Feuerwehr Grünheide
: Ins Eis eingebrochen – wie rette ich mich?

Die Feuerwehr warnt vor akuter Lebensgefahr. Doch was tun, wenn man ins Eis einbricht? Rettungskräfte aus dem Landkreis Oder-Spree klären auf.
Von
Dennis Lloyd Brätsch
Grünheide
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Feuerwehr warnt vor akuter Lebensgefahr: Doch was kann man tun, wenn man im Eis eingebrochen ist?

Feuerwehr warnt vor akuter Lebensgefahr: Doch was kann man tun, wenn man im Eis eingebrochen ist?

Dennis Lloyd Brätsch

Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sind viele Seen im Landkreis Oder-Spree mit einer Eisschicht bedeckt. Doch was auf den ersten Blick stabil aussieht, kann schnell zur tödlichen Gefahr werden. Aus diesem Grund werde es keine Freigabe zum Betreten in Brandenburg geben, erklärt Frank Kersten von der Freiwilligen Feuerwehr Grünheide. Doch was tun, wenn man ins Eis einbricht?

Gleich vier Wehren aus den Gemeinden Grünheide, Woltersdorf, Gosen und Erkner trafen sich am Samstag (15. Februar) bei bester Witterung mit der Tauchergruppe des Landkreises Oder-Spree, um genau dieses Szenario gemeinsam zu üben. Dabei ging es dabei, am vermeintlich zugefrorenem Störitzsee die Rettung von verunglückten Personen zu üben. Doch die nur eineinhalb Zentimeter dicke Eisschicht bricht unter dem Gewicht der Feuerwehrtaucher schnell ein.

Ins Eis eingebrochen: Kann ich mich selbst retten?

„Ja“, sagt Axel Meinhardt von der Tauchergruppe der Freiwilligen Feuerwehr Grünheide. Es sei wichtig, Kraft zu sparen, um nicht zu schnell auszukühlen. Man sollte versuchen, sich mit dem Oberkörper auf dem Eis abzustützen, um sich dann auf das Eis zu rollen. Wenn das nicht klappen sollte, könne man mit den Ellenbogen die Eisdecke vor sich aufbrechen, um sich vorwärtszubewegen. „Am besten geht man den gleichen Weg zurück“, erklärt der Feuerwehrmann.

Feuerwehrtaucher Axel Meinhardt erklärt: Man solle mit dem Oberkörper auf das Eis, um sich dann herauf zu rollen.

Feuerwehrtaucher Axel Meinhardt erklärt: Man solle mit dem Oberkörper auf das Eis, um sich dann herauf zu rollen.

Dennis Lloyd Brätsch

Es sei wichtig, nicht in Panik zu verfallen. Je mehr Energie verbraucht werde, desto schneller kühle der Körper aus. Dies könne bei niedrigen Temperaturen schon nach wenigen Minuten zu schweren medizinischen Folgen bis hin zur Bewusstlosigkeit führen. „Schafft man es nicht, sich selbst zu retten, solle man laut um Hilfe rufen, um auf sich aufmerksam zu machen“, erklärt Feuerwehrtaucher Meinhardt.

Wie helfe ich Menschen, die ins Eis eingebrochen sind?

Laut Frank Kersten, der die Übung am Störitzsee koordiniert hat, ist es besonders wichtig, frühzeitig den Notruf abzusetzen. Je schneller die Rettungskräfte alarmiert werden, desto schneller können sie den Verunglückten aus dem kalten Wasser retten. Wenn man an den Verunglückten herankommt, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen, kann man auch selbst versuchen, den Verunglückten zu retten.

  • Wie gefährlich das Betreten von Eisflächen ist, wird deutlich, als einer der rettenden Feuerwehrleute selbst im eiskalten Wasser landet.

    Wie gefährlich das Betreten von Eisflächen ist, wird deutlich, als einer der rettenden Feuerwehrleute selbst im eiskalten Wasser landet.

    Dennis Lloyd Brätsch
  • Der Kamerad muss nun allein zu der verunglückten Person vorrücken.

    Der Kamerad muss nun allein zu der verunglückten Person vorrücken.

    Dennis Lloyd Brätsch
  • Mit einem Hilfsmittel wird der Verunglückte, in diesem Fall Feuerwehrmann Axel Meinhard, gerettet.

    Mit einem Hilfsmittel wird der Verunglückte, in diesem Fall Feuerwehrmann Axel Meinhard, gerettet.

    Dennis Lloyd Brätsch
  • Der Feuerwehrmann aus Woltersdorf schildert, wie schwierig es war, zu dem Verunglückten vorzurücken.

    Der Feuerwehrmann aus Woltersdorf schildert, wie schwierig es war, zu dem Verunglückten vorzurücken.

    Dennis Lloyd Brätsch
  • Die Feuerwehrkräfte kriechen flach über die Eisdecke, um ihre Auflagefläche zu vergrößern.

    Die Feuerwehrkräfte kriechen flach über die Eisdecke, um ihre Auflagefläche zu vergrößern.

    Dennis Lloyd Brätsch
  • Mit warmer Kleidung und speziellen Tauchanzügen üben die Feuerwehrkräfte die Eisrettung.

    Mit warmer Kleidung und speziellen Tauchanzügen üben die Feuerwehrkräfte die Eisrettung.

    Dennis Lloyd Brätsch
  • In mehreren Durchgängen wurde Taucher Axel Meinhard von den Feuerwehrleuten aus Grünheide, Woltersdorf, Erkner und Gosen gerettet.

    In mehreren Durchgängen wurde Taucher Axel Meinhard von den Feuerwehrleuten aus Grünheide, Woltersdorf, Erkner und Gosen gerettet.

    Dennis Lloyd Brätsch
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„Wichtig ist, dass man dem Verunglückten nicht etwa die Hand reicht, um ihn herauszuziehen“, macht Frank Kersten deutlich. „Er kann so viel Kraft aufwenden, dass er auch den Retter ins Wasser ziehen kann“, erklärt der erfahrene Taucher.

Stattdessen sollte man Hilfsmittel benutzen, die an Seen bereitstehen, wie beispielsweise ein Rettungsring oder aber man sucht sich einen langen Ast oder benutzt die eigene Jacke, schildert Kersten die Rettungsmöglichkeiten während der Übung.

Feuerwehrleute brechen bei der Übung selbst ins Eis ein

Wie gefährlich das Betreten der Eisfläche ist, wird deutlich, als die Feuerwehr selbst auf der Eisfläche versucht, den Verunglückten, in diesem Fall einen Feuerwehrmann, zu retten. Selbst mit vergrößerter Auflagefläche brechen die Feuerwehrleute durch die dünne Eisdecke und landen im eiskalten Wasser. Deshalb appelliert Feuerwehrmann Frank Kersten noch einmal, Eisflächen nicht zu betreten. „Das ist lebensgefährlich“, macht er deutlich.

Die Übung, die einmal im Jahr von der Tauchergruppe des Landkreises Oder-Spree durchgeführt wird, zeigte auch den Feuerwehrleuten und Beamten der Wasserschutzpolizei Erkner, wie schwierig es ist, sich auf dem Eis zu bewegen. Trotz warmer Kleidung und spezieller Taucheranzüge kostet die Rettung der Verunglückten viel Kraft. Laut Kersten ist die Eisrettungsübung ein wichtiger Bestandteil der Feuerwehrausbildung. Sie zeigt den Kameraden der Feuerwehr die Tücken der Rettung in einem Eis-Einbruch-Szenario und den richtigen Umgang mit den Taucheranzügen.