Handball: 4:14-Lauf in 18 Minuten

Im Anflug: Linksaußen Moritz Kraft erzielte sechs Treffer für die Grünheider Oberliga-Handballer. Darunter waren zwei verwandelte Siebenmeter, einen vergab er.
Andreas Hoffmann„Bis dahin verdient. Wir haben in der Abwehr keinen Zugriff gekriegt. Flüchtigkeitsfehler und Undiszipliniertheiten, das hat sich summiert“, fand Gäste-Trainer Nico Heidenreich kritische Worte – aber bei der Kabinenansprache offensichtlich auch die richtigen. Denn mit Wiederanpfiff zeigte sich der Tabellenführer wie verwandelt. Binnen sieben Minuten gelang der Ausgleich (18:18), zu dem Rechtsaußen Alexander Leow drei Tore beisteuerte, nach dem 20:20 gelangen den Usedomern sogar sechs Treffer in Folge – dies war die Vorentscheidung.
Die Zuschauer in der Löcknitzhalle rieben sich ob dieses 14:4-Laufes der Gäste ungläubig die Augen. Die Grünheider konnten nicht mehr verkürzen und warten weiter auf den ersten Sieg.
Angst vor der eigenen Courage
„Wir wussten, dass es ein schwerer Saisonstart wird. Aber eigentlich sind wir auf einem guten Weg, und irgendwann werden wir auch Erfolge ernten, da bin ich ganz sicher“, betont Morawetz. „Wir dürfen uns jetzt nicht beirren lassen. Es macht ja niemand absichtlich Fehler. Ich habe das Gefühl, die Mannschaft glaubt noch nicht so recht dran, dass sie richtig gut Handball spielen und auch einem solchen Gegner Paroli bieten kann. Als hätte sie Angst vor der eigenen Courage“, versucht sich der Trainer in der Analyse. Am Sonnabend muss der GSV zu Wieder-Aufsteiger SV Brandenburg-West, der seine bisherigen Heimspiele gegen die SG OSF Berlin (32:31) und den Ludwigsfelder HC (31:25) gewonnen hat. „Wir sind personell wieder besser aufgestellt und wollen dort punkten“, gibt Frank Morawetz die Marschroute vor.