürren Kiefern im Wald Feuer fangen“, sagte Anja Grabs zur MOZ. „Nach den Ereignissen sind unsere Nachbarn verunsichert und besorgt“. Das wissen auch die Kesselberger. „Das offene Gespräch empfinde ich persönlich als ein Zeugnis einer politischen Kultur des Miteinanders“, schreibt eine Aktive aus dem Kulturprojekt über den Besuch aus der Gemeindevertretung. Es gehe auch darum, das verlorene Vertrauen wieder aufzubauen.

Vertrauen aufbauen

Dazu sollen offensichtlich in naher Zukunft weitere Gesprächstermine folgen. Angedacht ist ein weiteres Treffen mit der Feuerwehr Neu Zittau und eines mit dem Ortsbeirat von Neu Zittau. Die Leute vom Kesselberg wüssten, dass ihr Image im Ort nicht das beste sei, glaubt Anja Grabs, die sich selbst für in Anspruch nimmt, die Ideale der Kesselberger ganz gut nachvollziehen zu können. „Wäre doch schön, die aktuelle schwierige Zeit zu nutzen, um etwas zum Positiven zu verändern“, findet sie.

Info: Wer das Projekt unterstützen will, findet Kontaktdaten im Internet unter kesselberg.info/