Corona-Krise
: Stundung der Miete soll in Erkner Not lindern

Vermieter im Raum Erkner kommen Händlern bei der Miete entgegen. Wohnungsgesellschaft rät zu Nutzung von Soforthilfen.
Von
Annette Herold
Erkner/Gosen
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Vermieter im Raum Erkner kommen Händlern bei der Miete entgegen. Wohnungsgesellschaft rät zu Nutzung von Soforthilfen. (Symbolbild)

Kai Remmers/dpa

Das Buchgeschäft hat sich in Erkner in Gewerberäumen der Wohnungsgesellschaft WGE eingemietet. Deren Geschäftsführerin Susanne Branding hofft, dass alle Geschäfte in Erkners Flaniermeile die Krise überstehen – und hat beizeiten gegenzusteuern versucht. „Wir wollen unsere Gewerbemieter halten. Das hat im Moment oberste Priorität“, sagt die Geschäftsführerin. Sie berichtet zugleich, das Auswirkungen der Krise sich am Zahlungsverhalten von Wohnungsmietern bislang so gut wie gar nicht abzeichnen. An die Händler dagegen seien noch im März Briefe gegangen, in denen die WGE Optionen aufzeigt. Darin wird unter anderem auf die Homepage der Industrie- und Handelskammer verwiesen, auf der eine Link-Sammlung zu Corona-Hilfen zu finden ist. Die Wohnungsgesellschaft bietet außerdem die Stundung der Kaltmieten an und stellt in Aussicht, dass bei nachgewiesenen Notlagen und nach Besprechung in den Gremien auch Teil-Erlasse ausstehender Zahlungen in Betracht kommen könnten. „Aber bei Stundung trägt man die Zahlungen vor sich her“, gibt Susanne Branding zu bedenken und rät Gewerbetreibenden deshalb, zunächst alle Hilfen zu nutzen. „Sie sind ein wichtiger Baustein, dass es sich in Erkner gut leben lässt“, heißt es in dem Brief. Viele Reaktionen hätten gezeigt, dass das Schreiben und die Angebote darin bewirken, worauf die WGE nach Worten der Geschäftsfüherin abzielt: den Händlern Halt zu geben.

Um die langfristige Sicherung von Mietverhältnissen geht es gerade auch im Gosener Müggelpark, wo von 30 Geschäften um die 20 derzeit geschlossen sind. Die Geschäftsführung des Einkaufszentrums sei bereit, die Nettokaltmieten für April und Mai auf Antrag zu stunden, berichtet Anka Chilla, die Assistentin des Centermanagements. Vorstellbar sei auch, denen, die offen haben, aber weniger frequentiert sind, mit einer Stundung von 50 Prozent entgegen zu kommen. Nachfragen habe es jedenfalls reichlich gegeben, sagt Anka Chilla, sowohl von kleinen Geschäften als auch von Handelsketten.

Miet-Stundung als Option

Auch im Fürstenwalder Rathauscenter sind etliche Geschäfte geschlossen – neben den Einnahmeausfällen lasten laufende Kosten wie Mietzahlungen auf den Inhabern. „Drei, vier Mieter sind gleich an uns herangetreten“, sagt Center-Manager Michael Borrmann. Im persönlichen Gespräch laufe es meist auf eine Stundung der Miete und "eventuell ergänzende Maßnahmen des Staates“ hinaus. Um Einnahmeverluste auszugleichen, müsse auch er dann Gespräche mit Banken führen, sagt Borrmann.

Hilfen gegen Pandemie-Folgen

Auf Angebote weist der Landtagsabgeordnete und Schöneicher Gemeindevertreter Philip Zeschmann (Freie Wähler) hin:

"Soforthilfe Corona" lautet das Stichwort für eine Nothilfe zur Liquiditätssicherung von Selbstständigen und kleinen Unternehmen. Ausgegeben wird sie über die Investitions- und Landesbank (https://www.ilb.de/de/wirtschaft/zuschuesse/soforthilfe-corona-brandenburg).

Auch die Aussetzung der Beiträge für Kita und Hort führt er an.

Eine Regelung zur Entlastung der Kommunen stehe noch aus. Die Freien Wähler fordern mit den Linken unter anderem, dass die Kommunen bis 2023 keine ausgeglichenen Haushalte vorlegen müssen. Im Landtag steht für heute ein Gesetzentwurf auf der Tagesordnung, demzufolge Kommunen zeitweise von den Regelungen der Kommunalverfassung abweichen können.

Eine Link-Sammlung bietet die Industrie- und Handelskammer unter www.ihk-ostbrandenburg.de⇥red