"Wir wollten gerade den Senioren etwas bieten", so Cassio Redlich, "sie sind im Moment doch sehr auf sich gestellt." Im Grünheider Alloheim geben die beiden Brandenburger Standard-Vizemeister sonst Kurse unter dem Motto "Tanzen im Sitzen". Wegen der Coronavirus-Pandemie ist das aktuell nicht möglich.
So wird nun eben der Vorplatz des Seniorenheims zum Tanzparkett. "Bist Du aufgeregt?", fragt Cassio Redlich kurz vor Beginn seine Tanzpartnerin. "Ja", antwortet sie, "ist eben auch das erste Mal, dass wir so etwas machen." Viele Fenster sind geöffnet, vor den Türen stehen Bewohner und Mitarbeiter mit Mundschutz. Sie alle verfolgen, wie die beiden Turniertänzer zu Liedern wie "Für mich soll’s rote Rosen regnen" von Hildegard Knef oder Ella Endlichs "Küss mich, halt mich, lieb mich" über das Pflaster schweben.  Nach einem Wiener Walzer zum Abschluss schwenken die Tänzer draußen und einige Bewohner drinnen dann noch im Takt der Musik gemeinsam Tücher.
"Das war eine richtig tolle Sache", sagt Cassio Redlich nach der zweiten Tanzrunde auf der Rückseite des Heims: "Dort haben die Bewohner auf den Balkons mitgetanzt." Die Aktion ist nur der Auftakt einer ganzen Tanzreihe. "Meine Frau ist nachts aufgewacht und hat gesagt, dass wir das auch vor anderen Einrichtungen machen könnten", so der hauptamtliche Polizeibeamte. Ihren Urlaub in der zweiten Aprilhälfte verbringen sie nun mit neun weiteren Auftritten.
So geht es am Montag um 15.30 Uhr vor dem Erkneraner Senioren-Wohnpark weiter. Am Dienstag folgt dann um 10.30 Uhr ein Tänzchen vor Erkners DRK-Pflegeheim und am Donnerstag können sich um 15.30 Uhr die Bewohner der Alexa-Seniorenresidenz in Woltersdorf auf Andrea und Cassio Redlich freuen.