Einzelhandel: Reizendes zu Weihnachten

Schönes für drunter und drüber: Gundi Rangnow empfiehlt als Geschenk auf den letzten Drücker Strumpfhosen.
Annette Herold/MOZKnallrot soll er sein. Der Mann, der gerade das Wäschegeschäft in der Erkneraner Friedrichstraße betreten hat, weiß ganz genau was er will. Einen Body für seine Frau möchte er kaufen. Welche Größe es denn sein soll, will Inhaberin Gundi Rangnow wissen. So genau kenne er sich da nicht aus, erwidert der Mittdreißiger, Konfektions– und BH–Größe seiner Frau kann er aber nennen. Diese Angaben genügen der Fachfrau, mit der gewünschten Unterwäsche kann sie einen Tag vor Heiligabend aber nicht helfen, zumindest nicht in Rot und so wie er sich das Geschenk vorstellt. Ob es stattdessen BH und Höschen sein könnten, will der Kunde erst einmal in Ruhe überdenken.
Über die Jahre hat Gundi Rangnow viele Männer beraten, die ihren Liebsten mit einem schönen Wäschestück — und ein bisschen auch sich selbst — zu Weihnachten eine Freude bereiten wollen. Die meisten hätten klare Vorstellungen, erzählt sie. Nachtwäsche sei für den Gabentisch nach wie vor auch sehr gefragt, und anders als früher eher kurz– als langärmelige. „Die Leute haben alle warme Wohnungen“, hat Gundi Rangnow in vielen Verkaufsgesprächen festgestellt. Und sie hat noch einen Tipp für Auf–den–letzten–Drücker–Käufer: Eine schöne Strumpfhose oder ein Slip kämen meistens gut an.
Wem was gefällt, hängt natürlich von persönlichen Vorlieben ab. Auch beim Buchkauf, wie Susanne Fischer von der Buchhandlung Wolff sagt. Gedrucktes zum Fest sei nach wie vor sehr beliebt, sagt sie, und hat dann doch noch Empfehlungen parat. Isabel Allendes neuester Roman „Dieser weiter Weg“, „Das Geschenk“ von Sebastian Fitzek und „Das geheime Band“ von Förster Peter Wohlleben jedenfalls seien gefragt. Und für die Jüngeren verweist die Buchhändlerin auf den neuesten Band aus der Reihe „Die Schule der magischen Tiere“.
In Erkner sind aber vor allem die Lebensmittelmärkte gut gefüllt. Auch in der Fürstenwalder Innenstadt ist am Montag spürbar mehr Betrieb als an anderen Tagen. Ob in der Eisenbahnstraße oder in der Fürstengalerie, überall sind Menschen zu sehen, die in die Läden strömen und oft mit Einkaufstüten wieder herauskommen. In der Parfümerie in der Einkaufspassage am Markt stehen um die Mittagszeit meist mehrere Kunden zugleich vor den Regalen, einen Tag vor Toresschluss auf der Suche nach passenden Geschenke. „Wir sind für den Ansturm heute gerüstet“, sagt Jaqueline Kutschinski, Verkäuferin in der Parfümerie. Aus Erfahrung weiß sie, dass meist Männer auf den letzten Drücker Geschenke besorgen. Manche haben ein Foto vom Lieblingsduft ihrer Frau dabei. Bei der großen Auswahl keine schlechte Idee.
Sträuße zum Fest
Zwei Sträuße aus Tanne, Zapfen und Kugeln hat Yvonne Schäfer aus Jänickendorf für ihre Mutter und Schwiegermutter im Blumenladen besorgt. „Das bekommen sie jedes Jahr zu Weihnachten“, erzählt die 47–Jährige. Rund 50 Bestellungen an Weihnachtssträußen hat Floristin Petra Baganz vorzubereiten.
Aber es müssen nicht immer die großen und hochwertigen Geschenke sein. „Ich verschenke nur Handgemachtes“, sagt Marina Müller (52), die in diesem Jahr für ihre Lieben bunte Papiersterne gebastelt hat. Für Brigitte Dörfert (67) aus Fürstenwalde fällt derweil das große Kochen zum Fest aus. Ihr Sohn Enrico (38) hat für das Familienessen einen fertig gebrutzelten Gänsebraten mit Rot–und Grünkohl bestellt. „Das ist eine sehr schöne Idee, zumal ich gesundheitlich angeschlagen bin“, freut sich Brigitte Dörfert.