Die Gastgeber, als Tabellenzwölfter gegen den -vierten nur Außenseiter, waren von Beginn an voll da, gerieten nach dem 0:1 bis zur Halbzeit nicht mehr in Rückstand. Der GSV ließ sich dabei auch durch ein halbes Dutzend Fahrkarten von Griebsch, immerhin zweitbester Werfer der Liga, nicht aus der Ruhe und aus dem Konzept bringen. Auf deranderen Seite hielt eigentlich nur Philip Höhna die Altlandsberger im Spiel. Es dauerte fast eine Viertelstunde, ehe mit Linksaußen Marco Leupert ein anderer Spieler für die Gäste erfolgreich war, bis zur Pause gingen 7 der13 Tore auf Höhnas Konto.
Nach dem Wechsel zog der MTV auf zwei Tore davon und das Derby schien in die erwarteten Bahnen zu laufen. Aber der Favorit selbst lud die Gastgeber ein, nicht nur zurückzukommen, sondern sich in einen regelrechten Rausch zu spielen. Während die Altlandsberger reihenweise die Bälle im wahrsten Sinne weg warfen oder sich am immer stärker werdenden Abwehrblock der Mannen von der Löcknitz die Zähne ausbissen, klappte bei den Einheimischen alles. Christoph Genilke und Toni Büttner glänzten mit Anspielen an den Kreis auf Marc Schmitz, Linksaußen Moritz Kraft lief zahlreiche Konter, und plötzlich traf auch Tom Griebsch. Der in dieser Phase eingewechselte Philipp Pohl bekam im Tor der Gäste keinen Ball zu fassen und ging entnervt wieder auf die Bank: "Was die für freie Würfe kriegen", schimpfte er. Die Gäste versuchten es mit offen-siven Deckungsvarianten – es half nichts: Spätestens beim 29:22 war die Partie entschieden (54.), die Tröten der MTV-Fans verstummten endgültig. Es war ein Sieg des Glaubens und des Willens.
"Und unserer Deckung", betonte Co-Trainer Dirk Köhler, der die Energieleistung der Mannschaft lobte, die zudem nach dem Grippe-bedingten kurzfristigen Ausfall von Marc Hiesener und Marcel Otto nur mit zwei Auswechselspielern hatte agieren können. "Zur Belohnung wird am Montag beim Training Siegerfußball gespielt", versprach Köhler.
Einzig verbliebener Kreisläufer
Seine bisher bestes Leistung für den Grünheider SV gezeigt hatte Marc Schmitz – und er wollte dieser Einschätzung auch nicht widersprechen. "Da ich der einzige verbliebene etatmäßige Kreisspieler war wusste ich, dass ich heute abliefern muss. Aber dass es dann so gut klappt ...", sagte der neunfache Torschütze, der ohne einen Fehlversuch geblieben war! "Der Ball ist gut durch unsere Reihen gelaufen und es taten sich viele Lücken auf. Und mit jeden erfolgreichen Wurf steigt dann natürlich auch das Selbstbewusstsein", freute sich Schmitz.
Philip Höhna indes war ratlos: "Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll, kann das nicht erklären. Die Grünheider waren in der zweiten Halbzeit besser eingestellt. Aber was wir uns für Fehler geleistet haben – unglaublich", schüttelte er den Kopf und verschwand in der Kabine.

Statistik

Grünheider SV: Denny Alpers, Tim Reisener – Christoph Genilke4 Tore, KonstantinBüttner 4/davon1 Siebenmeter, David Walaszewski 1, Marc Schmitz 9, Marcus Schwiderski, Moritz Kraft 6, Clemens Wetzel 1, Tom Griebsch 8/1MTV Altlandsberg: Kevin Deisting, Philipp Pohl – Arian Thümmler, Florian Riegler 1, Toni Schäl, Philip Höhna 8, Dominic Witkowski 3, Ridha Trabelsi 4/2,Marco Leupert 6, Don Pablo Mulemba, Dennis Bellmann, Tim Ole Neumann 2, Till Bartels 2

Schiedsrichter:Stefan Jedrzejak,Marcel Kasten (Berlin)– Siebenmeter: je 2/alle verwandelt –Zeitstrafen: GSV 2, MTV 4