Fußball: Kennenlernen an der Taktiktafel

Übungseinheit Einwurf: Paul Röwer versucht, vor Robin Neupert (links) am Ball zu sein, den Sven Paprotny ins Spiel bringt. Ronald Mersetzky, der neue Trainer des FV Erkner (rechts im Vordergrund), korrigiert als aufmerksamer Beobachter.
Kai BeißerKurz zuvor hatte Ronald Mersetzky genau diese Varianten im Schulungsraum in der oberen Etage des Sportzentrums am Dämeritzsee an der Taktiktafel durchgespielt, Laufwege aufgemalt und wieder weggewischt. Ähnliches wiederholte sich mit gegnerischen Freistößen aus dem Halbfeld, mühte sich der 35–jährige Trainer, seine Vorstellungen kreativ am Whiteboard zu visualisieren. 18 Fußballer saßen vor ihm und hörten aufmerksam zu.
Eine knappe Woche nach Beginn der Vorbereitung auf die neue Saison hat der FV Erkner ein Kurz–Trainingslager absolviert. Zum einen sollten und wollten sich die Mannschaft und der neue Chef–Coach besser kennenlernen, ging es aber auch darum, intensiv, weil in komprimierter Form eben zum Beispiel das Verteidigen von Standards, aber auch den Spielaufbau aus der Viererkette heraus samt deren Staffelung zu üben. Und das in Theorie und Praxis. Folgte den Erläuterungen an der Tafel doch die Einheit auf dem Platz, die wiederum direkt im Anschluss ausgewertet wurde.
Al Maliji trifft zweimal
Abschließend gab es am Sonntag ein erstes Testspiel gegen dieSG Schulzendorf aus der Kreisoberliga Dahme/Fläming. Zur Pause hatte Mersetzky trotz des 0:0 und etlicher vergebener Chancen einige positive Ansätze gesehen. „Die Aufteilung hinten in derKette war gut, auch die Kommunikation der Sechser“, analysierte der Trainer in der Kabine. „Im Mittelfeld waren die Räume aber zu eng, weil wir uns nicht auseinandergezogen haben und zu wenig tiefe Wege gegangen sind. Und ganz vorn haben uns die Lösungen gefehlt — aber das war ja auch das Einzige, das wir noch nicht explizit besprochen haben“, übte er Nachsicht.
In der zweiten Halbzeit und nach einigen Wechseln fielen dann zwei Tore durch Al Maliji, die Adrian Ebert mit einer maßgeschneiderten Linksflanke sowie Robert Szczegula mit einem Haken und einem kurzen Ball in die Spitze mustergültig vorbereitet hatten.
Jede Menge Input
„Das war ziemlich viel Input spieltaktischer Natur“, fasste Ronald Mersetzky die zwei intensiven Tage zusammen. „Die Jungs hatten den Kopf voll, haben aber super mitgemacht und alles aufgesogen“, war der Trainer rundweg zufrieden. Und die Spieler? „Klar ist das eine Herausforderung. Aber wir wollen uns ja weiterentwickeln, haben eine klare taktische Marschroute, ein System, in dem jeder seine Aufgabe kennt und entsprechend umsetzen muss“, lautet die Bilanz von Sven Paprotny. Der 29–Jährige hatte die Mannschaft in der Rückrunde der Vorsaison interims–mäßig trainert. Jetzt steht er wieder auf dem Platz, gegen die Schulzendorfer war er im rechten Mittelfeld aufgeboten.
Heute steht bereits die nächste Einheit an — unter anderem die Analyse und das Üben verschiedener Angriffsformen –, schon am Dienstag folgt das nächste Testspiel gegen Stern Kaulsdorf aus der Berliner Bezirksliga. Am Mittwoch ist dann frei ...