Fußball: Tor mit dem schwachen Linken

Kann es nicht glauben: Der Wernsdorfer Thomas Penka (rechts) kassiert nach seiner Auswechslung die Gelb/Rote Karte durch Schiedsrichter Jens Polzenhagen.
Kai BeißerDank eines sehenswerten Treffers von Kevin Kühnel besiegte Germania Schöneiche in der Landesliga Süd Frankonia Wernsdorf mit 1:0. Die Gäste taten sich dabei mehr durch ständiges Lamentieren als durch ordentlichen Fußball hervor.
„Es war sicher eines meiner schönsten Tore“, sagte der Schöneicher Offensivakteur hinterher über die spielentscheidende Szene in der 36. Minute. Kapitän David Karlsch hatte den Ball nach rechts außen gepasst, Kevin Kühnel machte einen Schwenk nach innen und traf vom Strafraumkreuz ins lange Eck. „Mit meinem schwachen linken Fuß“, freute sich der 27-jährige Schütze umso mehr. „Aber ich habe nur kurz aufgeschaut und gar keine andere Option gehabt.“
Das Tor fiel in jener Phase, in der die Germania längst die Kontrolle über das Spiel übernommen hatte. Dabei waren die Gäste mit dem Selbstbewusstsein des 9:4-Heimsieges über DynamoEisenhüttenstadt eine Woche zuvor engagiert gestartet, und das schien sich auch sofort auszuzahlen, als der Ex-Schöneicher Roland Richter eine Linksflanke von Gordan Griebsch in typischer Torjägermanier über die Linie drückte. Aber: Schieds-richter Jens Polzenhagen aus Oranienburg folgte seinem Assistenten Kevin Fründt und entschied auf Abseits. Fassungslosigkeit und wütende Proteste bei den Wernsdorfern, weil sich Richter bei der Hereingabe ihrer Meinung nach hinter dem Ball befunden hatte.
Aber es änderte nichts, und fortan wurde jede Entscheidung des Unparteiischen von denGästen ausgiebig kommentiert. Dies brachte ihnen sechs Gelbe Karte ein, eine davon gegen Tim Liedloff noch nach dem Halbzeitpfiff, weil er den Ball wutentbrannt über die Bande ge-droschen hatte. Und eine Gelb/Rote gegen Thomas Penka nach dessen Auswechslung, weil er sich partout nicht beruhigen konnte und wollte (70.).
Das verletzungsbedingte Ausscheiden des Ex-Fürstenwalders Griebsch hatte die Gäste sichtlich aus dem Tritt gebracht (25.). Dem 17-fachen Saison-Torschützen Richter fehlte der Nebenmann und Vorbereiter, zudem fühlte er sich unter der Bewachung durch seinen ehemaligen Mannschaftskameraden Paul Mitscherlich sichtlich unwohl. In der zweiten Hälfte versuchte es die Frankonia fast nur noch mit Fernschüssen. Da war schon ein wenig Verzweiflung dabei, weil spielerisch wenig klappte.
Die Germania hatte die weitaus besseren Möglichkeiten. So traf Karlsch mit seiner linken Klebe nur die Latte (34.), verpasste Tu Pham gleich doppelt, dabei einmal allein vor Keeper Rico Prominski, das 2:0, spielte Kühnel noch einmal quer zu Dennis Mende, statt selbst zu schießen, so dass zurecht die Abseitsfahne von Fründt hoch ging (82.). Aber auch mit dem knappen Sieg konnte Germania-Trainer René Kanow gut leben: „Die zuletzt sehr ordentlichen Trainingseinheiten haben sich heute ausgezahlt. Drei Punkte – wir sind zufrieden.“