Gerhard Schöne
: Erwachsenen-Geschichten aus dem Kinderland

Der Liedermacher Gerhard Schöne hat Jung und Alt in der Schöneicher Kulturgießerei unterhalten.
Von
Elke Lang
Schöneiche
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Nach der Veranstaltung: Gerhard Schöne im Gespräch mit Sylvia Wogatzke aus Strausberg und Sabine Rückriemen (rechts) aus Schöneiche.

Elke Lang

Für die Kinder betrat der Liedermacher am Sonnabend 16 Uhr die kleine Bühne der Kulturgießerei und für die Frauen, die deutlich in der Überzahl schienen, 19 Uhr. Das war für ihn ein anstrengendes Programm, aber dem Künstler wurden Texthänger verziehen, und Gerhard Schöne bedankte sich zum Schluss großzügig mit Zugaben.

Während bei den Kleinen die beliebten Kinderlieder im Vordergrund standen, sollte es sich in der Abendveranstaltung vor allem um eine Lesung aus seinem Buch „Mein Kinderland“ handeln. Gleich zu Anfang aber stellte der Sänger klar: „Ich singe zwei, drei Lieder, dann erzähle ich wieder eine Geschichte.“ „Schön“, war eine Frauenstimme aus dem Publikum zu hören. Da durfte das Lied „Kinderland“ nicht fehlen, und als er „Ich denk noch manchmal an den Sonntag“ anstimmte, wurde gleich bei den ersten Takten begeistert Applaus gespendet.

Die Leute kennen seine Kinderlieder, die auch schon nachmittags erklangen. Auch das Liedchen „Bidibidibam“ zum Mitsingen, Schnipsen, in die Hände und auf die Schenkel Klatschen bereitete den Erwachsenen genauso viel Spaß wie den Kindern. Aber Gerhard Schöne holte auch Neues und speziell für das Abendpublikum Geschaffenes hervor: Kirchenlieder wie „Die güldne Sonne“ nicht mit Paul Gerhardts Text, sondern einem eigenen, mit tiefsinnigen Humor gespickten, und „Im Himmelreich“ mit dem Vers „wo meine Oma neben Luther wohnt“, von dem der eigentliche Text stammt. Auch hoch emotionale Lieder gab es mit gesellschaftskritischer Aussage, die an Liedermacher wie Konstantin Wecker erinnern.

Zwischendurch erzählte Gerhard Schöne, Vater von sechs Kindern und selbst in einer kinderreichen Familie aufgewachsen, lustige Geschichtchen aus seiner Kindheit, „die eine andere Welt war als sie meine Kinder haben“. Es war ein unterhaltsamer Abend, oft zum Lachen anregend und oft auch nachdenklich stimmend und anrührend.