Grundschule in Grünheide
: Schüler setzen sich für Bau von neuer Filiale in Hangelsberg ein

Die Schüler der Gerhart-Hauptmann-Grundschule Grünheide haben sich in einem offenen Brief an die Politik gewandt. Sie befürworten den Bau einer neuen Filiale der ECE Group.
Von
Janine Richter
Grünheide
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Die Visualisierung zeigt den Grundschul-Neubau, den die ECE Group in Hangelsberg am Bahnhof realisieren möchte.

ECE Group-Präsentation

Das Kinderparlament der Gerhart-Hauptmann-Grundschule Grünheide hat sich im vergangenen Sozial- und Bauausschuss in einem offenen Brief an die Gemeindevertreter gewandt und für den neuen Filialstandort in Hangelsberg am Bahnhof geworben. Dies erntete nicht nur Applaus und lobende Worte der Gewählten.

Die Kinder schilderten stellvertretend für die aktuell 499 Schüler der Grundschule die Situation am Standort im Ortsteil Grünheide auf dem Löcknitzcampus. Demnach sei es im Gebäude und Schulhof „sehr voll“ und dies führe zu vielen Problemen im Schul- und Hortalltag.

Räume, Schulhof und Bushaltestelle von Grundschule überfüllt

So seien die Bushaltestelle, Speiseraum, Gänge und Schulhof überfüllt, es gebe „Gedränge und Geschupse“ und den Kindern würde es an Rückzugsorten, Ballspielflächen und Spielgeräten fehlen. Auch den Hortkindern auf der Hort-Etage fehle der Platz. Es gibt „keine Rückzugsorte für uns Kinder, um uns beruhigen zu können oder etwas auszuruhen“, schildern die Mädchen. Dies führe zu Stresssituationen. Es mangle zudem an Teilungsräumen, der Musikraum sei zu klein, der kleine Naturwissenschaftsraum habe keinen Wasseranschluss für Experimente. Zudem müssten Schulkinder aus Kienbaum täglich 45 Minuten mit dem Bus zur Schule fahren, was sie belasten würde.

Eine Außenstelle der Grundschule in Hangelsberg würde „mehr Sicherheit und eine sehr große Entlastung für alle Kinder und Lehrkräfte sowie für die Erzieher*innen bei ihrer pädagogischen Arbeit bedeuten“, heißt es im Brief.

Zwischen Instrumentalisierung und demokratischen Engagement?

Dass der Brief des Kinderparlamentes in den Ausschüssen vorgetragen wurde, sorgte für Kritik vom Bürgerbündnis – allerdings nicht gegenüber dem Inhalt, sondern aufgrund der Verfahrensweise. „Ich sehe den Vorgang als problematische Instrumentalisierung der Kinder für ein Industrie- und Gewerbeprojekt“, sagt Thomas Wötzel, dessen Kind selbst die Grundschule besucht. Kinder sollten nicht für politische Ziele in die Öffentlichkeit „gezerrt“ werden.

Daniel Geithe von den Linken hält dagegen: „Ich finde es richtig, dass sich die Grundschüler zur Thematik Grundschulneubau in Hangelsberg geäußert haben.“ Die vorgetragenen Argumente seien schlüssig. Dass sich schon Grundschüler „mit den Gepflogenheiten der Demokratie“ auseinandersetzen und Verhör verschaffen, sei zu begrüßen.

Die Grundschulleitung hat sich auf Nachfrage bisher gegenüber MOZ.de noch nicht geäußert.

Neue Grundschule an Pläne für GreenWorkPark geknüpft

Die geplante, zweizügige Grundschul-Filiale soll fußläufig zum Bahnhof Hangelsberg an der Straße der Befreiung gebaut werden. Aber dies tut nicht die Gemeinde, sondern der Investor „ECE Group“ aus Hamburg, dem das Areal gehört. Die Pläne sehen ein dreigeschossiges Schulgebäude sowie ein Hort-Gebäude vor. Zudem soll eine Mehrzweckhalle, Gemeinschaftsflächen und Mensa sowie Spielplätze errichtet werden. Nach Fertigstellung will das Unternehmen die Schule an die Gemeinde vermieten. Das Einzugsgebiet der circa 300 Schüler umfasst dann Hangelsberg, Kienbaum und Mönchwinkel.

Der neue Schulhof der Grundschul-Filiale in Hangelsberg soll viel Grün und Spielplätze enthalten.

ECE Group Präsentation

GreenWorkPark mit Gewerbe und Supermarkt

Der B-Plan 57 „Gewerbegebiet Hangelsberg Nord“ umfasst nicht nur die Grundschule (gelbe Gebäude) nahe des Bahnhofes Hangelsberg, sondern auch Gewerbeflächen und einen Supermarkt.

Screenshot/Planungsunterlagen/ECE Group

Die Grundschulpläne sind im Bebauungsplan Nr. 57 „Gewerbegebiet Hangelsberg Nord“ enthalten, der am Donnerstag, 14. Dezember, in der Gemeindevertretersitzung (Müggelspreehalle ab 16 Uhr) beraten und beschlossen werden könnte.

Der Bebauungsplan umfasst insgesamt rund 48 Hektar und sieht auch die Umgestaltung des Industrie- und Gewerbegebietes Hangelsberg-Nord (ehemaliges NVA-Gelände) zu einem GreenWorkPark mit einem Mix aus Gewerbe, Dienstleistung, Handel, Wohnen und Forschung vor.