Eine Mietdatenbank wollen die privaten Vermieter aufbauen, die sich im Ortsverein Erkner und Umgebung des Eigentümerverbands Haus und Grund zusammengeschlossen haben. Die Datenbank soll Rechtssicherheit bei etwaigen Mieterhöhungen bringen. Unter diesem Aspekt begrüßt auch der Mieterverein Erkner und Umgebung das Vorhaben.
Detailliertes Formular
Auf der Internet-Seite von Haus- und Grund Erkner ist das Formular abrufbar. Auf einer DIN A 4 Seite können die Anschrift des Objekts, Wohnfläche, Zimmer, Art der Heizung und sonstige Merkmale der Wohnung angekreuzt werden, bis hin zu Solaranlage, Fahrradkeller oder Isolierverglasung. Auch Felder für die Nettokaltmiete und die monatlichen Betriebskosten sind vorgesehen. Vor der Unterschrift des Vermieters oder Mieters steht der Satz: "Ich bin damit einverstanden, dass diese Angaben bei der Ermittlung von Vergleichsmieten für andere Mietwohnungen verwendet werden können."
50 der 160 Mitglieder des Ortsvereins, die bis aus Fürstenwalde und Königs Wusterhausen kommen, sagt der Vorsitzende, Piotr Zelazny, sind Vermieter. Wenn sie die Miete erhöhen wollen, müssen sie in der Regel drei Vergleichswohnungen finden, aus deren Miete sie den Anspruch ableiten können. Denn die andere rechtliche Möglichkeit ist der Mietspiegel. Den gibt es in Erkner und Umgebung aber nur in einer Gemeinde, in Schöneiche. Er ist dort gerade erst neu beschlossen worden, mit knapper politischer Mehrheit und gegen das Votum des Mietervereins Erkner und Umgebung. Das Argument gegen die Übersicht der Mieten lautete: Sie leiste nur weiteren Mieterhöhungen Vorschub.
In dieser Situation soll die Datenbank vor allem Rechtssicherheit bringen, betont Zelazny. Das begrüßt auch der Vorsitzende des Mietervereins Erkner und Umgebung, Michael Voges. Sein zentrales Argument: Wenn schon ein Mieter mit dem Wunsch des Vermieters, an der Preisschraube zu drehen, konfrontiert ist, dann sind die Nachteile durch eine sattelfest begründete Mieterhöhung geringer als die durch ein Zerwürfnis und langen Streit, womöglich vor Gericht. Letzteres drohe in vielen Fällen aber als Alternative.
Emotionale Belastung
Voges verweist dazu auf die Praxis, in vielen Fällen weit weg gelegene Vergleichswohnungen zu benennen. Über die Details, Zu- und Abschläge, werde dann lange gestritten. Auch der Mieterverein treibe solche Fälle regelmäßig in die Berufung. "Eigentlich haben wir daran aber kein Interesse", sagt Voges, selbst pensionierter Richter. Für die Mieter ist das nicht nur eine finanzielle Frage, sondern oft auch eine emotionale Belastung, sagt Voges aus Erfahrung.
Zelazny versichert, dass die Fragebögen anonym bleiben und keine schützenswerten Daten von Mietern beinhalten solle. Er ist ein bisschen stolz auf die lagerübergreifende Zusammenarbeit mit dem Mieterverein. "Da könnte sich die Politik eine Scheibe abschneiden."