Engagement: Gemeinsam Spaß am Putzen in Woltersdorf
Zumindest für kurze Zeit sah die Woltersdorfer Strandpromenade am Sonnabend blitze–blank aus. Rund ein Dutzend Mitstreiter waren dem Aufruf des Mittelstandsvereins gefolgt, um die beliebte Flaniermeile am Flakenseeufer vom Laub zu befreien. „Wir sind jedes Jahr dabei“, sagten Ines Tippmann und Andrea Rehwaldt unisono. Für sie sei es eine Selbstverständlichkeit, auch wenn zu Hause, vor dem eigenen Grundstück, noch ein weiterer Einsatz anstehe.
Angefangen hatte der Verein vor knapp zehn Jahren mit Putzaktionen am Berliner Platz. Da seien sie damals jedoch von Anwohnern „mit dummen Sprüchen belegt, statt hilfreich unterstützt worden“, erinnern sich die beiden Frauen. So sei der Ortswechsel nur logisch gewesen. Andrea Rehwaldt bemerkt allerdings, dass auch an neuer Stelle das Engagement der Anrainer ausbaufähig wäre. „Ich hab Passanten schon Harken angeboten, es hat aber keiner zugegriffen.“ Immerhin hat die kleine Martha geholfen, die vom Fenster aus die fleißige Putzkolonne sah.
Mitreiter im Ort verteilt
Und es haben sich zudem an anderen Stellen im Ort Mitstreiter gefunden. Am Tade–Platz zum Beispiel — der an jenen Otto Tade erinnert, der bis 1919 Vorsitzender des Woltersdorfer Verschönerungsvereins war und den Orts als Ausflugsziel belebt hat — schrubbte Olaf Schenkel von den Sicherheitspartnern den Gedenkstein. „Im Vorjahr habe ich die Schrift erneuert, heute kommt das Moos runter.“ Danach beseitigte er noch die angrenzende Fläche vom Blättermeer. Das wanderte in die von der Gemeinde kostenlos bereitgstellten und vom Vorsitzenden des Mittelstandvereins, Klaus–Steffen Niedersätz, verteilten Laubsäcke. 50 Stück hatte er in Empfang genommen und jeder, der sich für den Herbstputz angemeldet hatte, bekam die erforderliche Stückzahl ausgehändigt. Niedersätz sprach von knapp 50 Woltersdorfern, die sich dem Aufruf angeschlossen haben.
Anwohner fegten etwa in der Rosenberg– und der Waldstraße. An der Alten Schule wurde genauso geputzt, wie an der Kita „Entdeckerland“. Der Motorsportclub trug in der Vogelsdorfer Straße Müll zusammen und die Linken kümmerten sich um den Platz am VDN–Denkmal. „Wir pflegen die Fläche ohnehin das ganz Jahr über“, sagte Eva Böhm. Mitte der 1990er–Jahre habe sie damit begonnen. "Wir haben die Stätte bepflanzt und Bänke aufgestellt. Der Platz wird geachtet und wenig verschmutzt“, ist die froh. Am Sonnabend befüllt ihr Mann Dietrich ein um den anderen Sack mit Blattwerk und wurde dabei von Peter Hochmuth. Für die beiden Herren ist das Engagement Ehrensache, obwohl sie es zusammen auf ein Alter von 169 Jahre bringen, wie sie schmunzelnd bemerken.
In Warnwesten gehüllt nutze auch das Woltersdorfer Bürgerforum den Sonnabend, um die Pflanzschalen in der Straße An den Fuchsbergen herzurichten. Laut Faustina Uhlemann–Harms sei die Terminüberschneidung allerdings zufällig. "Wir haben einen Pflegevertrag mit Gemeinde für die Wand“, sagt die Woltersdorferin. So haben gut 20 Helfer, darunter zwei Kinder, an dem Vormittag aus den Kübeln zuerst alles Verwelkte und das Unkraut herausgezupft und anschließen 2500 Zwiebeln für Frühblüher hinein gesteckt — Krokusse, Tulpen und Osterglocken.


