Feuerwerk aus KW: Wo es in Königs Wusterhausen produzierte Raketen und Böller gibt

Rakten, Böller und Fontänen: Um das neue Jahr zu begrüßen, lassen es die Deutschen nicht nur ordentlich knallen. Die Feuerwerksindustrie nimmt innerhalb ganz weniger Tage Milliarden ein. Pulver Pyrotechnik aus Königs Wusterhausen gehört seit Jahren zu den großen Herstellern, die für den Jahreswechsel ausrüsten.
Thomas Frey/dpa- Feuerwerk aus Königs Wusterhausen: nachhaltige Produktion von Pulver Pyrotechnik.
- Julian Röhr setzt auf umweltfreundliche Materialien, kein Plastik, biologisch abbaubar.
- Produktion erfolgt in China, Verkauf startet am 28. Dezember.
- Feuerwerk nicht nur zu Silvester, auch bei Hochzeiten und Stadtfesten beliebt.
- Verkauf an mehreren Standorten, u.a. Berlin Baumschulenweg.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Alle Jahre wieder ist nach Weihnachten auch vor Silvester. Die Planungen für den Jahreswechsel laufen auf Hochtouren und selbstverständlich ist abermals Ausnahmezustand im Einzelhandel. Neben Fondue-Fleisch und Sekt steht vor allem aber auch Feuerwerk auf den meisten Einkaufszetteln.
Um alte Geister zu vertreiben und das neue Jahr gebührend willkommen zu heißen, wird geknallt und geböllert, was das Zeug hält. Ob in Supermärkten oder in Blumenläden, Baumärkten und sogar an der Tankstelle – überall ist ab dem 28. Dezember (in diesem Jahr ist das der offizielle Verkaufsstart fürs Feuerwerk) Knallzeug erhältlich.
Feuerwerk aus KW ist Herzensangelegenheit
Darunter wird auch Feuerwerk sein, dass seinen Ursprung im beschaulichen Königs Wusterhausen hat. Julian Röhr wurde die Liebe und die Leidenschaft für alles was knallt und bunte Effekte hat, in die Wiege gelegt. Bereits sein Vater blickt auf eine über 40-jährige Karriere als Pyrotechniker zurück und Röhr Junior hat seine Passion ebenfalls schon vor 17 Jahren zum Beruf gemacht. Der gelernte Veranstaltungstechniker entwickelte die Marke Pulver Pyrotechnik, mit seinem Sitz in Niederlehme.
„Uns ist es vor allem wichtig, dass unsere Feuerwerke Spaß machen. Wir setzen auf Effekte und eine lange Brenndauer, sodass auch wirklich jeder etwas davon hat und man am Ende auch sieht, wofür man sein Geld ausgibt“, erzählt Julian Röhr. Der Event-Profi musste für die Pyrotechnik eine Zusatzausbildung machen, da es den Beruf des Pyrotechnikers in der Form gar nicht mehr gibt. Ihm ist es allerdings eine Herzensangelegenheit, dass man mit Feuerwerk nicht einfach nur Geld verbrennt, sondern die „Ahhh-“ und „Ohhhhh“-Rufe auch wirklich aus Überzeugung kommen und sich Menschen daran erfreuen.
Auch in Sachen Umweltschutz ist Julian Röhr engagiert. Sein Produktportfolio hat er so umgestaltet, dass das Feuerwerk am Ende sogar biologisch abbaubar ist. „Wir haben uns das Ziel gesetzt, Feuerwerk so nachhaltig zu gestalten, wie Feuerwerk es nur sein kann.“ Er ergänzt: „Wir verzichten komplett auf Plastik. Bei uns gibt weder Plastikfolien als Verpackung, noch die sogenannten Plastikspitzen oder die Zündschnurabdeckungen aus Plastik.“
Pappe statt Plastik bei der Rakete aus KW
Feuerwerksspezialist Julian Röhr und sein Team setzen damit ganz neue Maßstäbe, auch in Sachen Umweltschutz. Sämtliche früher genutzte Plastikteile wurden durch bereits recycelte Pappe beziehungsweise durch modifizierte Maisstärke ersetzt. „Sieht fast genauso aus wie Kunststoff, ist aber zu 100 Prozent biologisch abbaubar“, freut sich Röhr. Er ergänzt: „Es ist wichtig, dass wir uns auch in Sachen Feuerwerk jedes Jahr weiterentwickeln. Und wenn wir damit etwas für die Umwelt tun können, um so besser.“ Im Gegensatz zu herkömmlichem Knallzeug sollen sich die Überreste der Pulver Pyrotechnik nach spätestens vier bis sechs Wochen vollständig zersetzt haben und sich so in der Natur einfügen, dass es keine schädlichen Überreste mehr gibt.
Feuerwerk aus KW – nicht nur Silvester
Feuerwerk ist in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Ob Hochzeiten, Stadtfeste, Einschulungen, Jugendweihen oder diverse andere Jubiläen – ein Feuerwerk gehört inzwischen fast genau so zur Grundausstattung einer guten Party wie das kalte Buffet und die gekühlten Getränke.

Die neuen Feuerwerksprodukte der Pulver Pyrotechnik GmbH für das kommende Jahr stellt Julian Röhr mit seinem Team beispielsweise auf der Spielwarenmesse in Nürnberg aus.
Julian Röhr„Im Trend sind immer mehr Verbundfeuerwerke“, berichtet der Fachmann. Also einmal anzünden und, mit etwas Glück, gleich mehrere Minuten an der Feuerwerksshow aus nur einer Verpackung erfreuen. Doch wie kommen Sterne, Farben und das gewisse ‚Rummsbumms‘ überhaupt in die Schachtel? „Wir notieren unsere Ideen und Vorstellungen und reisen damit nach China“, sagt Julian Röhr. „Dort lassen wir in richtigen Feuerwerksfabriken unsere Produkte produzieren, die wir hier verkaufen.“
5 Fakten über Feuerwerk
★ 1. China gilt als die Wiege des Feuerwerks
Die ersten Formen von Schwarzpulver für Feuerwerkskörper wurden dort im 9. Jahrhundert entwickelt. Die chinesische Feuerwerksindustrie ist weltweit anerkannt.
★ 2. Die chinesische Stadt Liuyang ist mit 1700 Fabriken der größte Fabrikant
Etwa ein Drittel der Bevölkerung arbeitet dort in der Feuerwerksproduktion. Die Arbeitsbedingungen sind schlecht. Explosionen töten oder verletzen Menschen schwer. Die chinesischen Medien berichten nur über die großen Unglücke, die meisten Unfälle bleiben unerwähnt.
★ 3. Herstellung ist lebensgefährlich
In China, Indien, der Türkei oder Thailand herrschen katastrophale Zustände. Die Fabrikarbeiter leiden unter langen Arbeitstagen, Dumpinglöhnen und Kinderarbeit. Zudem setzen sie täglich ihre Gesundheit aufs Spiel.
★ 4. Tiere leiden unter der Knallerei
Silvesterfeuerwerk versetzt nicht nur Hund und Katze in Panik, sondern es weckt Tiere aus dem Winterschlaf und sorgt für Feinstaub und Müll. Das stört die Tierwelt nicht nur in der Zeit, in der das Feuerwerk erlaubt ist, sondern belastet Tier und Natur nachhaltig über mehrere Monate.
★ 5. Keine Böller sind auch keine Lösung
Ein Silvester ohne Feuerwerk ist für die meisten Menschen undenkbar. Wer nicht auf die Knallerei verzichten kann, sollte auf importierte Feuerwerkskörper verzichten und auf heimische Produkte mit CE-Kennzeichnung zurückgreifen.
Verkauf startet um 0:01 Uhr an diesen Orten
Julian Röhr ist umtriebig. Mit dem Datumswechsel um Mitternacht öffnet am 28. Dezember sein Laden in Berlin Baumschulenweg pünktlich um 0:01 Uhr. Der Mitternachtsverkauf sei bereits im vergangenen Jahr ein voller Erfolg gewesen – schon in den frühen Abendstunden vor der Ladenöffnung hätten Feuerwerksbegeisterte Schlange gestanden. Aber nicht nur in Baumschulenweg gibt es Pulver Pyrotechnik. Zu den Verkaufsstellen zählen außerdem der Firmenhauptsitz im Fürstenwalder Weg 11 C im Königs Wusterhausener Ortsteil Niederlehme, ein Pop-Up-Store in Bad Saarow, Bahnhofsplatz 8 und der Pflanzen Kölle-Markt in Wildau am A10 Center, nahe der Autobahn A10.

