Feuerwehr Wilhelmshagen
: Feuerwehrleute in Berlin-Rahnsdorf bekommen neue Wache

Der Neubau der Feuerwache Wilhelmshagen wird nach 30 Jahren endlich in die Tat umgesetzt. Wie teuer wird es und was loben und kritisieren die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr?
Von
Janine Richter
Berlin-Rahnsdorf
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Baustart für die neue Feuerwache in Wilhelmshagen an der Fürstenwalder Allee: Wann soll der Neubau fertig sein?

Baustart für die neue Feuerwache in Wilhelmshagen an der Fürstenwalder Allee: Wann soll der Neubau fertig sein?

Steiner Weißenberger Architekten BDA
  • Feuerwehr Wilhelmshagen erhält nach 30 Jahren neue Wache, Fertigstellung für 2026 geplant.
  • Standort an der Fürstenwalder Allee, Baukosten von 10 Millionen Euro.
  • Alte Wache in der Frankenbergstraße ist 134 Jahre alt und verfällt.
  • Schwierigkeiten bei der Mitgliederwerbung, da das alte Gebäude abschreckend wirkt.
  • Senat sicherte Finanzierung trotz Haushaltslage, Bauarbeiten haben begonnen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das alte Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr Wilhelmshagen im Berliner Ortsteil Rahnsdorf (Bezirk Treptow-Köpenick) verfällt sichtbar. Kein Wunder, das Wachgebäude an der Frankenbergstraße ist 134 Jahre alt.

Die Kameraden und Kameradinnen kämpfen seit Jahrzehnten darum, endlich ein neues Gebäude und bessere technische Ausstattung zu bekommen. Bereits gleich nach der Wende wurde ihnen eigentlich eine neue Feuerwache versprochen.

Neue Feuerwache Wilhelmshagen soll 2026 fertig sein

Jetzt, so scheint es, sind sie endlich am Ziel. Direkt neben einem riesigen Wohnprojekt mit Kita an der Fürstenwalder Allee soll ihre neue Feuerwache entstehen. Die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) wird das neue Gebäude in XL-Format bauen. „Der Gebäudetyp XL ist für 5 Fahrzeuge, 54 Feuerwehreinsatzkräfte und mindestens 20 Mitglieder der Jugendfeuerwehr vorgesehen“, so eine Sprecherin. Der L-förmige Bau werde über rund 1.500 Quadratmeter Nutzfläche verfügen und aus Büro- und Sozialräumen über zwei Geschosse sowie der Fahrzeughalle bestehen.

Das ging plötzlich ganz schnell: Für die neue Feuerwache an der Fürstenwalder Allee in Rahnsdorf wurde kürzlich gerodet. Die eingefallenen Gebäude einer ehemaligen Kaserne standen schon jahrelang leer.

Das ging plötzlich ganz schnell: Für die neue Feuerwache an der Fürstenwalder Allee in Rahnsdorf wurde kürzlich gerodet. Die eingefallenen Gebäude einer ehemaligen Kaserne standen schon jahrelang leer.

Janine Richter

Die Baugenehmigung erteilte das Bezirksamt Treptow-Köpenick im Dezember 2024. Die ersten Rodungsarbeiten am Standort fanden im Januar statt. Im Februar/März dieses Jahres sollen die Bestandsgebäude rückgebaut werden und die Schadstoffentsorgung erfolgen. „Die Fertigstellung des Neubaus ist aktuell für Mitte 2026 vorgesehen“, sagt dazu Pressesprecherin Sabine Beikler von der Senatssportverwaltung.

Feuerwehr-Kameraden glücklich über Neubau – Altbau zerfällt

Bei der Freiwilligen Feuerwehr Wilhelmshagen atmet man auf. „Grundlegend, sind wir sehr glücklich, den seit mehr als 30 Jahren geplanten und nun endlich stattfindenden Neubau zu bekommen“, sagt Wehrleiter Maximilian Marzahn. „Es ist sehr wichtig, denn das alte Gebäude ist kaum noch zu unterhalten und verfällt zusehends mehr und mehr.“

Die Feuerwehr bestehe derzeit aus 22 Kameradinnen und Kameraden sowie 25 Mitgliedern in der Jugendfeuerwehr. „Wir können kaum bis gar keine neuen Kameraden aufnehmen, weil wir nicht die Möglichkeiten hätten, diese auf der Wache unterzubringen“, erzählt Marzahn. Die Mitglieder-Werbung sei „sehr schwer“, da die Feuerwache in der Frankenbergstraße niemand wahrnehme und wenn sich Bewerber das Gebäude dort ansehen, einfach Entsetzen über die Bedingungen herrsche.

Schwierigkeiten bei der Werbung neuer Mitglieder

Was zählt alles zu den Unannehmlichkeiten – Marzahn gibt einen groben Einblick: „Die Jugendfeuerwehr zieht sich in den Fahrzeughallen neben den Löschfahrzeugen um“, erzählt er. „Wenn die Fahrer der Löschfahrzeuge herausfahren, tun sie dieses ohne Spiegel, da ihnen zum Rangieren, nur sieben Zentimeter auf jeder Seite bleiben.“

Der Zug besteht aktuell aus zwei Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug (Baujahr 2010 und 2011), einem First Responder Fahrzeug (Opel Corsa, Baujahr 2009) und einem Schlauchboot. „Andere oder neue Fahrzeuge gibt es nicht aufgrund des Platzmangels am alten Standort“, so Marzahn.

Bis zu 400 Einsätze in Berlin, aber auch in Schöneiche und Erkner

Zu dem Einsatzgebiet der Feuerwehrmänner und -frauen zähle in erster Linie Rahnsdorf, Hessenwinkel, Neu Venedig und Wilhelmshagen. In Ausnahmefällen helfe man auch berlinweit bei Sturm, Glatteis und ähnlichen Lagen aus. „Es kommt auch vor, dass wir mal nach Erkner oder Schöneiche fahren. Die Kameraden sehen wir oft im Sommer bei Waldbränden. Die Zusammenarbeit ist dann immer sehr gut“, schildert Marzahn. Auch mit der Freiwilligen Feuerwehr Erkner sei man kameradschaftlich verbunden.

Im Schnitt fahre die Freiwillige Feuerwehr Wilhelmshagen im Jahr zwischen 300 und 400 Einsätze. Die Wache sei auch in der Abmarschfolge für den Flughafen BER vorgesehen – bei Tesla hingegen nicht. Da sind die Landesgrenzen starr. „In der Regel ist nicht vorgesehen, dass Berlin nach Brandenburg fährt und umgekehrt.“ Allerdings hätte man nichts gegen eine engere Zusammenarbeit.

Der Standort der Feuerwehr Wilhelmshagen als Schatten im Glück

Ein kleiner Wermutstropfen im Glück sei die Standortauswahl für das neue Gebäude, erklärt Wehrführer Marzahn. „Taktisch gesehen, ist der neue Standort nicht so gut gewählt, da die Ortsmitte natürlich der beste Weg für alle Kameraden zur Wache wäre. Das würde auch den Weg mit den Fahrzeugen schneller gestalten“, sagt Marzahn. Doch aufgrund des Naturschutzes und ähnliche Vorschriften sei dies der einzige verbliebene Standort gewesen.

Die 134 Jahre alte Feuerwache der Freiwilligen Feuerwehr Wilhelmshagen in der Frankenbergstraße. Rahnsdorf, sollte schon vor 30Jahren ersetzt werden. Doch noch immer müssen die Kameraden und Kameradinnen damit Vorlieb nehmen.

Die 134 Jahre alte Feuerwache der Freiwilligen Feuerwehr Wilhelmshagen in der Frankenbergstraße. Rahnsdorf, sollte schon vor 30 Jahren ersetzt werden. Doch noch immer müssen die Kameraden und Kameradinnen damit Vorlieb nehmen.

Janine Richter

Das Gebäude sei so groß gewählt worden, weil der aktuell stationierte Rettungswagen des Arbeiter-Samariter-Bundes in Rahnsdorf mit auf den neuen Standort ziehen wird, erklärt der Wehrführer. Die Kollegen hätten dann ihre eigenen Sozialräume und ihren Stellplatz in der Fahrzeughalle.

Neubau wird 10 Millionen Euro kosten

Trotzdem der Senat derzeit aufgrund der maroden Berliner Haushaltslage an allen Ecken und Enden spart, wurde dennoch im Oktober 2024 die Finanzierung der neuen Wache in Wilhelmshagen im Hauptausschuss gesichert. Sprach im März 2022 Iris Spranger, Senatorin für Inneres und Sport, noch von 7,5 Millionen Baukosten, hieß es nun in der aktuellen Vorlage: „Nach derzeitigem Stand werden die Gesamtkosten für den Ersatzneubau der Freiwilligen Feuerwehr Wilhelmshagen 10 Millionen Euro betragen.“

Zudem wird erwähnt, dass wenn es zu weiteren Baukostensteigerungen kommen sollte, dies durch einen Posten der Senatssportverwaltung gedeckt wäre. Der Vorlage wurde laut Protokoll einstimmig von CDU, SPD, Grüne und Linke zugestimmt. Die AfD enthielt sich. „Die Maßnahme wird im Wesentlichen aus Mitteln des Sondervermögens Infrastruktur der Wachsenden Stadt (SIWA) finanziert“, bestätigt Pressesprecherin Beikler.

Leerstand an der Fürstenwalder Allee

Auf der Fläche des neuen Feuerwehr-Standortes befand sich jahrelang Wald und ungenutzte Gebäude der ehemaligen „Kaserne Hessenwinkel“. Ab 1970 wurde das Gebiet als Kaserne „Ho-Chi-Minh“ des Grenzausbildungsregiments 39 der DDR-Grenztruppen. Ab 1991 wurde es zeitweise zur Unterbringung von Asylbewerbenden genutzt. Der Leerstand dauert seit dem Jahr 2000 an und immer wieder waren diverse Müllablagerungen zu beobachten.