Fußball
: Der brasilianische Joker sticht

Gastgeber drehen das Spiel nach einem 0:1-Pausenrückstand.
Von
Kai Beißer
Schöneiche
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Die Schöneicher Matchwinner: Felix Schäfer (links) leitete den Ausgleich durch den gerade eingewechselten Wyllames Gomes Dos Santos sehenswert ein und erzielte den Siegtreffer selbst.

Kai Beißer

Anders herum: Die Gäste aus Erkner hatten es versäumt, vor der Pause mehr als ein Tor zu erzielen, was angesichts ihrer Dominanz hochverdient gewesen wäre. „Klar, da haben wir zu wenig aus unserer Überlegenheit gemacht“, wusste auch Trainer Ronald Mersetzky. „In der zweiten Halbzeit sind wir dann nicht mehr so ins Pressing gekommen, haben das Spiel mehr und mehr aus der Hand gegeben. Dennoch hatten wir auch jetzt  die größeren Tormöglichkeiten, aber ganz vorn hat uns der letzte Punch gefehlt“, fand der 35-Jährige bei seiner Analyse treffende Worte.

Tatsächlich hätte der FVE schon nach einer Viertelstunde führen müssen. Aber der als Mittelstürmer aufgebotene Sven Paprotny – Goalgetter Paul Röwer fehlt weiter verletzt – zielte nach einem klasse Pass von Sebastian Busse mit seinem Rechtsschuss knapp einen Meter am langen Pfosten vorbei (8.). Beim Versuch des sehr offensiv ausgerichteten Kapitäns Jakob Kunert, von Robert Szczegula bedient, riss Germania-Keeper Andrew Graham gerade noch die Hände nach oben (10.). Und nach einer Busse-Flanke legte Felix Reichelt mit dem Kopf zurück auf den heranstürmenden Paprotny, dessen Kopfball aber ein wenig zu hoch angesetzt war (12.).

Erst jetzt bekamen die Schön-eicher einen besseren Zugriff auf das Spiel und konnten ihrerseits erste Akzente setzen. Pit Kumpies wurde nach schönem Zusammenspiel mit Holger Laube gerade noch abgelaufen (19.). Auf der anderen Seite nach einer halben Stunde dann aber doch das 1:0 für die Gäste – allerdings musste dafür ein abgefälschter Schuss des starken Busse herhalten. Der30 Jahre alte rechte Verteidiger hatte in der Landesliga zuletzt im Dezember 2015 bei der 3:5-Heimniederlage gegen den Ludwigsfelder FC getroffen.

Die Germania musste nach dem Rückstand mehr tun, und tatsächlich knüpften die Gastgeber nach dem Wechsel an die gute Schlussphase der ersten Halbzeit an, schoben weiter nach vorn, wirkten plötzlich viel aktiver. Zunächst fehlte es aber noch an der rechten Struktur. Die 65. Minute jedoch sollte das Spiel endgültig zum Kippen bringen: Wyllames Gomes Dos Santos wurde eingewechselt – und keine zehn Sekunden später war der 22-jährige Brasilianer mit einem Kopfball quasi in Hüfthöhe erfolgreich. Felix Schäfer hatte einen feinen Außenristpass auf Christian Heu gespielt, und dessen Flanke kam genau da hin, wo sie hin musste ...

Jetzt hatten die Schöneicher endgültig Lunte gerochen, und der aufgerückte Schäfer war es, der mit einem strammen Rechtsschuss für kollektiven Jubel bei den Einheimischen sorgte (83.).

Der 23-jährige Abwehrspieler wusste übrigens auf Anhieb, wann er das letzte Mal getroffen hatte: „In der Saison 2017/18, zum 1:0 gegen Frankonia Wernsdorf – also auch ein Derbysieg“, strahlte der Matchwinner und herzte den einen Kopf kleineren brasilianischen Torschützen.

Die erfolgreichsten Landesliga-Torschützen

Nach zwei Spieltagen hat ein Quintett in der Fußball-Landesliga Süd bereits drei Treffer erzielt: Sabit Alimanovic von der SG Großziethen, Paul Natusch vom FSV Glückauf Brieske/Senftenberg, Roland Richter (Frankonia Wernsdorf), Valentin Vetter vom VfB Hohenleipisch und Christian Mlynarczyk vom FSV Union Fürstenwalde II.⇥red