Geschäfte
: Einzelhandel in Erkner öffnet wieder

Ab heute dürfen auch in Erkner viele Läden wieder öffnen, müssen aber Sicherheitsvorkehrungen zum Infektionsschutz treffen.
Von
Annette Herold
Erkner/Gosen
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Mit Masken: Farblich passenden Schutz bieten Sabine Rosenbaum und Hagen Richter im Müggelpark an.

Annette Herold

Die Auswahl dürfte entsprechend sein, ist in den vergangenen fünf Wochen doch nichts über die Ladentheken gegangen. Das war bei Hagen Richter in seiner Modeboutique im Gosener Müggelpark nicht anders. Er hat die Zeit der zwangsweisen Schließung für Renovierungsarbeiten genutzt und hofft jetzt auf einen guten Neustart für „R&R Moden“. Grundsätzlich hält der Unternehmer die Entscheidung zur großflächigen Ladenschließung im Sinne der Gesundheit für richtig. Zugleich macht er aber deutlich, dass diese Zeit mit deutlichen Einbußen verbunden war. „Das wäre eine super Jackensaison gewesen“, sagt er ein wenig bedauernd. Mittlerweile sei es für den Verkauf dieser Kleidungsstücke aber fast zu spät. Er will dennoch versuchen, sie an die Kundschaft zu bringen — und hat sich den Zeiten angepasst. Eine Schneiderin liefert dem Laden Gesichtsmasken, die farblich zu den modischen Jacken passen.

Hagen Richter hat wie viele andere Unternehmer Soforthilfe vom Land erhalten. „Es ist gut, dass es die Unterstützung gibt“, sagt er. Ein kompletter Ausgleich für den entgangenen Umsatz sei sie aber nicht. Doch der Händler möchte nach vorn schauen. Desinfektionsspray steht bereit, und er und seine Mitarbeiterin Sabine Rosenbaum werden darauf schauen, dass nicht zu viele Kunden auf einmal im Geschäft sind.

Auf die Einhaltung der Vorgaben achten die Ordnungsämter, und auch das Erkneraner wird bei seinen heutigen Kontrollen den Schwerpunkt auf den Handel legen. Es gehe um Hinweise, nicht um Strafen, sagt Stadtsprecherin Daniela Sell. Die Mitarbeiter seien mit einer Übersicht, auf der die Hygiene–Empfehlungen des Kreises vermerkt sind, ausgestattet. Die Händler wüssten sicher Bescheid. „Aber vielleicht denken nicht alle an alles. Zum Beispiel daran, das Kartenlesegerät zu desinfizieren.“

Wenig Nachfragen

Man kann in diesen Tagen nicht informiert genug sein, findet auch Stefanie Richter, die Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung Erkner. Deshalb hält sie jetzt besonders engen Kontakt zur Industrie– und Handelskammer (IHK) und berichtet den Vereinsmitgliedern weiter, was sie dort erfahren hat. Bisher habe es allerdings wenig Nachfragen gegeben. Stefanie Richter erklärt sich das so, „dass die Mittelstandsvereinigung jetzt vielleicht nicht gerade Ansprechpartner Nummer Eins ist.“ Hinzu komme, dass die Lage in den Unternehmen individuell verschieden sei. Etwas mehr Geschlossenheit wünscht sie sich dennoch – auch, weil sie weiß, dass den Erkneraner Händlern 2021 mit der Brückenschließung die nächste Herausforderung bevorsteht.